Mittwoch, 28. Juli 2021
Montag, 12. Juli 2021

Für die LAGA in Torgau müssen Besucher gut zu Fuß sein

von unserer Redakteurin Bärbel Schumann

Rund 300 Neugierige nahmen am Wochenende an den LAGA-Spaziergängen teil. Sie erfuhren Interessantes und auch Dinge, die bisher nirgends zu lesen waren.

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

Torgau?. Aufregung – ja, die herrschte am Sonntagnachmittag bei rund 300 Torgauern und auch Interessenten aus der Region. Sie wollten beim „LAGA-Spaziergang“ das Gelände zwischen Glacis, Eichwiese, Deichgucker bis hin zum ehemaligen Schlachthof und der Flankenkasematte VII der Landesgartenschau im kommenden Jahr erkunden und einen Überblick über den Baufortschritt der Arbeiten erhalten. Am Ende der Tour am Elbanleger erwartete alle Teilnehmer ein kleiner Markt mit Speisen- und Getränkeangeboten, einem LAGA- Souvenierstand und Plätzen zum Verweilen. Die TZ schloss sich einer Führung an, kam dabei mit Torgauern ins Gespräch und erfuhr manche Neuigkeit von Bettina Klein, der städtischen Geschäftsführerin der LAGA GmbH. 

Viele Fragen

Treffpunkt Bahnhofsvorplatz. Gleich nach der Begrüßung durch Bettina Klein purzeln sozusagen die ersten Fragen aus den Torgauern heraus: Wo wird der Haupteingang sein? Was passiert mit der Ruine des Güterbahnhofes, verschwindet er noch bis zur LAGA? Wird der Bahnhofsvorplatz noch umgestaltet? Klein antwortet geduldig und sagt hier wie auch später, dass es schwierig sei, alles perfekt hinzubekommen und dann auch meist nicht gelinge. Der Güterbahnhof sei ein Beispiel. Dafür berichtet sie, dass die Bahnhofswiese und der Rest des Vorplatzes im Rahmen eines Studentenwettbewerbes an der TU Dresden noch umgestaltet werde. Es geht zum Haupteingang. Zuvor Stopp am Julius von Köthen Denkmal. Erst vor eineinhalb Monaten sei eine Karte aufgetaucht, die das frühere Denkmal zeige. Bis dahin sei nicht bekannt gewesen, wie es ausgesehen habe. Nun soll es bis zur LAGA sozusagen aufgehübscht werden. Gleiches soll auch mit dem russischen Gedenkfriedhof geschehen, der sich ebenso in der Nähe des LAGA-Haupteinganges befindet. Zudem soll hier auch an den „Brückenschlag“ von Russen und Amerikanern in Torgau mit Informationstafeln erinnert werden. 

Dann zieht die Gruppe ins Glacis ein. Manche Teile der Flächen sind mit Folien abgedeckt. Das Unkraut soll so eingedämmt werden, um die Aussaaten ohne möglichst viel Bewegung der Erdmassen vornehmen zu können. Vor zwei Jahren wurden Testfelder angelegt, um zu erfahren, welche Pflanzen besonders für den doch dunklen Standort geeignet sind. Es geht zum Kranich-Spielplatz. Imposant regt sich hier der rund 9 Meter hohe Kranich empor. Zig Handys werden aus der Tasche geholt, Fotos damit gemacht. „Das ist schon imposant. Das muss ich unbedingt fotografieren“, sagt. Margit Schulz aus Torgau. Andere tun es ihr gleich. Bettina Klein erzählt von den Schwierigkeiten, die Teile an Ort und Stelle zu bekommen. Stolz schwingt in den Worten, als sie berichtet, dass ein kleiner Junge mit einer Zeichnung seinem Vater – einem der LAGA-Architekten und Planer – die Vorlage für den Spielplatz lieferte. „Sie können sich sicher sein, dass hier ist ein echtes Unikat“, so die Geschäftsführerin. Es geht weiter an der Wasserfläche entlang, wo die Stege entstehen und an der  Landzunge erste Arbeiten getan sind. Jürgen und Petra Kaiser hören zu. Freude kommt auf, als sie hören, dass hier auch Angler später einmal willkommen sind. Jürgen Kaiser geht diesem Hobby nach.

Holzkunst am toden Holz

An anderer Stelle sollen Mustergrabanlagen entstehen. Das wundert manchen, doch nach der LAGA werden diese zurückgebaut. Einige Schritte weiter ist Holzkunst in luftiger Höhe zu bestaunen. Sie stammt von Marcus Scholz. 

In der Gruppe marschiert  Eileen Heide mit. Sie will das LAGA-Gelände kennenlernen. Die Elßnigerin trägt eines der orangefarbenen LAGA-Shirts, wie auch andere LAGA-Mitarbeiter. „Ich bin erst seit einer Woche bei der LAGA. Heute bietet sich die Gelegenheit, mir ein Bild vom Gelände zu machen“, erzählt die Betriebswirtin, die künftig für alles rund um die Tickets zuständig sein wird. Gespannt lauscht auch sie, als Bettina Klein einige Zahlen zur LAGA nennt: Das Gartenschaugelände umfasst insgesamt 24 Hektar. Das Investitionsvolumen beträgt 26,7 Millionen Euro, 83 Prozent davon sind Fördergelder, 17 Prozent beträgt der Eigenanteil der Stadt. „Für dieses Geld kriegen wir richtig, richtig viel in der Stadt!“

Interessante Diskussionen 

Auf dem Weg weiter wird über Umzäunungen, Öffnungszeiten, Fragen der Gastronomie diskutiert. Vielen der Torgauer fällt es schwer zu verstehen, dass die gastronomische Versorgung auf der LAGA ausgeschrieben werden musste und heimische Gastronomen ein solches Event nicht stemmen können. Sie hoffen, dass die Torgauer Gastronomen trotzdem vom „LAGA-Kuchen“ etwas abbekommen. Klein ist optimistisch, nennt das bewusste Lenken von Besucherströmen und die Einrichtung einer Bushaltestelle an der Bäckerstraße, um den Gästen den Besuch der Innenstadt leicht zu machen. Immerhin sind es 170 Tage, an denen nonstop die Besucher versorgt werden müssen. Auch Tatzen vom LAGA-Bär Theo sollen in die Innenstadt von allen Ecken und Enden aus  weisen. „Wir haben eine wunderschöne Innenstadt. Die man einfach gesehen haben muss“, so die Geschäftsführerin. 

Dann geht es weiter zur Skateranlage, vorbei am Platz, wo einst ein Garagenkomplex stand. Es bedarf hier noch mancher Vorstellungskraft, wie dieses Areal einmal aussehen soll. Ähnlich auch bei den Jungen Gärten, der Eichwiese, den späteren Wechselflorflächen, dem künftigen Naturentdeckerpfad, dem Beachvolleyballplatz bis hin zum Deichgucker und dem Platz für den kleinen Streichelzoo – der Torgauer Arche. Zum Schluss geht es noch zur Bastion VII und dem ehemaligen Schlachthof, wo mehrere Attraktionen Einzug halten sollen. Dazu gehören die Blumenhalle und auch der Konzertplatz. „Oh, hier gibt es noch überall viel Arbeit. Und eins weis ich seit heute, als LAGA-Besucher muss man in Torgau gut zu Fuß sein. Ich glaube, so weiträumig war noch keine von mir besuchte Landesgartenschau“, erklärt Margitta Fröhlich aus Oschatz, die auch im Tross zu finden war. 

Sie interessieren sich für das Neueste aus Torgau und der Region? Dann bestellen Sie den Newsletter "Darüber wird morgen gesprochen"! Der kommt jeden Abend per E-Mail und bringt die wichtigsten Themen des nächsten Tages mit. >> Hier können Sie ihn bestellen.


Jetzt kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Mountainbikemagazin

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de