Montag, 29. November 2021
Dienstag, 13. Juli 2021

Elbweiderinder und Esel hautnah erlebt 

Auf der Koppel bei den Elbweiderindern. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Pülswerda. Die TZ-Sommertour führte am vergangenen Montag zum Landgut Neue Elbe nach Pülswerda. Was die Leser der Heimatzeitung dort erlebten, lesen Sie hier. 

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Bei schönstem Sommerwetter stand am Montagnachmittag der 2. Vor-Ort-Treff der diesjährigen TZ-Sommertour an. Das Team der Heimatzeitung hatte zum Landgut Neue Elbe von Matthias Schneider nach Pülswerda eingeladen. 

Kostproben 

Wegen einer Wetterwarnung war der Termin kurzerhand von Freitag auf Montag verschoben worden. Keine leichte Entscheidung. Entsprechend froh zeigten sich die TZ-Mitarbeiter Julia Sachse (Moderation), Lutz Donath (Organiation/Marketing), Laura Krugenberg (Social Media) und Nico Wendt (Redaktion) sowie Matthias Schneider selbst, dass gegen 16 Uhr doch der Besucherstrom einsetzte. Auch Bürgermeister Holger Reinboth ließ es sich nicht nehmen, nach einer gemeinsamen Begrüßung einige Worte an die Gäste zu richten. Der Grill dampfte, es wurden Kostproben gereicht und es gab viele Informationen für die Zuhörer. 

Höhepunkt war eine Ausfahrt mit dem Kremser, um die Koppeln mit den Elbweiderindern hautnah zu erleben. Dieses Angebot richtete sich vor allem auch an die jüngeren Besucher und so konnte man später direkt mit den zahmen Rindern auf Tuchfühlung gehen. Die eine oder andere Streicheleinheit war möglich. Insgesamt zeigten sich die Besucher am Montag sehr beeindruckt vom modern hergerichteten Grundstück und vom Firmenkonzept des Inhabers. Das Landgut Neue Elbe existiert noch nicht so lange in Pülswerda. Und doch hat das Grundstück schon für überregionale Beachtung gesorgt. Ein Vorzeigeobjekt. Matthias Schneider, Chef der Firma Hereford Elbweiderind, hat es 2019 mit Hilfe von LEADER errichtet. Ein EU-Programm, das im ländlichen Raum gerne dazu genutzt wird, ungenutzte und marode Grundstücke zu entwickeln und einer neuen Zukunft zuzuführen. Das Landgut Neue Elbe ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Es zeigt, was mit kreativen Ideen und der nötigen Tatkraft alles möglich wird. 

Schafstall 

Rückblende: Die LPG Arzberg hatte 1990 an genau diesem Fleck einen großen Schafstall gebaut. Der Komplex aus mehreren Gebäuden in Pülswerda war kaum fertig, da war das Projekt auch schon gestorben. Schafe hat das Anwesen wohl nie gesehen. Die DDR wollte 50 Prozent der im Land benötigten Wolle nicht mehr für teure Devisen auf dem Weltmarkt beschaffen. Man plante, die Zahl der Wollschafe in der Republik auf drei Millionen Tiere aufzustocken. Doch mit der Wende war alles hinfällig. Die Wollschafe wurden über Nacht wertlos, der Pülswerdaer Schafstall blieb leer. In den Jahren danach passierte nicht viel. Zeitweise wurde die Halle im hinteren Teil von der Agrargenossenschaft Arzberg als Getreidelager genutzt. Andere Gebäude verfielen. 2018 wurde Matthias Schneider mit Hilfe der Gemeinde Arzberg auf die Liegenschaft aufmerksam. Er griff zu, kaufte das 2700 Quadratmeter große Grundstück. In seinem Kopf sprudelten bereits die Ideen. Er wollte Traditionelles und Modernes verbinden. Schritt für Schritt wurde eins nach dem anderen umgesetzt. Es entstand ein Anlaufpunkt für Familienfeiern, Hochzeiten, Workshops, Firmen-Events und natürlich auch für die Verkostung hauseigener Produkte. 

Ein Kreislauf 

Denn natürlich ist die Vermarktung der Elbweiderinder eine tragende Säule im Firmenkonzept. Die Tiere leben gemeinsam in der Herde ganzjährige im Freien und fressen fast ausschließlich das Gras und Heu der Elbwiesen. Diese Form der Fütterung fördert die Gesundheit und Widerstandsfähigkeit der Tiere. Gleichzeitig trägt das regelmäßige Abfressen der Wiesenflächen dazu bei, die Biodiversität und Kulturlandschaft der Jahrhunderte alten Elbauen in ihrer ursprünglichen Form zu erhalten – ein nachhaltiger Kreislauf. Wie Matthias Schneider am Montag informierte, hat man derzeit insgesamt 65 Rinder, davon 25 Kälber – die Anfang März beziehungsweise Anfang Juni das Licht der Welt erblickt haben. Ein großer Bulle, rund 1,1 Tonnen schwer, gehört zur Herde. Drei Esel dienen quasi als Wolfsschutz. „Natürlich arbeiten wir auch mit anderen Landwirten zusammen“, so der Firmenchef. Beispielsweise werde der Bulle aller zwei Jahre ausgetauscht, um Inzucht zu vermeiden. 

Man habe damals eine Fleischrindrasse gesucht, die zur Region und zu den Bedingungen passt. Durch den Landwirtschaftsbetrieb Wiegand/Schubart aus Beilrode wussten wir, dass wir mit Hereford-Rindern richtig liegen“, sagte Matthias Schneider. Unter dem Motto „Leckeres Essen aus der Region genießen, Interessantes über die heimische Landwirtschaft erfahren und dabei die Natur an der Elbe genießen“ läuft seit geraumer Zeit die Torgauer Landpartie. Während die Termine im Juli und August schon ausgebucht sind, gibt es am 12. September und am 19. September noch freie Plätze. Eine kostenlose Wanderung wird zudem am 28. August angeboten (Mail info@hereford-graditz.de, Homepage (www.hereford-graditz.de). Bislang werden die Veranstaltungen zu 95 Prozent von Interessierten aus der Region Leipzig wahrgenommen. Vielleicht findet die Landpartie demnächst auch bei Einwohnern in der Region mehr Anklang, nutzte der Geschäftsführer am Montag bei der TZ-Sommertour die Möglichkeit, die Werbetrommel zu rühren.

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