Mittwoch, 28. Juli 2021
Donnerstag, 15. Juli 2021

Modernisierung der touristischen Schnitzeljagd

Führt ins Nirwana: Wegweiser zur Nikolaikirche. Schief steht er auch noch. Foto: Thomas Keil

von unserem Volontär Thomas Keil

Torgau. Die Stadt plant eine grundlegende Überarbeitung des Wegeleitsystems. Über die entsprechende Vorlage berieten die Stadträte im Technischen Ausschuß.

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Leipziger Straße, Ecke zum Markt – auch hier steht eine dieser braun-grauen Info-Säulen mit Wegweisern zu touristischen Attraktionen in der alten Residenzstadt. Mit den vier Farben Rot, Grün, Gelb und Blau weisen die Täfelchen die jeweiligen vier vorgeschlagenen Entdeckungsrouten aus. Rot steht dabei für den Reformationsrundgang. Dementsprechend ist eine Marke auch mit „Nikolaikirche“ beschriftet und zeigt gen Norden in Richtung Scheffelstraße. Dort aber ist der Suchende auf andere Navigationsmittel angewiesen – die Säule an der Leipziger Straße war der letzte Hinweis auf die Nikolaikirche.

Die Stadt hat es auch gemerkt
Der Unzulänglichkeiten des aktuellen Wegeleitsystems ist man sich auch im Rathaus bewusst. „Das Wegeleitsystem bedarf inzwischen einer grundlegenden Modernisierung“, postuliert die Beschlussvorlage 258/2021. Über diese berieten die Stadträte im Technischen Ausschuss. Dabei ging es vorerst um die Konzepterarbeitung für ein modernes System und die Projektkoordinierung mit Kosten von rund 20 000 Euro. „Wir haben dafür schon entsprechende Angebote von externen Firmen eingeholt“, sagte Anett Ruben-Stolz, Leiterin des Stadtplanungsamtes. Für die Förderfähigkeit seien bereits Gespräche mit der Landesdirektion erfolgt.

„Ich begrüße die Aktivitäten der Stadt, dieses System zu erneuern“, freute sich FDP-Stadtrat Peter Nowack. Auch wenn er damit seinen Kollegen aus dem Herzen gesprochen haben mag, so hinterfragten in der folgenden Diskussion Stadträte, ob ein separates Wegeleitsystem für die Innenstadt sinnvoll sei. Schließlich komme doch ein Leitsystem für die LAGA. Hierauf antwortete die Stadtverwaltung, dass die LAGA ein eigenes System erhält, dass bereits im Kostenbudget der LAGA  eingeplant ist.

Zum Schluss des Tagesordnungspunktes stimmten die Räte der Vorlage einstimmig zu. Nun erfolgt die nächste Beratung im Stadtrat am kommenden Mittwoch.

Da läuft man mit dem  bisherigen Wegeleitsystem daran vorbei: die Nikolaikirche.

Neue Wegpunkte
Das endgültige Ziel der Vorlage 258/2021 ist eine optimierte Wegeführung unter Einbeziehung neuer touristischer Punkte (POI – points of interest) und aktueller technischer Möglichkeiten. Weiterhin solle das neue Wegeleitsystem an das eigene System der LAGA anknüpfen. Als neue Sehenswürdigkeiten nennt die Vorlage zum Beispiel die Jugendherberge, den Wasserwanderrastplatz und die zukünftige Promenade vom Bahnhof bis zur Elbe. 

Zuerst gelte es jedoch, den notwendigen Modernisierungsbedarf in Form, Inhalt und Umfang zu ermitteln und zu konzeptionieren. „Das neue Corporate Design der Stadt Torgau sowie neu hinzugekommen POI sind bei der Gestaltung zu berücksichtigen“, heißt es dazu in der Vorlage. Dies betreffe auch aktuelle Aspekte der Barrierefreiheit. Für die Bedarfsermittlung werde es eine Vor-Ort-Besichtigung mit Soll-Ist-Abgleich geben.

„In den Jahren 2004 und 2005 beschloss der Stadtrat die Realisierung des touristischen Wegeleitsystems, welches bis 2007 umgesetzt wurde“, rekapituliert die Vorlage. Es wurde dann als neue Infrastruktureinrichtung mit rund 50 Stelen realisiert, davon etwa 40 im historischen Stadtkern. Dabei sind vier Rundgänge zur Festungs- und, Reformationsgeschichte, der Architektur und den Museen angelegt worden. Nach Ergänzungen zur besseren Wahrnehmung 2011 wurden laut Vorlage letztmalig 2017 kleinere Anpassungen vorgenommen, so zum Beispiel die Hinweise zum Elberadweg und den Fahrradgaragen angebracht.

Finanziell werde das Gesamtpaket mit rund 100 000 Euro zu Buche schlagen. Neben den bereits oben genannten 20 000 Euro für die Konzeptfindung entfielen geschätzt etwa 80 000 Euro auf die eigentliche Umsetzung. Das Stadtsäckel soll  jedoch hoffentlich mit maximal rund 28 000 Euro belastet werden – kalkuliert werde mit einer Förderquote in Höhe von 90 Prozent, exklusive der Kosten für die Projektkoordination.

Vier Rundgänge durch die Stadt mit Farbleitsystem in Gelb, Grün, Blau und Rot.

 


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