Montag, 2. August 2021
Sonntag, 18. Juli 2021

Eine gemeinsame Lösung finden - miteinander

Mitarbeiter Rost zur aktuellen Lage und zu möglichen Maßnahmen zum Lärmschutz. Räte wie Einwohner hören gespannt zu. Foto: Bärbel Schumann

von unserer Redakteurin Bärbel Schumann

Dreiheide/Torgau. Bei Hit Holz geht es laut zu. Das ist weithin hörbar. Dessen ist sich Geschäftsführer Christian Pospiech bewußt und geht das Problem an – auch unter Einbeziehung der Anwohner.

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

Das Thema Lärm erhitzt seit Jahren in der Region Süptitz und Zinna die Gemüter. Bürger fühlen sich vor allem nachts durch die Geräuschkulisse um ihren Schlaf gebracht. Entsprechend immer wieder Beschwerden an das verursachende Unternehmen HIT Holzindustrie Torgau, an die Kommune und verschiedene Ämter, mit der Bitte zu handeln. Betroffene und andere Bürger gründeten sogar eine Ortsgruppe des BUND, um Veränderung auf den Weg zu bringen. Seit fünf, sechs Jahren, noch unter der alten Geschäftsführung, so Gemeinderat und zugleich Vorsitzender der BUND Ortsgruppe Ingbert Nitzsche, rede man über das Thema, nun endlich gibt es Bewegung und erste konkrete Veränderungen.  Zinnaer und Süptitzer kämpfen besonders um die Festschreibung und Einhaltung der Belastungsgrenzen. Die sollen einheitlich bei 40 Dezibel (dB) liegen, obwohl diese Grenze derzeit für Süptitz aufgrund des Bebauungsplanes um 5 dB höher gilt. 

HIT Holz hat sich dem Thema angenommen. Seit dem Antritt von Geschäftsführer Christian Pospiech wurden erste konkrete Maßnahmen umgesetzt, um Veränderungen zu erreichen. Darüber und wie weiter an dem Thema gearbeitet wurde, erfuhren Betroffene, Gemeinderäte und interessierte Bürger in der letzten Gemeinderatssitzung von Dreiheide. Anregend auch die Diskussion dazu. 

Die aktuelle Situation

Wie sehr dem Geschäftsführer das Thema am Herzen liegt, wurde nicht nur einmal dabei deutlich. Und HIT Holz hat bereits einiges unternommen, um Abhilfe zu schaffen: Ein Mitarbeiter wurde eigens dafür eingestellt, der mit Fachkenntnissen an der Aufdeckung und Beseitigung der Ursachen arbeitet.  Zudem arbeitet er eng mit dem beauftragten Büro Goritzka Akustik aus Leipzig – ein externes unabhängiges Ingenieurbüro - zusammen, um alle Ursachen für den Lärm zu erkunden, genaue Werte an zig verschiedenen Messpunkten auf dem Firmengelände für ein Lärmkataster zu ermitteln und daraus auch den oder die Grenzwerte der Belastung für die angrenzenden Regionen festschreiben zu können.  Schließlich ist das Ziel, in Zusammenarbeit mit Juristen und Landratsamt in einem öffentlich-rechtlichen Vertrag ein verpflichtendes Maßnahmenpaket einzubringen und rechtssichere Höchstgrenzen für die zumutbare Lärmbelastung der angrenzenden Region zu regeln. Die benötigen Betroffene wie das Werk gleichermaßen. Betroffene, um ruhig schlafen zu können, keine anderen Schäden davon zu erhalten und keine Wertminderung ihrer Grundstücke zu erfahren. Die Hit Holzunternehmung, um weiter als Unternehmen am Standort Torgau zu wachsen.

Ursachen finden und beseitigen 

Es gibt die Internetseite hit.goritzka-akustik.de für eine Studie, auf der Menschen aus der betroffenen Region Lärmbelastung melden können. Einige Betroffene sind namentlich bereits involviert, geben in regelmäßigen Abständen ihr Empfinden wieder. Zudem wünscht man sich, dass auch andere Bürger in den betroffenen Orten sich an der anonymen Wertung beteiligen. Diese Aktion läuft noch einige Wochen. Davon erhoffen sich die Lärm-Fachleute Rückschlüsse auf äußere Einwirkungen wie Windrichtung oder Produktionsabläufe. Zusätzlich gibt es auf dem Firmengelände verschiedene feste Messstellen, an denen die Geräuschkulisse gemessen wird. Rund um die Uhr. Das zeigten die Vertreter der HIT Holzindustrie in einer Übersicht auf. Offen gingen sie dabei damit um, wo bereits Lärmquellen gefunden wurden. Rund 600 sind es, von denen  erste beseitigt wurden. Dazu gehören zum Beispiel der Austausch veralteter Container, Dämmmaßnahmen, alte Technik ausrangieren, die Überprüfung betrieblicher Abläufe. Das müsse  auch in die laufende Produktion passen, da alle Bereiche in irgend einer Form involviert sind. Das geht nicht von heute auf morgen in einem Unternehmen, dessen Anlagen oft aus den Nach-Wende-Jahren stammen. Die Holzspezialisten müssen für Maßnahmen auch tief in die Kasse greifen. Listet man alle möglichen Maßnahmen bis hin zum Austausch alter Fahrzeuge auf, so liegt man vorerst bei rund 5 Millionen Euro. Geld, das man nicht in der Portokasse hat. 

„Der Grund, warum wir hier sitzen, ist, dass wir Sie ernst nehmen“, unterstrich Geschäftsführer Pospiech in der Diskussion. Was unter seiner Führung bisher versprochen wurde, da hat die HIT Holzunternehmung Wort gehalten. Deshalb gab es nicht nur Kritik für die Firma, sondern auch Lob von Gemeinderäten und Betroffenen. In den letzten drei Jahren habe man schon einiges konkret erreicht.  „Wir wollen eine gute Nachbarschaft. Als Unternehmen sehen wir uns als Teil der Region. “, unterstreicht der Geschäftsführer. Die HIT Holzindustrie will wachsen, Arbeitsplätze sichern und schaffen in der Region und mit der Region. 

 


Sie interessieren sich für das Neueste aus Torgau und der Region? Dann bestellen Sie den Newsletter "Darüber wird morgen gesprochen"! Der kommt jeden Abend per E-Mail und bringt die wichtigsten Themen des nächsten Tages mit. >> Hier können Sie ihn bestellen.


Jetzt kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Mountainbikemagazin

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de