Mittwoch, 28. Juli 2021
Montag, 19. Juli 2021

Zu 85 Prozent ausgelastet

Die Flüchtlingsunterkunft Torgau im Süptitzer Weg. Foto: Thomas Keil

von unserem Volontär Thomas Keil

Torgau. Die aktuelle Lage in Torgaus Flüchtlingsunterkunft.

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Am Rande der Wohnbebauung, noch vor der Industriebrache, steht im Süptitzer Weg ein mehrstöckiger Flachbau – grau und unscheinbar. Nur ein paar blaue Zierstreifen lockern das Design auf. Hier betreibt das Landratsamt eine Gemeinschaftsunterkunft.

Alleinreisende
Aktuell leben hier 51 Menschen, wie das Landratsamt Nordsachsen mitteilt. „Es ist als Gemeinschaftsunterkunft für alleinreisende Männer konzipiert“, erläutert Christian Nieling, Leiter des Amtes für Migration und Ausländerrecht im Landratsamt. Also wohnen hier ausschließlich Männer, keine Frauen oder Familien.

Diese stammen aus 19 Ländern. Den Schwerpunkt bilden dabei 22 Bewohnern aus Afrika. Neben den fast schon erwartbaren Herkunftsländern wie Afghanistan und Syrien sind auch zwei Bewohner ungeklärter Herkunft darunter.

Hin und weg
Die monatlichen Zugänge unterlägen starken Schwankungen, so Christian Nieling. „Die Belegung erfolgt nicht nur durch neu in den Landkreis zugewiesene Asylbewerber, sondern kann sich auch durch landkreisinterne oder -übergreifende Umverteilungen ändern“, verdeutlicht der Amtsleiter für Migration und Ausländerrecht.

Zwei Männer leben bereits seit der Eröffnung der Unterkunft 2017 im Süptitzer Weg. „Die anderen sind seit durchschnittlich 18 Monaten dort untergebracht“, führt Christian Nieling aus. Dabei sei zuletzt im Juli ein Bewohner eingezogen. Grundsätzlich hänge die Verweildauer stark von der individuellen Situation des Bewohners ab.

Informationen und Beratungen
Im Landkreis Nordsachsen erhielten Geflüchtete vielfältige Möglichkeiten der Unterstützung. „Neben diversen Informations- und Beratungsmöglichkeiten durch die zuständigen Behörden helfen bei alltäglichen Fragen beispielsweise Flüchtlings-Sozialarbeiter“, zeigt der Amtsleiter auf. Die zuständigen Behörden seien zum Beispiel das Amt für Migration und Ausländerrecht, das Jobcenter Nordsachsen oder die Bundesagentur für Arbeit.

Problemlagen unbekannt
„Bei der Arbeitsintegration helfen Arbeitsmarkt-Mentoren des Landratsamtes“, macht Christian Nieling klar. Diese unterstützten bei der bedarfsgerechten Vermittlung von Qualifizierungsmaßnahmen sowie Ausbildungs- oder Arbeitsstellen. Allgemeine zwischenmenschliche Konflikte seien quasi schon alles an Problemen vor Ort. „Besondere oder untypische Problemlagen in der Unterkunft sind uns hier in Torgau unbekannt“, äußert Christian Nieling.

Platz verdoppelt
Über mehrere Jahre habe es keine Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Torgau gegeben. „Im August 2014 wurde das ehemalige Objekt Am Stadtpark 2 in Betrieb genommen“, blickt der Amtsleiter für Migration und Ausländerrecht zurück. Damals habe man dort 28 Personen unterbringen können.

„Erst im Januar 2017 folgte die Inbetriebnahme des Hauses im Süptitzer Weg“, so Christian Nieling weiter. Damit seien die Kapazitäten zu 2014 quasi verdoppelt worden – es gäbe jetzt Platz für 60 Personen.

 

Korrektur: Aufgrund der uns vorliegenden Informationen schrieben wir ursprünglich, der letzte Bewohner sei im August eingezogen. Dies ist falsch. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, ihn zu entschuldigen.

 


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