Mittwoch, 28. Juli 2021
Montag, 19. Juli 2021

Seit 20 Jahren tierisches Zuhause

Monika Finn (M.) freut sich über die Futterspende von Familie Niemz.Foto: Thomas Keil

von unserem Volontär Thomas Keil

Arzberg. Die diesjährige TZ- Sommertour machte auch einen Abstecher nach Arzberg zum Tierheim. Hier findet sich immer eine tierische Geschichte.

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?Einsam und ruhig ist es am Sonntag in der Pfarrstraße. Die Sommersonne heizt den Asphalt auf, der die Wärme wieder abstrahlt. Bald wohnen in der Nachbarschaft mehrere Generationen in einem Haus. Doch aus dem Grundstück Nummer 3 dringen menschliche Stimmen. „Wir haben gerade Versammlung“, erläutert Monika Finn. Sie ist die Schatzmeisterin des hier residierenden Tierheims Arzberg und gerade zum Hoftor geeilt, um den unvermuteten Besuch zu empfangen. 

Die Katzenliebhaber
Es ist  Familie Niemz, die auf einen Sprung vorbeikommt – mit einem prall gefüllten schwarzen Beutel. „Für unsere Paten“, erläutern die zwei Torgauer, als sie den Beutel über das Tor reichen. Diese Paten seien zwei Katzen, die als nicht vermittelbar eingestuft sind – Tula und Tuli heißen die beiden. „Wie geht es den ihnen momentan?“, wollen sie von Monika Finn wissen. Diese versichert, dass es ihnen gut gehe. „Warum die eine Katze bei Stress hustet, ist immer noch unbekannt“, sagt Monika Finn. Das ließe sich laut Tierarzt nur operativ klären. „Aber damit wollen wir die Katze nicht belasten, so schauen wir, dass sie eben möglichst wenig Stress hat“, versichert die Schatzmeisterin. Dann blickt sie in den Beutel und ihre Augen beginnen zu leuchten. „Ah, Leckerlis. Die geben wir den Katzen bei dem heißen Wetter gern gekühlt“, freut sich Monika Finn.

Beim Kramen im Beutel kommt noch eine Überraschung zum Vorschein. „Spielzeug!“, ruft sie begeistert. Da sei auch immer mal was Neues fällig – wegen der Abwechslung und auch Abnutzung. Sie geben es doch gerne, winken Niemzs ab – Katzen sind sie sowieso verbunden. „Wir haben selber einen reinen Stubentiger – ein Britisch Kurzhaar“, bekundet das Paar. Mittlerweile besteht die Patenschaft seit einem halben Jahr. „Wir unterstützen mit den 400 Euro pro Jahr eben genau solche nicht vermittelbaren Katzen“, machen die Tierfreunde klar. Zusätzlich brächten sie etwa einmal im Vierteljahr noch eine Futterspende vorbei. „Nur schade, dass die beiden ihre Schützlinge noch nicht einmal gesehen haben“, bedauert Monika Finn. Corona sei Schuld.

Die Tierpension
Etwa 80 derartige Paten und Sponsoren habe das Tierheim momentan, berichtet die Vereinsvorsitzende Vera M. Besler. Dies sei eine finanzielle Stütze des Tierheims. Die andere ist die Tierpension. Vor allem diese ist aktuell bedeutsam. „Die Pension ist voll“, macht Vera M. Besler klar. Jetzt, in der Zeit nach Lockdown und Homeoffice, ziehe es die Leute wieder raus. „Und dann müssen irgendwie die Tiere versorgt werden“, ordnet die Arzbergerin ein. Aufgrund dieser Lage rate sie, lieber erst die Tierpension zu buchen und dann die eigentliche Urlaubsreise.

Als Pensionsgäste nehmen sie nur Kleintiere. „Also Katzen, Meerschweinchen oder Kaninchen“, nennt Vera M. Besler ein paar Beispiele. Für Hunde fehle die entsprechende Ausstattung. Trotzdem gehörten drei Hunde zum Tierheim. „Der eine ist meiner, der andere gehört Monika Finn. Und der Dritte ist quasi unser Büroschoßhund – er ist übrigens blind“, erläutert die Vereinsvorsitzende.

Seit 20 Jahren gibt es das Tierheim in Arzberg nun schon. Nach dieser Zeit machen sich all die Jahre bemerkbar. „Es muss einiges repariert werden“, sagt Vereinsvorsitzende Vera M. Besler. In den Holzhütten sei zum Beispiel die Innenverkleidung zu erneuern.

Zahlen und Fakten
Das Tierheim in Arzberg feiert dieses Jahr übrigens sein 20-jähriges Bestehen. Auf rund 7000 Quadratmetern finden beispielsweise Kaninchen, Meerschweinchen und auch Gänse ein neues Zuhause. Ein Igelgarten gehört ebenso zum Areal wie eine Streuobstwiese. „Dort machen wir Heu“, verdeutlicht Vera M. Besler. Das Gebäude selbst umfasst 500 Quadratmeter und beherbergt die aktuell 51 Katzen. „Hinten sind Freigehege angebaut“, weist die Arzbergerin auf  die Katzenzimmer mit Freitritt hin. Zehn dieser Katzen seien auch vermittelbar. Und wie ging das Ganze mal los? „1995 – mit zwei kranken Igeln.“

 


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