Dienstag, 28. September 2021
Montag, 26. Juli 2021

"Wir mussten einen Start von Null auf Hundert hinlegen"

Familie Korzeniak/Schulz aus Dresden gehört zu den Dauercampern in Mahlitzsch. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dommitzsch/Mahlitzsch. Als die TZ das letzte Mal im Mai zu Besuch auf dem Campingplatz in Mahlitzsch war, herrschte gerade gedrückte Stimmung. Jetzt sah sich Redakteur Nico Wendt erneut auf dem Lindenmühlenberg um. 

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Als die TZ das letzte Mal im Mai zu Besuch auf dem Campingplatz im Dommitzscher Ortsteil Mahlitzsch war, herrschte gerade gedrückte Stimmung. Corona hatte den Saisonstart erneut gründlich verdorben. Wie schon im vergangenen Jahr. Da wo sonst Urlauber und Gäste fröhlich plaudernd vor Zelten, Campingmobilen oder Bungalows saßen, präsentierte sich gähnende Leere. Und Annett Muth, Geschäftsführerin des Campingplatzes, blickte sorgenvoll in die Zukunft. Sie befürchtete, dass der Lockdown noch bleiben und dem Familienbetrieb weitere bittere Einbußen bescheren würde. 

Gute Resonanz 

Gut drei Monate später ist die Zuversicht bei Annett Muth zurückgekehrt. Die junge Frau sitzt mit einem strahlenden Lächeln in der Rezeption und schwärmt vom vergangenen Wochenende. Da war auf dem Areal am Lindenmühlenberg besonders viel los. Tagesgäste, Wochenendbesucher, Touristen vom nahen Elberadweg, Dauercamper: An allen Ecken und Enden auf dem fünf Hektar großen Grundstück saßen Menschen entspannt und gut gelaunt beieinander, ließen die Seele baumeln, hörten Musik oder hatten den Gas-Grill angeworfen.

„Eigentlich wollten wir noch alle Kinder einladen, um ein Lagerfeuer anzuzünden und Knüppelkuchen zu backen. Aber das war bei Waldbrand-Warnstufe 5 leider nicht möglich“, bedauert die Inhaberin. Aber mit dieser Resonanz könnte es in den kommenden Wochen ruhig weiter gehen, lacht Annett Muth. Schließlich sei Ferienzeit. 

Angst ist gewichen 

Ihre Angst, durch Corona einen „schwarzen Sommer“ zu erleben, ist gewichen. Wenn die Mahlitzscherin auf die vergangenen Monate zurückblickt, wirkt sie entspannt. Denn Mitte Mai sei es schlagartig wieder aufwärts gegangen – genau in dem Maße, wie die Inzidenzwerte sanken. „Wir mussten einen Start von 0 auf 100 hinlegen. Vor allem Pfingsten lief sehr gut, weil sich andere Bundesländer noch im Lockdown befanden“, schmunzelt sie. 

Das Landratsamt gab grünes Licht und die Campingplatz-Betreiberin bemühte sich, alle Vorschriften und Regeln einzuhalten. „Wir durften anfangs nur 60 Prozent der Besucher empfangen, konnten aber aufgrund der Größe des Areals auf Maske und Test-Nachweise verzichten. Es gab Anmeldungen, aber manche sprangen gleich wieder ab. Wahrscheinlich, weil sie auch anderswo gebucht hatten. Das war für uns ungewohnt. Man spürte überall die Verunsicherung“, so Annett Muth. 

Zauberwort 

Sie aktualisierte das Hygienekonzept vom letzten Jahr und suchte den Kontakt zum Landratsamt und zur Stadt Torgau, die im Strandbad selbst einen Campingplatz betreibt, um sich beraten zu lassen. „Das hat derart gut geklappt, dass man uns dann sogar Gäste nach Dommitzsch schickte, als in Torgau voll war“, lacht sie. Mittlerweile herrsche auf dem Lindenmühlenberg wieder weitgehend Normalität. „Abstand“ – lautet das Zauberwort. Darüber hinaus werden Sanitäranlagen und andere Anlaufpunkte ständig gesäubert und desinfiziert. 

Man habe zwar weniger ausländische Gäste, vor allem die Holländer fehlen, dafür sei aber der Zuspruch aus dem eigenen Land gut. Inzwischen ist die Auslastung ähnlich wie in normalen Jahren. „Richtig ausgebucht sind wir ja nie, weil das Gelände so weitläufig ist und wir uns nicht gerade in einem Urlaubsgebiet befinden. Aber damit können wir gut leben“, sagt Annett Muth, die über die Unterstützung der Familie, insbesondere der Eltern, sehr dankbar ist. 

Jubiläum 

Nächstes Jahr wolle man auf dem Campingplatz 30jähriges Jubiläum feiern. Die Inhaberin verbindet zudem große Hoffnungen mit der LAGA in Torgau, die reichlich Besucher bescheren könnte. Stolz ist sie auch, dass viele Besucher von der herrlichen Natur und der Idylle in Mahlitzsch begeistert sind und oftmals zurückkehren. 

Die rund 60 Dauercamper sorgen für eine durchgehend passable Auslastung. „Natürlich fehlen in diesem Jahr die Einnahmen der ersten zwei Monate, in denen wir nicht öffnen durften. Dafür wollen wir jetzt aber die Saison bis Mitte Oktober verlängern, wenn das Wetter und die Corona-Situation mitspielen“, sagt Annett Muth.

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