Dienstag, 28. September 2021
Mittwoch, 1. September 2021

Von der Festival-Familie für große und kleine Musikfans

Nightlife beim Colors of Beat. Foto: CoB2020 ?

von unserer Redakteurin Julia Sachse

Mehderitzsch. Das Reaggea- und Ska-Familienfestival "Colors of Beat" startet am Freitagabend. TZ entlockte den Veranstalter einige Insider-Informationen zu den Abläufen hinter den Kulissen...

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Mehderitzsch. Die Liste der mitwirkenden Künstler und Bands ist lang: 15 Namen stehen darauf, einige könnten sogar Einfluss darauf gehabt haben, dass in diesem Jahr mehr Tickets an Auswärtige verkauft wurden als an „übliche Verdächtige“ aus dem Raum Torgau, vermutet Dominik Schubert vom Organisationsteam des das „Colors of Beat“ ausrichtenden Vereins Kulturfarben. Am kommenden Wochenende findet das Festival von Freitagabend bis Samstagabend statt und es scheint, als hätte es sich nicht nur unter einigen wenigen der regionalen Partyszene einen Namen gemacht.

 

Unter den kleinen Festivals
eine große Nummer

 

„Wir haben diesmal viele Fans aus dem Raum Berlin dazu gewonnen, was durchaus damit zusammenhängen könnte, dass Ganjaman als dort etablierter Act sie quasi mit nach Torgau ‚gezogen’ haben könnte.“ In den vergangenen zwei Jahren haben nur wenige Veranstalter Konzerte oder Festivals mit dem Schwerpunkt Reggae, Ska und Rocksteady realisieren können, weshalb die Fans aus der Szene nun auch gern einen längeren Anfahrtsweg auf sich nehmen, um mal wieder das entspannte Lebensgefühl Jamaikas und die dazu passende Lieblings-Live-Musik genießen zu können. 

Auch die Booking-Agenturen und Künstler sind natürlich froh, dass Open Airs wieder – wenn auch unter bestimmten Auflagen – stattfinden können. Aber: Wenn nur wenige in einer solchen Nische agieren, gräbt man sich dann nicht gegenseitig ein bisschen das Wasser ab, wenn es darum geht, erfolgreiche und beliebte Bands zu akquirieren?

„Nein, nein. Wir sind sehr gut miteinander vernetzt. Eigentlich ist das ,CoB’ ja auch im September das einzige Reggae-Festival in einem sehr großen Umkreis, viele andere finden sonst in den Vormonaten statt, wurden aber für dieses Jahr nochmals abgesagt. Unglücklicherweise findet diesmal aber zeitgleich mit unserem auch das verschobene Ska-Festival in Roßlau statt. Da wir die Veranstalter aber auch kennen, konnten wir uns im Vorfeld mal an einen Tisch setzen und einander verraten, wer welche Bands anfragen will, damit wir uns nicht überschneiden. Keiner will dem anderen schaden, sondern für alle einfach ein gutes Wochenende organisieren – und der Pool an Künstlern ist ja auch nicht winzig, sodass beide Veranstaltungen mit tollen Line-Ups aufwarten können. Trotz gleichen Termins!“, erklärt Schubert. „Für die Planung des ,CoB’ können wir auf ein gutes Netzwerk zurückgreifen, das ist das A und O.“

 

Zwei Tage lang eine 
große Familie

 

Und das „CoB“ hat – außer der Musik – noch einiges weiteres zu bieten. Seit jeher ist es ein Termin, auf den sich Familien gemeinsam freuen können. In diesem Jahr heißt das neben Hüpfburg, Kinderdisco und -schminken sowie Do-it-yourself-Zuckerwatte auch, dass man zusammen dem Reggaehasen Boooo lauscht, dessen Geschichte mit ganz viel Sinn für Ska und mit prominenter Bandunterstützung der Dresdner Kultband Yellow Umbrella die Bühne zum Märchenwald machen wird. Danach gibt es die Möglichkeit, mit Dancehall-Tänzerin Sophia Drechsel zu lernen, wie man die Hüften zu jamaikanischen Rhythmen kreisen lässt. Während die Eltern diesen Workshop oder einen Cocktail mit den Füßen im Waldbadsand genießen, können die Kids übrigens gut beaufsichtigt baden, spielen und unterm Kinderzelt zur Mini-Disco selber auflegen und „hoppeln“, verspricht Alfred Slotta. Bis 19 Uhr ist eine Bademeisterin vor Ort, danach werde der Badebereich allerdings aus Sicherheitsgründen gesperrt. Am Zelt, an der Hüpfburg – überall sorgen Mitglieder und Unterstützer des Vereins Kulturfarben dafür, dass die jüngsten Gäste sicher toben können und jederzeit auch wieder von ihren Geschwistern und Eltern gefunden werden. 

Die Veranstalter wissen: Wer mit Kind und Kegel kommt, will sicher sein können, dass der Tag für alle schön wird. Und nicht nur das: Auch das komplette Team – vom Bühnenbauer bis zur Barfrau – fühlt sich dem Anlass entsprechend familiär verbunden. „Wir können uns auf jeden Einzelnen verlassen, das hat die Erfahrung gezeigt und macht uns stolz. Schließlich arbeiten hier alle für den Verein, verzichten auf ihren Lohn und freuen sich einfach mit dabei zu sein, dem Ganzen etwas beizutragen. Das ist ein richtig gutes Gefühl, das von einem Team sagen zu können!“, so Slotta weiter. 

 

Saubere Sache, 
das „CoB”!

 

Der Reggae-Lifestyle, der ab Freitag in Mehderitzsch gefeiert wird, erstreckt sich übrigens auch auf Randbereiche des Festivallebens. Vielerorts rücken nach solchen Veranstaltungen Müllsammelteams an, um mit vereinten Kräften einer nicht unerheblichen Menge an Abfall Herr zu werden. „Das machen wir zwar auch, aber letztes Jahr war der Einsatz fast schon etwas enttäuschend.“, lacht Dominik Schubert. „Allerdings im besten Sinne! Das wenig beliebte Kippenlesen auf dem Gelände förderte nicht mal zwei Hände voller Zigarettenstummel zu Tage und im gesamten Areal haben wir sage und schreibe einen einzigen 0,4-Liter-Becher gefunden.“ – Wie haben Sie das Ihren Gästen so gut „anerzogen“? – „Ganz einfach: Wer bei uns campen möchte, bekommt schon beim Ankommen einen Müllsack in die Hand gedrückt. So sind alle schonmal sensibilisiert, ihre eigenen Hinterlassenschaften wieder mitzunehmen. Und dann achten viele von ihnen auch zwischen Bühnen und Bars darauf, dass alles im Müll landet, was da auch hingehört. Das wird dann weniger als Gruppenzwang praktiziert, sondern im Sinne eines Herdentriebes bei anderen beobachtet und dann nachgemacht. Einfach klasse und lobenswert!“ Schließlich befinde man sich in der freien Natur und die zu respektieren und zu schützen, gehört für viele Reggae-Fans einfach dazu.

 

Gegenseitiger Schutz 
ist Trumpf

 

Apropos: Mit welchen Auflagen müssen Besucher denn hinsichtlich der Corona-Verhütung rechnen? Alfred Slotta klärt auf: „Wir halten uns an die geltende Sächsische Allgemeinverfügung, haben ein Hygienekonzept vorgelegt und sichern die Kontaktnachverfolgung durch Listen, die nach der Veranstaltung fristgemäß vernichtet werden.“

 

Im vergangenen Jahr gab es einige Künstler, die zur Wackelpartie wurden, weil sie beispielsweise aus Frankreich einreisen mussten, was damals noch als Risikogebiet galt und eine Quarantäne bei Ankunft am Ziel erforderte. Dieses Mal konnte dieser Aspekt mit mehr Weitblick berücksichtigt werden. „Sollte deshalb noch jemand ausfallen, wovon wir bisher nicht ausgehen müssen, hätten wir Ersatz in der Hinterhand“, versichert Dominik Schubert. Einem „chillig-geselligen“ Partywochenende steht also nichts mehr im Wege – außer vielleicht das Wetter. Wobei: Was wäre ein richtiges Festival ohne Gummistiefelmomente?

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