Dienstag, 28. September 2021
Donnerstag, 2. September 2021

Dominik Krumbiegel: "Bienen fühlen sich noch wohler"

Seitdem Dominik Krumbiegel, Marktleiter bei Marktkauf in Oschatz, das erste Mal den Oschatzer Stadthonig probiert hat, kommt ihm kein anderer Honig mehr aufs Frühstücksbrötchen.Foto: Dirk Hunger

Von unserem Redakteur Heiko Betat

Der neue Oschatzer Stadthonig bei Marktkauf wird ein ausgezeichneter Jahrgang

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Oschatz. Bei Marktkauf in Oschatz summt und brummt es seit zwei Jahren. Und das sei gut so, meint Dominik Krumbiegel. Warum das Bienenprojekt, das der Markt gemeinsam mit dem Lampertswalder Imker Lars Thieme angeschoben hat, eine Erfolgsgeschichte ist, erläuert der Marktleiter im Gespräch am Sonntag.

 

SWB: Herr Krumbiegel, mögen Sie Honig?
Dominik Krumbiegel:
Na klar! Zum Frühstück aufs Brötchen zum Kaffee – ein Genuss.

War es diese Begeisterung, die den Anstoß für das Marktkauf-Bienenprojekt gab?
Es war eher der Aspekt der Nachhaltigkeit und Regionalität. Steht  man in Supermärkten vor dem Honigregal, so findet man Produkte aus Frankreich oder Spanien. Es ist aber wichtig, regionalen Honig anzubieten.


Aus der Überzeugung reifte der Entschluss. Wie nahm das Bienenprojekt konkrete Formen an?
Rein zufällig sind wir mit Lars Thieme, einem Imker aus der Region, ins Gespräch gekommen.  Er war gerade auf der Suche nach einem neuen Absatzweg. Er meinte, es wäre eine coole Geschichte, seinen Honig mit ins Sortiment zu nehmen. Die Imkerei, die er zu dem Zeitpunkt noch nebenberuflich betrieb, ist nun sein Beruf, die „Schönste Streuobstwiese Nordsachsens“ der „Arbeitsplatz“ seiner mittlerweile über 100 Bienenvölker.     


Inzwischen gibt es bei Marktkauf neben Honig aus der Region sogar welchen direkt aus Oschatz ...
Ja, der Oschatzer Stadthonig war die zweite Idee. Diese entstand, als wir überlegten, wie wir die große Fläche hinter unserem Markt nutzen könnten.


Wie sahen die Anfänge aus?
Anfangs waren es drei Bienenvölker, mit denen herausgefunden werden sollte, ob der Standort passt. Wir haben Wildblumen gepflanzt und Heidelbeeren. Daneben gab es ein Erdbeerfeld. Lars Thieme war begeistert von der Ausbeute. 2020 belief sich der Ertrag auf 250 Gläser.


Das war die Testphase. Wie ging es weiter?
Wir haben die Fläche vergrößert, und im Frühjahr haben unsere Floristinnen dort nicht mehr verkäufliche Frühjahrsblüher, zum Beispiel Primeln, gepflanzt. Außerdem wurde vom Freistaat Sachsen gestifteter Wildblumensamen eingesät. Jetzt leben auf der Fläche zehn Bienenvölker. Somit ist mit einer viel größeren Menge Oschatzer Stadthonig zu rechnen. Und das ist gut, denn die Gläser waren innerhalb von zwei bis drei Wochen ausverkauft.


Die Heimat als „Herkunftsland“, die auf ein Minimum geschrumpften Transportwege sind zugkräftige Verkaufsargumente. Welche noch?
Die Wege sind wirklich kurz. Im nahen Lampertswalde wird der Honig geschleudert. Somit bleibt der ökologische Fußabdruck klein. Letztlich ist es aber vor allem der Geschmack. Unsere Kundinnen und Kunden bestätigen: Der Oschatzer Stadthonig ist nicht vergleichbar mit üblichem Honig. Der Unterschied sei wie Tag und Nacht, hören wir immer wieder.


Woraus resultiert der besondere Geschmack?
Das liegt sicherlich an der Bienenweide mit den Sommerblumen, Brombeeren und vielen anderen blühenden Pflanzen. Auf dieser fühlen sich die Bienen sehr wohl, und vor allem dort „grasen“ sie die Pflanzen ab. Das ergibt den Sommergeschmack, der den Sommerblumenhonig auszeichnet.


Honig aus der Lampertswalder Landimkerei Thieme haben Sie ganzjährig im Sortiment. Wann gibt es wieder den Oschatzer Stadthonig?
Wann es wieder Gläser mit dem von uns entwickelten Stadthonig-Logo geben wird, kann ich leider nicht genau sagen. Wir hoffen allerdings, dass wir den Oschatzer Stadthonig Ende September bei uns im Marktkauf Oschatz verkaufen können Den richtigen Zeitpunkt erkennt der Imker am Verhalten der Bienen, wenn sie träger werden und zur Winterruhe übergehen. Aber schon jetzt geht er davon aus, dass der diesjährige Honig noch besser ist als jener von 2020. Man schmecke, dass sich die Bienen noch wohler fühlen.


Gibt es Pläne, die Stadthonig-Idee noch weiter voranzutreiben?
Uns geht es nicht um Menge, sondern um Regionalität und darum, die Imkerei zu unterstützen. Das bedeutet auch, dass die Preise aus Herrn Thiemes Hofladen unsere Verkaufspreise sind. Grundsätzlich gilt für uns: Wenn sich mit regionalen Lieferanten etwas realisieren lässt, machen wir das. Natürlich haben wir auch Ideen, was sich aus dem Bienenprojekt außerdem vermarkten ließe.


Sie teilen die Begeisterung Ihrer Kundinnen und Kunden für den Honig aus der Heimat?
Unbedingt. Mittlerweile esse ich nur noch DEN Honig. Vor allem anfangs habe ich den Unterschied immens gemerkt. 

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