Dienstag, 28. September 2021
Montag, 13. September 2021

Sind Wahlplakate noch zeitgemäß?

Wahlplakate sind immer wieder Ziel von Vandalismus. Foto: dpa

Von unserer Redakteurin Laura Krugenberg

Torgau. Wahlwerbung 2021: Worauf die Parteien achten und was Wähler davon halten.

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?Schwieriger als gedacht verlief die Suche nach Wahlplakaten für die Bundestagswahl am 26. September, jedenfalls in der Torgauer Innenstadt. Lediglich eine Handvoll hängen rund um den Rosa-Luxemburg-Platz, aber wirklich ins Auge fallen diese auch nicht. Das liegt unter anderem daran, dass es für das Anbringen von Wahlplakaten relativ viele Beschränkungen innerhalb der Kommunen gibt. Die TZ hat bei den Parteien und Wählern nachgefragt, worauf es bei Wahlwerbung ankommt und ob Wahlplakate im digitalen Zeitalter überhaupt noch sinnvoll sind. 

Wenig Platz für Inhalte

Bei der CDU-Kandidatin, Dr. Christiane Schenderlein, geht es insbesondere um die Sichtbarkeit, das Gesicht und den Namen. Denn laut ihr, sei vor allem auf den A1-Plakaten nicht viel Platz für viel Inhalt. Deshalb wurden erstmalig Themengroßflächen für Nordsachsen gestaltet, die Wirtschaft, den ländlicher Raum und Familie in den Fokus rücken. Auch Martin Richter, Kandidat der FDP, setzt auf eine einfache Gestaltung: Mit seinen Slogans „Stimme für Nordsachsen“ und „Aus Liebe. Zur Freiheit.“ will er seine „Liebe zu unserem Land, zu Sachsen und besonders zu Nordsachsen” verdeutlichen. Bei dem SPD-Kandidaten Rüdiger Kleinke stehen ähnliche Schwerpunkte im Fokus: Heimat, Arbeit und Sicherheit für die Region. Doch reicht das, um Wähler zu mobilisieren? Auf Facebook hat die TZ bei den Lesern nachgefragt, was Sie von der Wahlwerbung in der Region halten. In den Antworten ist oft von „Geldverschwendung” die Rede, denn der Meinung einiger Nutzer zufolge, machen die Wahlplakate der Parteien nur falsche versprechen. Kritisiert wurde auch, dass auf den Plakaten immer die gleichen Inhalte zu lesen sind: „Haben sich die Wahlplakate in den letzten 16 Jahren überhaupt mal verändert?” fragt deshalb ein Nutzer.  Auch wenn der Großteil des Wahlkampfes mittlerweile über Internet und TV stattfindet halten nicht alle TZ-Leser Wahlplakate für ein veraltetes Medium: „Nicht jeder in unserer Bevölkerung hält sich in den sozialen Medien auf, hat Internet oder schaut fern. Aus diesem Grund sind solche Plakate wichtig.“

Vandalismus

Das viele die Plakatierung für wenig sinnvoll halten zeigt sich nicht nur im Netz - Wahlwerbung ist immer wieder  Ziel von Zerstörungswut, wodurch teils hohe Sachschäden entstehen. Das bestätigen auch die Parteien, die auf die TZ-Anfrage geantwortet haben: Plakate werden abgerissen, beschmiert, überklebt oder werden gestohlen. Laut FDP-Kandidat häufen sich solche Vorfälle besonders im Raum Torgau. Hier wurden A1 Plakate unter anderem mit sogenannten „fake news“ beklebt. Erst am Freitag beschmierten in der Beilroder Bahnhofstraße zwei Personen ein Wahlplakat der FDP und weitere polizeibekannte Personen versahen ein ADF-Plakat mit mehreren Aufklebern. Die Polizei hat  nun die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung aufgenommen. 

“Beliebte Sammlerstücke”  

Die Wahlwerbung einer Partei ziehe aber besonders viel Aufmerksamkeit auf sich. Die PARTEI, bezeichnet ihre Plakate deshalb als “echte Sammlerstücke”, weshalb diese nicht beschädigt, sondern vornehmlich geklaut werden. Die Satire-Partei sieht dies aber nicht als ein Akt von Vandalismus, ganz im Gegenteil. “Um es unseren Anhängern leichter zu machen und die Unfallgefahr zu verringern, hängen wir sie so niedrig, dass man selbst im schlimmsten Fall mit einem einfachen Bruch davonkommt. 

Im besten Fall mit einem wertvollen Plakat”, antwortet Kandidat Karsten Gutjahr. Deshalb findet man mittlerweile nur noch selten Wahlplakate der Partei. Zu dem beliebtesten Motiv unter “Sammlern” zähl der sogenannte „Arminion“, eine Karikatur, die den CDU-Kanzlerkandidaten eine gelbe Figur einer beliebten Kinderfilm-Reihe, zeigt.

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