Dienstag, 28. September 2021
Mittwoch, 15. September 2021

"Wir müssen aufhören, die Schuld hin und her zu schieben"

Die Alte Elbe in Döbern. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Döbern. Seit langem erhitzt das Wasserproblem an Weinske und Grube in Döbern die Gemützer: Jetzt hat Elsnigs Bürgermeister Stefan Schieritz einen Runden Tisch mit Behörden und Anglern im Haus der Presse in Torgau organisiert. 

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Das Wasserproblem in der Gemeinde Elsnig hat zuletzt permanent für erhitzte Gemüter gesorgt. Eigentlich seit 2015 stehen die Alte Elbe Döbern und die Weinske immer wieder im Blickpunkt. Der heiße Sommer vor sechs Jahren ließ erstmals die Pegel extrem sinken und bescherte den Anglern ein katastrophales Fischsterben. Seitdem haben sich beide Gewässer nicht mehr richtig erholt. 

Ebbe 

Zwar gab es mal kurzzeitige Phasen der Entspannung nach heftigen Niederschlägen. Aber schnell herrschte in der Grube Döbern wieder Ebbe. Das gleiche galt für die Weinske, die bei Polbitz in die Elbe fließt. Die Angler sehen sich in ihren Bemühungen, das Wasser aufzuhalten, vielfach von den Behörden blockiert. 

Es gab in der TZ schon heftige Leserbriefe und bei Facebook im Internet ein brisantes Statement des Elsniger Anglerchefs. Das alles weckte bei Bürgermeister Stefan Schieritz die Idee, einen Runden Tisch mit den Beteiligten zu organisieren. Ein erster Versuch im vergangenen Jahr fiel allerdings wegen der Corona-Pandemie ins Wasser. Jetzt nimmt das Elsniger Oberhaupt einen neuen Anlauf, um die Veranstaltung nachzuholen. Sozusagen an neutraler Stelle im Haus der Presse der Torgauer Zeitung sollen am 7. Oktober um 17 Uhr Behördenvertreter und Angler an einen Tisch.

Große Vielfalt 

„Es geht nicht darum, sich mit Vorwürfen zu konfrontieren. Ein ewiges Hin und Her bringt niemanden etwas. Wir möchten sachlich und zielorientiert nach Lösungsansätzen suchen“, beschreibt der Bürgermeister das Anliegen. Seiner Meinung nach dürften die Interessen aller Beteiligten gar nicht soweit auseinander liegen. „Es kann doch allen Seiten nur daran gelegen sein, lebendige Gewässer in der Region zu haben mit einer Vielfalt an Pflanzen und Tieren, ob Kleintiere, Vögel oder Fische“, so Stefan Schieritz. 

Wenn die Weinske und die Grube Döbern mehr und mehr austrocknen und verlanden, bringe das niemanden etwas. Es müsse doch irgend etwas machbar sein, EU-Rahmenrichtlinie hin oder her, meint Schieritz und spielt dabei auf die Kritik der Angler an. Denn diese bemängeln, dass nach der Wende sämtliche Bauwerke wie Staustufen und Rückhalte-Dämme zur Wasserregulierung verschwunden seien. „Unsere Väter und Urgroßväter haben sich damals auch etwas dabei gedacht, als sie solche Dinge errichteten. Und sie waren sicher nicht gegen den Naturschutz“, sagt der Gemeinde-Chef, der nun ein wenig als Vermittler auftreten will. Einladungen schickte er an das Sächsische Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft direkt an das Büro von Minister Wolfram Günther, der übrigens die Grube in Döbern aus eigenem Erleben kennt. Seine Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hatte vor drei Jahren angeregt, hier ein Biosphärenreservat auszuweisen. 

Viele Ideen 

Eingeladen seien auch Vertreter der Unteren Wasserbehörde beim Landratsamt Nordsachsen sowie der Erste Beigeordnete Dr. Eckhard Rexroth, Vertreter der Landestalsperrenverwaltung, des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, des Anglerverbandes Leipzig, der örtlichen Anglervereine und der Biberbeauftragte. 

„Es gibt genug Vorschläge und Ideen, wie man ein bisschen für mehr Wasser in der Weinske und in der Alten Elbe Döbern sorgen könnte und wie man die Probleme anpacken kann. Jetzt müssen wir mit den Behörden klären, was machbar ist“, erklärte Stefan Schieritz. Er verdeutlichte, dass beide Gewässer in der Gemeinde Elsnig eine große Bedeutung haben, die weit über das Angeln hinaus geht. Das Elbvorland, alte Elbarme und die Weinske, die sich mitten durch das Territorium schlängelt, geben der Landschaft ein reizvolles Gepräge. Weinske- und Elbaue sind Biotopkomplexe, die Gewässer beliebte Ausflugsziele für Angler und Touristen aus nah und fern, zeichnete der Bürgermeister schon in der Einladung ein anschauliches Bild. Diese Schätze der Natur seien aber stark bedroht. 

Gemeinsamer Weg 

„Wir wollen aufhören, nur die Schuld hin und her zu schieben. Wir müssen die Probleme klar aufzeigen, Lösungen suchen und Kompromisse finden, um einen gemeinsamen Weg zu gehen“, fasste der Bürgermeister zusammen. Ein Teil der geladenen Gäste hätten ihr Kommen schon angekündigt. Bei anderen stünde die Zusage aber noch aus.

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