Dienstag, 19. Oktober 2021
Montag, 27. September 2021

"Unzufriedenheit spiegelt sich wider"

von unserem Redakteur Nico Wendt

Nordsachsen. Die TZ befragte einige Bürgermeister der Torgauer Region zum vergangenen Wahlsonntag. 

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Heike Karau, Bürgermeisterin Dommitzsch: Erst einmal möchte ich mich bei allen bedanken und freue mich über die hohe Wahlbeteiligung von 86 Prozent in unserer Gemeinde. Auch bin ich sehr stolz, dass mein Team nach dem Verlust unserer langjährigen Hauptamtsleiterin und Wahlleiterin Frau Götz jetzt diesen Wahlsonntag bestens bewältigt hat. Mein Dank geht hier an Frau Bienwald und Frau Kasner, die diesen federführend gemanagt haben  sowie an Frau Sonntag und an die übrigen Helfer in den drei Wahllokalen. Es lief überall ohne Probleme. Ich selbst habe mich vor Ort davon überzeugen können. Das Ergebnis sehe ich als ein Zeichen der Bürger, das in Berlin als solches auch wahrgenommen werden sollte. Jede Partei sollte die entsprechenden Schlüsse daraus ziehen. Demokratie bedeutet auch, dass ein solches Wahlergebnis der Bürger zu akzeptieren ist. Man muss nun das Beste daraus machen.

 

Holger Reinboth, Bürgermeister Arzberg: Arzberg hat mit 38,6 Prozent den höchsten Anteil von AfD-Wählern im Landkreis Nordsachsen. Hier spiegelt sich sehr wahrscheinlich die sehr große Unzufriedenheit der Bürger mit der aktuellen Bundespolitik wider. Ich würde mir nun für die Bundespolitik wünschen, dass zeitnah eine Regierung gebildet wird – egal in welcher Konstellation–, die schnell arbeitsfähig wird und die vorgesehenen Projekte umsetzt. Die größte Erkenntnis der Bundestagswahl 2021 ist: Es gibt in Deutschland keine Volksparteien mehr. Keine Partei hat es über 25 Prozent geschafft. 

 

Stefan Schieritz,Bürgermeister Elsnig: Ich bin zwar kein FDP-Kreisvorsitzender mehr, weil ich mich komplett auf mein ehrenamtliches Bürgermeisteramt konzentrieren wollte. Dennoch bleibe ich aus tiefstem Herzen Liberaler und bin als solcher positiv überrascht vom guten Ergebnis. Wir haben auch im ländlichen Raum im Schnitt drei bis vier Prozent zulegen können. Auch in der Gemeinde Elsnig hat die FDP gut abgeschnitten. In meiner Person als Bürgermeister habe ich die gesunkene Wahlbeteiligung zur Kenntnis genommen. Ich denke, dass es damit zusammenhängt, dass wir nur noch zwei Wahllokale in der Gemeinde geöffnet hatten. Früher gab es mal fünf Wahllokale. Da müssen wir uns Gedanken machen, ob wir da nicht eine andere Lösung finden können. Das Kommunalamt hatte im Vorfeld die Gefahr gesehen, dass bei unter 50 Personen das Wahlgeheimnis gefährdet wäre. Deshalb haben wir uns mit dem Gemeinderat auf zwei Lokale verständigt.

 

Herbert Schröder,Bürgermeister Trossin: Die Wahlbeteiligung war in unserer Gemeinde sehr gut. Wir liegen im Schnitt um die 80 Prozent in den Ortsteilen. So hoch war der Zuspruch lange nicht. Viele Einwohner nutzten auch die Möglichkeit der Briefwahl. Ich habe mich zudem gefreut, dass es in den vier Wahllokalen so gut gelaufen ist. Es gab keine Wartezeiten, es herrschte ein gleichmäßiges Kommen und Gehen. In Roitzsch hatten wir auch vier junge Frauen, die zum ersten Mal als Wahlhelferinnen mitgewirkt haben. Ihnen und allen anderen Helfern ein großes Dankeschön. Zum Ergebnis: Ich habe noch nicht die gesamte Übersicht vorliegen, aber als Kandidatin hat wohl Frau Dr. Schenderlein und als Partei die AfD sehr gut abgeschnitten. Es wird Gründe geben, warum viele Bürger gerade dieser Partei ihre Stimme geben. Die Bundespolitik sollte die entsprechenden Schlüsse daraus ziehen. Man darf diese Wähler auf keinenFall verunglimpfen.

 

René Vetter,Bürgermeister Beilrode:Deutschland hat gewählt. Es war eine demokratische und zum Teil spannende Wahl. Das Ergebnis ist bekannt. Wir konnten alle unsere neun Wahllokale personell besetzen. Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei den 63 ehrenamtlichen Wahlhelfern! Das ist nicht selbstverständlich. Vielen Dank vor allem auch an die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung und Kitas, die mit im Einsatz waren. Es liegt nun an den Parteien, aus dem Wahlergebnis die entsprechenden Schlüsse zu ziehen und vor allem eine handlungsfähige Regierung zu bilden. Nicht nachvollziehen kann ich allerdings, warum der Bundestag nach jeder Wahl personell immer größer wird. Als Kommunen sind wir zur Sparsamkeit gezwungen. Auch ich hätte gern mehr Mitarbeiter in der Verwaltung, im Bauhof, in den Schulen und den Kitas. Das kann ich mir einfach nicht leisten! Darüber sollte mal nachgedacht werden! 

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