Dienstag, 19. Oktober 2021
Mittwoch, 29. September 2021

Viel Geduld und starke Nerven waren gefragt

Symbolisches Banddurchschneiden. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dommitzsch. Am Mittwoch Vormittag wurde die neue Gewerbestraße zwischen B 182/Drebligar und Commende feierlich eingeweiht. 

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Irgendwie passte es ins Bild, dass es am Mittwoch Vormittag beim symbolischen Band-Durchschneiden in Strömen goss. Bei der Errichtung der neuen Gewerbestraße südlich von Dommitzsch war in den zurückliegenden Jahren vieles nicht nach dem Geschmack der Bauherren gelaufen. Für das Gemeinschaftswerk der Kommunen Dommitzsch und Elsnig brauchte es insgesamt einen langen Atem, viel Geduld und starke Nerven. 

Sturm

Das ließ später im trockenen Infocenter auch Bürgermeisterin Heike Karau in ihrer Festrede anklingen. Dorthin waren alle Gäste – darunter Vertreter der Baufirmen, Planer, Behördenvertreter, Fördermittelgeber etc. – fast schon geflüchtet, um nicht bis auf die Knochen nass zu werden. Lächelnd sprach die Stadtchefin von scheinbar schlechtem Karma. Denn schon beim 1. Spatenstich im April 2017 hatte man Pech mit dem Wetter. Damals riss ein böiger Sturm das kleine Festzelt im Ortsteil Commende aus der Verankerung. Jetzt könne ja nur alles gut werden, lachte Heike Karau und ihr Elsniger Amtskollege Stefan Schieritz versäumte es nicht, sich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und den „kurzen Draht“ untereinander zu bedanken. Gerade bei diesem Großprojekt sei es enorm wichtig gewesen, viele Probleme auf dem schnellen Dienstweg per Telefon klären zu können. Während die Errichtung des Kreisverkehrs bei Commende mit einer Bauzeit von knapp vier Monaten noch relativ schnell gegangen war und man sogar noch 30 Prozent billiger bauen konnte als zuvor geschätzt, traten später größere Hürden und Herausforderungen zu Tage. 

Ein ICE 

Der Ausbau der alten Bahnquerung Torgau-Pretzsch entsprechend der geltenden Vorschriften wurde richtig teuer. Hier kann jetzt ein ICE fahren, aber nur auf 100 Meter, betonte die Bürgermeisterin. Nach archäologischen Funden (Siedlungsreste aus der Bronzezeit) gab es vorübergehend einen Baustopp. Ein Teil der Straße musste plötzlich 40 Zentimeter höher gebaut werden. Schließlich erforderte der Kreuzungsausbau bei Drebligar eine völlige Neuplanung, weil man anfangs nur von einer provisorischen Anbindung an die B 182 ausgegangen war. Denn eigentlich wollte der Bund ja die stark befahrene Strecke in nächster Zeit völlig neu ausbauen. Diese Bestrebungen sind mittlerweile weit nach hinten gerückt, wie aus dem Bundesverkehrsplan 2030 hervorgeht. 

Mit dem Ausbau des Knotenpunktes gab es noch die Herausforderung, die Trinkwasserhauptleitung nach Dommitzsch auf 330 Meter Länge neu zu verlegen. Auch dies erforderte Abstimmungen mit dem Trink- und Abwasserzweckverband Torgau/Westelbien und eine weitere Vereinbarung. Diese hatte es zuvor schon mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr gegeben. 

100 Fahrten 

Die Bürgermeisterin betonte, dass die neue Gewerbestraße vor allem für das hiesige Gewerbegebiet und für den größten Arbeitgeber Vandemoortele mit 200 Beschäftigten konzipiert wurde. Bislang war die Bundesstraße für Lkw nur über die August-Bebel-Straße und über den Weidenhainer Weg erreichbar. Das Aufkommen an Lkw betrug für den Gewerbestandort seinerzeit rund 100 Fahrten täglich und man rechnete mit einer Verdoppelung in den nächsten Jahren. 

Die Bürgermeisterin bedankte sich gestern ganz besonders bei der Vizepräsidentin der Landesdirektion, Andrea Staude, die maßgeblichen Anteil hatte, dass man über das Programm GRW-Infra eine 90 prozentige Förderung erhielt. Weiterer Dank ging an Frau Dr. Förster und Herrn Arnecke vom Ingenieurbüro Steinbacher Consult GmbH, an Ingbert Rabe vom Bauunternehmen EZEL, an Heiko Trinks vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr, an Uwe Fiukowski vom Trink- und Abwasserzweckverband sowie an Hans- Detlev Schulz von der Schulz Bau GmbH. 

Zehn Jahre dauerte es 

Die gesamte Ausbaulänge betrug 1430 Meter, wobei 400 Meter auf das Gebiet der Stadt Dommitzsch entfallen und 1030 Meter auf das Gebiet der Gemeinde Elsnig. Die Gesamtkosten könnten sich bei 2,8 Millionen Euro einpendeln, wobei Zweckverband und LaSuV einen Teil übernehmen. Die 90 Prozent Födermittel eingerechnet werden Dommitzsch und Elsnig gemeinsam rund 300 000 Euro Eigenmittel tragen. Von der Machbarkeitsstudie über die tatsächliche Planungsgenehmigung bis hin zur endgültigen Freigabe vergingen übrigens sage und schreibe zehn Jahre.

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