Sonntag, 5. Dezember 2021
Donnerstag, 30. September 2021

Feuerwehrgeschichte pur auf 42 Seiten  

Deckblatt der Broschüre. Foto: Repro TZ

von unserem Redakteur Nico Wendt

Blumberg. Der Heimatverein brachte zum Jubiläum „175 Jahre Feuerwehrwesen Blumberg“ eine tolle Broschüre heraus. 

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„Es macht Spaß, wenn unsere Broschüren so gut ankommen. Schon in der Vergangenheit war zu sehen, dass das Interesse bei den Blumbergern sehr groß ist.“ Kirsten Heine, Mitglied des örtlichen Heimatvereins, wirkt zufrieden. Bei der Festsitzung zum Jubiläum „175 Jahre Feuerwehrwesen in Blumberg“ vor zwei Wochen war das jüngste Werk des Vereins vorgestellt worden. Ein Büchlein mit 42 Seiten und zahlreichen Fotos und Abbildungen zur Geschichte der Feuerwehr. 80 Exemplare hatten die Mitglieder drucken lassen. Inzwischen sei ein Großteil vergriffen. „Vielleicht 20 Hefte sind noch da“, schätzt Kirsten Heine ein. Es wäre aber auch kein Problem, noch einmal weitere Broschüren in Auftrag zu geben, fügt sie hinzu. 

Sechs Eimer 

175 Jahre Feuerwehrwesen wurde das Jubiläum benannt, weil 1846 die erste Feuerspritze in Blumberg zur Verfügung stand. Es handelte sich noch um ein altertümliches Gerät, wie man es aus zahlreichen Chroniken kennt. Ein Gerät mit Pumpenbügeln, das per Hand oder von Pferden gezogen werden musste. „Bei den ersten Handdruckspritzen musste das Wasser mit Eimern in einen Vorratsbehälter gefüllt werden und erst dann konnte man löschen. Eine Rechnung aus dem Jahr 1879 belegt, dass sechs gusseiserne Eimer zur Blumberger Spritze gehörten. In den Jahren zuvor war man gezwungen, von einem Löschbrunnen lange Eimerketten bis zum Brandort zu bilden“, erklärt Kirsten Heine den damaligen Fortschritt.

Pfarrer Ortlepp bewertete die Anschaffung seinerzeit zum Palmsonntag als eine „Angelegenheit von höchster Wichtigkeit“, wie aus historischen Aufzeichnungen hervorgeht. Schwere Brände traten damals offenbar häufiger auf. So manche Scheune fing durch Blitzschlag oder durch Unachtsamkeit Feuer. In der Bevölkerung verbreiteten solche Ereignisse Angst und Schrecken, wenn sich die Flammen ausbreiteten und große Schäden hinterließen. 

Präsentation 

Der Heimatverein hatte jetzt die Idee, etwas Druckreifes zu veröffentlichen. „Vor fünf Jahren zum 170. Jubiläum war es noch die Feuerwehr, die uns ansprach, ob wir nicht eine Präsentation zeigen könnten. Damals gab es eine Power-Point-Präsentation mit alten Bildern und aktuellen Aufnahmen. Diesmal hatten wir als Heimatverein die Möglichkeit,  sogar Fördermittel zu beantragen“, so die Blumbergerin. Weil der bewilligte Zuschuss nicht ausreichte, streckten die Mitglieder einen Teil der Druckkosten vor. Durch den Verkauf der Broschüren sei man nun dabei, das Geld wieder einzuspielen. 10 Euro kostet ein Heft. 

„Es wäre natürlich schön, wenn am Ende sogar noch etwas übrig bleibt“, lacht Kirsten Heine. Ihr Mann Hartmut hatte den Kontakt über das Internet zu einer Firma hergestellt. Beim Festabend vor zwei Wochen mit geladenen Gästen übergab der Feuerwehr-Chef feierlich das Produkt an einige Mitglieder. Anschließend startete der Verkauf. Mittlerweile haben die Blumberger darin ein bisschen Routine. Zuletzt gab es 2019 zum Ortsjubiläum eine dicke Ortschronik für 20 Euro, die sogar digitalisiert wurde. „Es dauerte gar nicht lange, da war dieses Büchlein ausverkauft. Nicht nur Einwohner, auch Auswärtige hatten zugegriffen. Ein großer Erfolg.“ Inzwischen wurde hier ein Nachdruck veranlasst. Ähnlich groß war das Interesse, als in den Jahren zuvor Hartmut Heine verschiedene Bildbroschüren erarbeitete. 

Oft im Fokus 

Die Geschichte von Blumberg stand nach der Wende oft im Fokus und das vorhandene Material floss nun auch zum Teil in die aktuelle Broschüre ein. „Es gibt eine alte Chronik von Lehrer Standfuß und bereits in den 90er-Jahren erstellten Gisela Weidner, Doris Braune und Marina Ulke mit alten Aufnahmen sehr schöne Bildtafeln. Fotos aus den 50er- und 70er-Jahren zeigten Feuerwehrwettkämpfe. Auch Christian Thierbach, der spätere Bürgermeister, war sehr aktiv. Er führte von 1980 bis 1984, als das Gerätehaus errichtet wurde, ein akkurates Bautagebuch. Da steht genau drin, wann welche Arbeiten erledigt wurden, woher das Material kam, was es kostete und welche Personen mitwirkten. Er schrieb zum Beispiel auch, dass Steine beim Abriss einer alten Scheune gewonnen und wiederverwendet wurden“, sagt Kirsten Heine. Später dokumentierte ihr Mann Hartmut die Hochwasserereignisse und jegliche Veranstaltungen sowie Dorffeste in Blumberg. Einiges an Material wurde der Torgauer Zeitung entnommen. 

Kirsten Heine hatte in den Wintermonaten auch ein dickes Protokollbuch von 1908 bis 1948, das noch in Sütterlinschrift verfasst war, durchgearbeitet und sämtliche Passagen über die Feuerwehr übernommen. Die aktuelle Broschüre „175 Jahre Feuerwehrwesen in Blumberg“ endet mit dem Großbrand in der Beilroder Falkenstruth und einem Statement von Gemeindewehrleiter Klaus Grabein. „Es sind in der Historie noch einige Dinge offen. Die eigentliche FFW Blumberg wurde zwar 1933 offiziell gegründet. Es gibt aber nirgends einen schriftlichen Nachweis oder eine Urkunde. Auch wissen wir zum Beispiel nicht, wann die Sirene auf das  Pfarramt kam und wann sie von dort wieder entfernt wurde. Wir würden uns freuen, wenn uns da jemand helfen kann“, lächelt Kirsten Heine.

Wer noch Broschüren erwerben möchte, kann sich an sie oder an den Heimatverein wenden.

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