Dienstag, 19. Oktober 2021
Montag, 4. Oktober 2021

"So wenig wie möglich, so viel wie nötig"

So schnell ist das 5G-Netz im Lehr- und Versuchsgut.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Köllitsch. Der 5G-Mobilfunkstandard soll die Landwirtschaft auf eine neue Stufe heben.

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Bei all den „G“s kann man ja auch  schnell mal durcheinander kommen. Doch irgendwie passte es ja auch, als Dr. Uwe Bergfeld gestern Vormittag um die Einhaltung der 5G-Regel bat. Immerhin wurde am Montag im Köllitscher Lehr- und Versuchsgut mit dem 5G-Campusnetz ein – wenn auch örtlich begrenztes – schnelles Mobilfunknetz offiziell in Betrieb genommen. Doch statt einen symbolischen Buzzer dafür zu drücken, gab es reichlich Vorträge, eine HoloLens-Vorführung, wie sie beispielsweise bei der Lufthansa während der Wartung von Flugzeugen zur Anwendung kommt, und eine Drohne, die per Multispektralkamera Aufnahmen einer Feldfläche machte und dem Landwirt dadurch wertvolle Infos zur Verfügung stellt.

„Besonderer Tag“

Die Inbetriebnahme des Campusnetzes sei ein besonderer Tag – nicht nur für die Landwirtschaftseinrichtung in Köllitsch, betonte Dr. Bergfeld, denn das Köllitscher Campusnetz sei das erste Netz überhaupt im Bereich der Landwirtschaft. Und genau diese unterliege einem rasanten Wandel, der es notwendig mache, deutlich präziser auf die Bedürfnisse von Pflanze, Tier und Umwelt einzugehen. Doch dies könne nur durch Informationen erreicht werden – Informationen, die mit Hilfe des Mobilfunkstandards 5G ohne nennenswerte Verzögerung verarbeitet und in entsprechende Anwendungen einfließen. 

Von oben betrachtet

Eine Anwendung, die in Köllitsch nicht zum ersten Mal gezeigt wurde, ist das Überfliegen eines Schlags. Eine Drohne nimmt dabei Bilder unterschiedlicher Lichtbänder auf und kann damit beispielsweise Informationen zum Gesundheitszustand von Pflanzen weitergeben. Dadurch werden Landwirte punktgenau in die Lage versetzt, beispielsweise den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder von Dünger deutlich zu reduzieren. „Es geht auch bei uns um Nachhaltigkeit“, betonte Dr. Hartwig Kübler vom Partnerbetrieb Gutshof Raitzen. Nur so könne nach der Maxime verfahren werden, so wenig wie möglich, so viel wie nötig. „Wir werden auch künftig nicht auf Pflanzenschutz verzichten können“, sagte Kübler. Doch dieser könne durch die Digitalisierung weitaus gezielter eingesetzt werden, als bisher. Kübler kam unter anderem auch auf Möglichkeiten der Bodenbearbeitung zu sprechen, die mit Hilfe schneller Informationsübertragung und entsprechender Sensorik optimiert werden kann.

Erprobung abgeschlossen

Die 5G-Übertragung wurde im Köllitscher Lehr- und Versuchsgut seit Anfang des Jahres erprobt.  Begleitend dazu unternimmt das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) Messungen der „Strahlungswerte“, denn bei dem schnellen Mobilfunk handelt es sich nach Angabe von Peter Gamer vom LfULG nicht um Strahlung sondern um hochfrequente Felder. Und hier werden den Angaben Gamers zufolge sämtliche gesetzlich festgelegten Basisgrenzwerte deutlich unterschritten. Wer Angst vor „Strahlung“ habe, solle eher darauf achten, nicht stets mit dem Smartphone am Ohr herumzulaufen. Generell zu 5G meinte Gamer: Es nütze nichts, sich einer Technologie zu versperren, die einen sonst überrolle. 

Anschluss nicht verlieren

Wie stark 5G im Kommen ist, sieht man nach Angabe  Dr. Uwe Bergfelds unter anderem am Beispiel China, wo sich aktuell 70 Prozent aller weltweit errichteten 5G-Basisstationen befinden. Auch in Süd- und Nordamerika sei 5G im Bereich der Landwirtschaft längst gang und gäbe. „Wir müssen aufpassen, dass wir in Deutschland nicht den Anschluss verlieren“, mahnte Bergfeld. 

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