Dienstag, 19. Oktober 2021
Mittwoch, 6. Oktober 2021

400 Tonnen Stahl für neuen Deich bei Kathewitz

Beim letzten Hochwasser war die Situation in Ostelbien sehr bedrohlich. Hier der Kathewitzer Nachbarort Camitz im Vordergrund. Foto: TZ-Archiv

von unserem Redakteur Nico Wendt

Kathewitz. Die Landestalsperrenverwaltung schiebt eine 2,5 Millionen Euro-Investition in Ostelbien an. Im November sollen die Arbeiten bei Kathewitz starten. 

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Erneut steht ein großes Deichprojekt in der Torgauer Region in den Startlöchern. Voraussichtlich im November beginnen in Kathewitz in der Gemeinde Arzberg die umfangreichen Arbeiten. Rund 2,5 Millionen Euro könnten die Kosten betragen. Den Zuschlag hat das Bauunternehmen EZEL aus Süptitz erhalten. 

Im Blickpunkt steht ein 1,6 Kilometer langer Abschnitt. „Dieser beginnt an der Stelle, an der im vergangenen Jahr die Deichrückverlegung bei Köllitsch erfolgte und schließt an einen Deich an, der ebenfalls schon saniert ist“, erklärte Axel Bobbe, Betriebsleiter der Landestalsperrenverwaltung in Rötha. 

Eigentlich sollte das Vorhaben längst begonnen haben. Doch es kam anders. „Letztes Jahr im Winter waren die Archäologen vor Ort und die wurden fündig“, so der Betriebschef. Die Fachleute entdeckten Gegenstände aus der Bronzezeit rund 1000 Jahre vor Christi und aus der Eisenzeit etwa 500 Jahre vor Christi. Darunter eine sogenannte keltische Fibel – also eine Art Schmuck mit Sicherheitsnadel, mit der die Gewänder zusammengeknüpft wurden. Des Weiteren Gefäß- und Keramik-Rückstände. „Die Archäologen legten sogar zwei fast komplette Siedlungsstellen aus der Bronzezeit frei“, berichtet Axel Bobbe. 

Was die Herzen der Experten höher schlagen ließ, stellte auf der anderen Seite den Zeitplan der Landestalsperrenverwaltung auf den Kopf. Die Ausschreibungen waren erst im Sommer möglich. „Dann hat die Firma EZEL – wie derzeit fast alle Baubetriebe – Schwierigkeiten mit der Beschaffung von Material. Somit wird es wohl noch ein bisschen dauern, bis es in Kathewitz losgeht“, meint der Betriebschef. 

Auf 700 Meter Länge sind gewaltige Spundwände zu verbauen. Diese dienen als Abdichtung und kommen fast zehn Meter tief in den Boden. Vor allem in Kathewitz, wo der Deich dicht am Ort vorbeiführt, wurde aus Platzgründen diese Lösung gewählt. „Die Anwohner haben natürlich Sorge, dass durch die Vibration die Häuser beschädigt werden. Wir haben uns deshalb entschlossen, die Spundwände auf mindestens der Hälfte der Länge in den Boden einzupressen“, beruhigte Axel Bobbe.

Der Deich sei zwar schon für ein HQ 100 (ein statistisch aller 100 Jahre wiederkehrendes Hochwasser) ausgelegt. Aber es gäbe zu wenig Freibord, also zu wenig Abstand zwischen Wasserspiegel und Deichkrone bezogen auf solch ein HQ 100. Also wolle man den Damm um bis zu einen Meter erhöhen. Auch die Deichkrone sei bislang zu schmal. Die Anlage wird folglich in Zukunft auf der Landseite breiter auslaufen. Außerdem sollen ein Auflastfilter und ein Deichverteidigungsweg das Bauwerk komplettieren. 

Die zwei Deichscharten, die in der Vergangenheit bei Hochwasser immer zu schließen waren, werden abgerissen und durch Überfahrten ersetzt. Das erspare im Ernstfall auch den üblichen Aufwand. Um die Dimension des Vorhabens zu verdeutlichen, konnte Axel Bobbe mit beeindruckenden Zahlen aufwarten: Für die Millioneninvestition bei Kathewitz brauche man rund 400 Tonnen Stahl, etwa 40 000 Quadratmeter Geotextil, 60 000 Kubikmeter Material für den Deichbau und rund 10 000 Kubikmeter Kies und Schotter für den Wegebau. Die Arbeiten könnten sich bis November/Dezember 2022 hinziehen.

„Wir haben dann die größten Vorhaben an der Elbe bei Torgau fast abgeschlossen. Nördlich von Torgau in Richtung Zwethau sowie südlich von der Elbbrücke in Richtung Graditz fehlen noch zwei Abschnitte, die grundhaft saniert werden müssen. Die wollen wir möglichst in den kommenden zwei Jahren realisieren“, gab der Betriebsleiter die Zielrichtung aus.

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