Freitag, 22. Oktober 2021
Freitag, 8. Oktober 2021

Ausstellung zum Jubiläum

Felix Rudolph von der Firma Radebeuler Machmerk beim Anbringen der Wandelemente. Die Konzeption stammt von Kocmoc aus Leipzig, die bereits bei der aktuellen Dauerausstellung federführend waren.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Torgau. Der Trägerverein der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof bereitet sich auf sein 25-jähriges Bestehen vor.

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Diese Ausstellung macht ganz schön was her: Ausstellungsexperten der Firma Radebeuler Machwerk legen derzeit letzte Hand an ein Geburtstagsgeschenk, mit dem sich der Trägerverein Intiativgruppe Geschlossener Jugendwerkhof Torgau zu seinem 25-jährigen Bestehen selber beschenkt. Noch steht der Termin nicht ganz fest, doch im November soll   die Feierlichkeit über die Bühne gehen. 

Die Ausstellung im ersten Obergeschoss dokumentiert die Geschichte  der Gedenkstätte von 1990 bis 2020, die durch einschneidende gesellschaftspolitische Entscheidungen und Ereignisse zur Aufarbeitung von DDR-Heimerziehung und Anerkennung der Opfer geprägt war. Besuchern wird mit der bestehenden Dauerausstellung zwar die Geschichte repressiver DDR-Heimerziehung detailliert nahe gebracht, doch Antworten auf Fragen zur Entwicklung der Gedenkstätte selbst gab es zumeist nur in Gesprächen mit den Mitarbeitern. „Genau das wird sich jetzt ändern“, freut sich Bildungsreferentin Manuela Rummel.  Die Installation zeige den langen Weg eines historischen Ortes zu einer bundesweit bedeutsamen Gedenkstätte und belege die Bedeutung und Notwendigkeit von ehrenamtlichen Engagement in der Gesellschaft“, sagte Rummel. Ohne den ehrenamtlichen Einsatz wäre der historische Ort des Geschlossenen Jugendwerkhofs und dessen Geschichte im öffentlichen  Bewusstsein verschwunden. Eine Auseinandersetzung und Aufarbeitung hätte so nie stattgefunden.

Die Geschichte zieht sich nun buchstäblich wie ein roter Faden durch drei Räumlichkeiten. Einem  Zeitstrahl ist ein Handlungsstrang der Ereignisse rund um die Entwicklung der Gedenkstätte. zugeordnet. Ein weiteres „Band“ macht gesellschaftspolitische Ereignisse, die von der Aufarbeitung der DDR-Heimerziehung und Wahrnehmung der Schicksale der ehemaligen DDR-Heimkinder bis zu deren Anerkennung und Rehabilitierung als Opfer des SED-Regimes reichen, deutlich. Bilder als Momentaufnahmen finden als „Zeitpunkte“ Platz in kreisrunden Formen. Die Auszeichnungen und Preise des Vereins werden zudem mit originalen Gegenständen präsentiert.

In dem Haus im Fischerdörfchen befand sich der einzige Geschlossene Jugendwerkhof der DDR, eine Disziplinierungsanstalt der Jugendhilfe, die direkt dem Ministerium für Volksbildung und damit Margot Honecker unterstand. Während seines Bestehens vom 1. Mai 1964 bis zum 11. November 1989 wurden mehr als 4000 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 18 Jahren zur „Anbahnung eines Umerziehungsprozesses“ eingewiesen, die in anderen staatlichen Erziehungseinrichtungen negativ aufgefallen waren. Doch hatten sie weder Straftaten begangen noch gab es eine richterliche Anordnung für die Einweisung. Nachdem sich die Initiativgruppe 1996 gegründet hatte, schlug Anfang 1998 die Geburtsstunde der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau. Eine Anschubfinanzierung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales ermöglichte eine Übernahme von Räumen im 1. Obergeschoss des Verwaltungsgebäudes. Im März  nahm die Gedenkstätte in Trägerschaft der Initiativgruppe ihre Arbeit auf. Eine erste Dauerausstellung mit dem Titel „Auf Biegen und Brechen. Geschlossener Jugendwerkhof Torgau“ sowie ein erstes Treffen ehemaliger Betroffenen des Geschlossenen Jugendwerkhofs Torgau folgten. Die Europäische Union zeichnete im Jahre 2009 das innovative Konzept der neuen Dauerausstellung als einziges deutsches Projekt in der Kategorie „Aktive Europäische Erinnerung“ aus.

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