Samstag, 27. November 2021
Dienstag, 19. Oktober 2021

PiT kämpft gegen Mobbing, Gewalt und Drogen

Unterzeichneten gestern die Zusammenarbeit, die einer besseren Prävention dienen soll (v. l.): René Demmler (Polizeidirektion Leipzig) Mandy Renner (Landratsamt), OBM Romina Barth und Jörg Heynold (Landesamt für Schule und Bildung).Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Torgau. Im Torgauer Rathaus wurde am Dienstag ein Projekt zur besseren Prävention unterzeichnet.

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Das Tauschen der vier Mappen und das Setzen der jeweiligen Unterschrift dauerte nur wenige Augenblicke. Dann war es offiziell: PiT kommt nach Torgau. Und dabei handelt es sich nicht um den Namen eines weiteren LAGA-Maskottchens.

Sperrig

Die drei Buchstaben stehen für den etwas sperrig klingenden Namen „Prävention im Team“. Kurz erklärt geht es um das Knüpfen von Netzwerken, mit deren Hilfe frühzeitig auf Problemlagen in Schulen reagiert werden kann. Jörg Heynold vom Landesamt für Schule und Bildung sprach davon, den vielschichtigen Problemlagen nicht mehr nur hinterher rennen zu wollen. PiT solle dazu führen, dass Mobbing, Gewalt oder auch dem Drogenkonsum rechtzeitig mit Angeboten entgegengewirkt werden kann. Dabei gehe es nicht allein um Gesundheitsprävention von Kindern und Jugendlichen, sondern gerade auch um die Ausbildung von Lebenskompetenz. 

„Uns muss es gelingen, die Heranwachsenden für die Herausforderungen einer freien Gesellschaft fit zu machen“, sagte Heynold. Aufklärung in den Bereichen Sexualität, Drogenkonsum, Gewalt und Extremismus  gingen dabei mit Toleranz, Zivilcourage oder beispielsweise auch Medienkompetenz einher. Vor allem letztere rangiert nach Ansicht von Torgaus OBM Romina Barth (CDU) ganz weit oben auf der Agenda. Zudem betonte die Torgauer Oberbürgermeisterin, dass es bei PiT nicht um die Bewertung von  Einzelfällen gehe, sondern um das frühzeitige Aufzeigen von Tendenzen.

Gezielter

Um regionale Präventionsbedarfe noch gezielter ermitteln zu können, werde es nach Angabe von Constanze Bellmann (PiT) auch anonymisierte Schülerbefragungen geben. Die Auswertung der Daten erfolgt unter Einbeziehung landesweit erhobener Vergleichswerte. Für die teilnehmenden Schulen werden interne Schulberichte erstellt. Unter Berücksichtigung regionaler Daten aus Behördenkooperationen – beispielsweise polizeiliche Kriminalitätsstatistik, Daten der Jugend- und Gesundheitsämter sowie freier Träger – werden dann sogenannte Gebietsprofile als Arbeitsgrundlage zur Verfügung gestellt. Ziel sei es, in Schulen, Kitas, Horten, Jugendeinrichtungen, Sozialräumen, Gemeinden und Stadtteilen die Rahmenbedingungen für ein sicheres und gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern.

Zwei Jahre

Die in Torgau unterzeichnete Kooperationsvereinbarung ist zunächst auf zwei Jahre ausgelegt. Fragen zur Evaluierung des Projekts blieben gestern im Rathaus noch unbeantwortet. „Erst einmal müssen wir Entwicklungsprozesse zulassen“, warb Jörg Heynold um Verständnis. Neben der Stadt, dem Landesamt für Schule und Bildung sowie der Polizeidirektion Leipzig (vertreten durch Polizeipräsident René Demmler) ist auch das Landratsamt Nordsachsen  in PiT involviert.

Im Landkreis nimmt Torgau damit eine Vorreiterrolle ein. Mandy Renner vom Landratsamt zeigte sich zuversichtlich, dass jenes  Papier nun auch mit Leben erfüllt werde. Als Vorbild wurde  das PiT-Ostsachsen-Projekt genannt. Der im Jahre 2012 durch die dortigen Kooperationspartner begonnene Prozess verlief so erfolgreich, dass diese Arbeit 2016 durch das Bundesgesundheitsministerium als „Vorbildliche Strategie kommunaler Suchtprävention“ ausgezeichnet wurde.

Unterdessen schreitet die Etablierung eines sächsischen PiT-Portals im Internet  voran. Seit Mai  sind inzwischen mehr als 200 qualitätsgeprüfte Angebote von mehr als 50 Anbietern im Portal enthalten. Mit Hilfe der  Datenbank werden vielfältige Präventionsangebote für Kinder und Jugendliche – von Verkehrserziehung, Gesundheitsförderung bis hin zur Medienerziehung und Drogenprävention – dort gebündelt. Darüber hinaus fördere das Portal Synergien und den Austausch mit Trägern und Anbietern, heißt es dazu auf der Internetseite des PiT-Angebots.

Weitere Informationen ?zu PiT im Internet unter pit.sachsen.de.

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