Sonntag, 28. November 2021
Dienstag, 19. Oktober 2021

Hartenfels: Ein Schloss und drei markante Baustellen

Restaurator Hans Wagner bei der Arbeit am Südost-Erker. Foto: LRA

Von unserem Redakteur

Torgau. Wappen, Erker und Aufzug werden derzeit an Torgaus Besuchermagnet erneuert.

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An einem Schloss aus der Renaissance gibt es immer etwas zu tun. Einige markante Punkte von Schloss Hartenfels in Torgau sind daher momentan unschwer als Baustellen auszumachen, teilte das Landratsamt in Torgau gestern mit. Dabei handelt es sich um das Wappen über der Schlossbrücke, die Eckerker von Flügel C und den Außenfahrstuhl an Flügel B.

Dem Wappen am Prunkportal hat die Zeit stärker zugesetzt, als ohnehin schon befürchtet. Insbesondere die Löwenfigur auf der Seite des Kleinen Bärengrabens ist zunächst ins Zentrum der Aufmerksamkeit von Restauratorin Christine Laubert gerückt. Ein eigentlich für die Stabilität des Löwens verantwortlicher Eisenträger war stark verrostet, beschädigte den ihn umgebenden Stein und gefährdete damit perspektivisch die Statik des Wappentiers. Eine ausgeklügelte und für die Augen des Betrachters unsichtbare Konstruktion sorgt inzwischen wieder für volle Stabilität.

Weil das Wappen während der Arbeiten komplett eingehaust ist, sehen Besucher des Schlosses in diesen Tagen auch nicht, dass Christine Laubert die in den zurückliegenden Jahrzehnten und zuletzt vor der Landesausstellung 2004 nachträglich aufgebrachten Farbanstriche fast gänzlich entfernt hat. Jetzt behebt sie Schadstellen und bereitet das Aufbringen der neuen Ölfarbfassung vor. Neben einer kontrastreichen Optik bietet diese vor allem Schutz für das darunter liegende Gestein des Wappens. Das Aufbringen ist komplex, mit mehreren Trocknungsprozessen verbunden und wird aus diesem Grund erst im Frühjahr 2022 geschehen.

Dann allerdings können sich auch regelmäßige Schlossbesucher auf ein neues Bild freuen. Mit der neuen Farbfassung werden zum einen inhaltliche Fehler früherer „Übermalungen“ behoben, zum anderen kommen Farben und Maltechniken zum Einsatz, die sich an denen der ursprünglichen Schöpfer orientieren und bereits bei der Restaurierung der Wappengalerie am Großen Wendelstein Verwendung fanden. „Das Wappen wird erstrahlen wie zu Zeiten des Kurfürsten“, freut sich der zweite Beigeordnete des Landkreises, Jens Kabisch, in dessen Zuständigkeit sämtliche Baumaßnahmen am Torgauer Schloss fallen.

Dazu gehören auch die umfangreichen Arbeiten an den reich verzierten dreigeschossigen Eckerkern des elbseitigen Flügels C. Seit fast einem Jahr sind sie von jeweils 27 Meter hohen Spezialgerüsten umschlossen. Von dort aus haben Spezialisten Reinigungs- und Natursteinarbeiten vorgenommen. 

Derzeit konzentrieren sich die Aktivitäten auf den Südost-Erker, der auch an das Büro des Landrats grenzt. Restauratoren nehmen mithilfe von speziellen Kompressen gerade eine Salzminderung des Gesteins vor. Dieser Vorgang schützt das historische Baumaterial und ist gleichzeitig eine gute Voraussetzung für die kommenden Bearbeitungsschritte, beginnend beim Ausgleich von Fehlstellen bis zum Aufbringen der neuen Farbfassung voraussichtlich Anfang kommenden Jahres. Für die Farbfassung liegt eine Förderzusage von der Ostdeutscher Sparkassenstiftung und der          Leipziger Sparkasse vor, die sich im Übrigen auch auf die Aufarbeitung des Wappens über der Schlossbrücke erstreckt.

Der Gesamtaufwand allein für die Sanierung und Restaurierung der Eckerker ist mit voraussichtlich 875 000 Euro veranschlagt und wird zu 80 Prozent aus dem Sonderprogramm Denkmalpflege des Freistaats Sachsen und Mitteln der Sparkassenstiftung finanziert.

Landrat Kai Emanuel (parteilos) ist dankbar für die Unterstützung. Ein so wertvolles Kulturdenkmal wie Schloss Hartenfels könne nur über eine gemeinsame Kraftanstrengung erhalten werden. „Die Wiederherstellung der beiden Erker würde ich gerne als Auftakt zur Sanierung der elbseitigen Fassade von Flügel C sehen.“

Ebenfalls der Elbe zugewandt ist der neue Aufzug am Flügel B. Gut sichtbar wurden zuletzt die Außenanlagen in Höhe des Eingangs zum Lapidarium gestaltet. Dort steht künftig bei Bedarf eine Hebebühne für Wartungsarbeiten bereit. Entsprechend musste der Untergrund für diese Belastung hergerichtet werden. Am Aufzug selbst nehmen verschiedene Gewerke in diesen Tagen letzte Arbeiten vor. Danach stehen die finalen Überprüfungen und technischen Abnahmen an. Wenngleich diese letzten Schritte mehr Zeit in Anspruch nehmen, als ursprünglich geplant, stehen die Chancen gut, dass der Fahrstuhl Ende November erstmals Gäste zu einer der Ausstellungen im Flügel B transportiert. Nicht zuletzt aufgrund der ebenfalls in den zurückliegenden Monaten installierten Rampen ist dies ein wichtiger Schritt für mehr Barrierefreiheit im Schloss.

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