Sonntag, 5. Dezember 2021
Dienstag, 26. Oktober 2021

Freiwillige sammeln in Torgauer Einsatzstellen Erfahrungen für ihr Leben

von unserer Redakteurin Bärbel Schumann

FSJ und FÖJ - das sind die Abkürzungen für die zwei Möglichkeiten, ein ökologisches oder ein soziales Freiwilligen Jahr zu absolvieren. Wir stellen drei junge Leute vor, die dieses Angebot nutzen.

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Torgau. Viele junge Leute haben im September nach ihrem Schulabschluss ein Freiwilliges Jahr begonnen. Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) kann im Bereich des Natur- und Umweltschutzes absolviert werden. Dem Gemeinwohl dient dagegen ein Freiwilliges Soziales Jahr  (FSJ),  dass man in unterschiedlichen Bereichen, angefangen von Pflegeeinrichtungen bis hin zu Vereinen absolvieren kann. Gründe für eine solche Entscheidung gibt es viele. Sich ausprobieren und austesten, berufliche Vorstellungen überprüfen, sich für das Gemeinwohl engagieren, sind nur einige davon. 

In der Wintergrüne im Test

Auch in Torgau gibt es in verschiedenen Einrichtungen und Vereinen Einsatzstellen dafür. Eine solche Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr gibt es im Evangelischen Jugendbildungsprojekt Wintergrüne. Hier ist seit September Constantin Kämmer im Einsatz. Der 19-jährige Jesewitzer schloss im Sommer mit dem Abitur seine Schulzeit ab. „Lange habe ich nicht so richtig gewusst, was ich im Anschluss machen möchte und welchen beruflichen Weg ich einschlagen will“, sagt er. Dann habe er sich für ein Lehramtsstudium entschieden. Lehrer für Biologie und Geografie zu werden, das  ist nun sein Ziel. 

Doch bevor es zum Studium nach Dresden geht, will er sich über ein Freiwilliges Soziales Jahr ausprobieren. „Die Zeit war eigentlich knapp. Über unseren Pfarrer habe ich von dem Projekt in Torgau erfahren und mich kurzfristig beworben“, erzählt er. Seit September hat der Jesewitzer nun verschiedene Aufgaben im Bildungsprojekt in der Wintergrüne übernommen. In den Ferien hat er sogar ein eigenes kleines Projekt realisiert. Einen Workshop, bei dem man  das Schachspiel erlernen und etwas über Starke und Schwache erfahren konnte. 

Die Leiterin Beate Senftleben war danach total begeistert von den Fähigkeiten des jungen Mannes:  „Ich kann mir Constantin gut als Lehrer vorstellen. Im Workshop hat er pädagogische Fähigkeiten gezeigt. Er ist sehr umsichtig und einsatzfreudig.“ 

Erfahrungen einbringen

Wahrscheinlich kamen ihm dabei auch seine Erfahrungen als Fußballnachwuchstrainer beim SV Jesewitz zugute. Hier betreut er Dritt- und Viertklässler in der Freizeit und leitet sie beim Kicken an. Jahrelang davor hat er selbst Fußball gespielt. „Ich bin ein Teamplayer. Einzelsport ist nicht so mein Ding“, erklärt er. Lesen, vor allem Horrortriller, Fantasybücher, mag er ebenso. Die Filme zu den Büchern sieht er sich allerdings erst an, wenn er davor das jeweilige Buch ausgelesen hat. Der 19-Jährige schreibt zudem selbst gern, natürlich auch in diesem Genre. Klar, dass deshalb auch jedes Jahr ein Besuch der Leipziger Buchmesse in seinem Kalender fest geplant war, als sie noch regelmäßig stattfand. Gitarre und Schach spielen zählen ebenso zu seinen Freizeitbeschäftigungen. 

Auch wenn Constantin Kämmer erst seit einigen Wochen als FSJ-ler im Einsatz ist sagt er jetzt schon, dass dieser ihm sehr viel gibt und es gut ist, weil er sich  hier ausprobieren darf. Jeder Tag sei anders, birgt neue Herausforderungen und Erfahrungen. Und er habe bei der Arbeit mit den Jugendlichen gemerkt, dass ihm diese Arbeit  viel Spaß bereitet. 

FÖJ-ler für die LAGA im Einsatz

Unter den Kollegen der Landesgartenschau gGmbH kennt man Josefa Theumer  und Leonie Morawietz als „die Mädels“ – sie sind in Bereichen der Jugendbildung, des Marketings und der Logistik als unkomplizierte und zuverlässige Unterstu¨tzerinnen bekannt. Die beiden 18-Jährigen absolvieren ein Freiwilliges Ökologisches Jahr auf der LAGA. Wo auch immer zwei bis vier helfende Hände gebraucht werden, packen die zwei jungen Frauen beherzt mit an. Ihr eigentlicher Arbeitsort ist das Landesgartenschau-Bu¨ro am Stadtpark. Hier tüfteln sie gemeinsam mit Karola Horn an der Gestaltung des Areals rund ums „Gru¨ne Klassenzimmer“, welches oberhalb des Skate-Parks entsteht  und konzipieren Zusatzangebote fu¨r Kita-Gruppen, Schulklassen und Familien. Momentan befassen sie sich mit der Planung einer LAGA-Gelände-Rallye. Mit einer Karte und einem ersten Hinweis ausgestattet, sollen Kinder ab April im Glacis die Natur spielerisch genauer kennenlernen und von Abenteuer-Station zu Abenteuer-Station jeweils ein kleines Rätsel lösen, bis sie den LAGA-Schatz entdecken. Dafu¨r gehen Leonie und Josefa den Park mehrmals selber ab, recherchieren  spannende Informationen, markieren prägnante Punkte in ihren Aufzeichnungen und u¨berlegen sich eine Kinder- und eine Fortgeschrittenen-Version einer Schnitzeljagd, damit es keinem langweilig damit wird. 

Aber wie sind sie dazu gekommen, sich ausgerechnet bei der Landesgartenschau gGmbH zu bewerben? Leonie erklärt dazu: „Ich komme eigentlich aus Erfurt und hatte nach der Schule vor, ins Ausland zu gehen. Dafu¨r hatte ich auch schon Schottland als Wunschziel im Auge, als Corona alles durcheinanderbrachte. Direkt zum Studium wollte ich dennoch nicht, sondern erst einmal was Praktisches machen. Meine Eltern haben dann mit mir gemeinsam die FÖJ-Angebote in der Gegend durchgesehen und so sind wir auf die LAGA gestoßen. Weil wir die ega und die BUGA quasi vor der Haustu¨r hatten, ich aber nicht ,nur’ pflanzen und gießen wollte, gefiel mir die Idee mit dem ,Gru¨nen Klassenzimmer’ sofort.“ Hier können sich beide ausprobieren und eigene Ideen gemeinsam mit den Experten umsetzen. Das sei  super, sind sich beide einig.

Wieder die Schulbank drücken 

„Mir ging es ganz ähnlich. Auch ich wollte nicht weiter die Schulbank dru¨cken, sondern am liebsten etwas Sinnvolles machen. Ich engagiere mich in meiner Freizeit bei uns in der Jungen Gemeinde der katholischen Kirche und meine ganze Familie scheint gru¨ne Daumen via Erbgut mitbekommen zu haben. Wir lieben es, draußen im Garten zu sein und meinem Vater fällt jetzt schon oft etwas ein, das ich als Impuls fu¨r unsere Projekte mit auf Arbeit nehmen soll. Es macht mir riesigen Spaß zu organisieren und zu koordinieren. Das Grüne Klassenzimmer’ ist perfekt dafu¨r  auszuloten, wie man Umweltbewusstsein erzeugt und stärkt. Wir lernen zusammen mit den Partnern, deren Inhalte zu vermitteln. Das macht Spaß. Auch wenn meine Freundin schon meinte: .Gru¨nes Klassenzimmer’ – dann dru¨ckst du ja doch wieder die Schulbank“, erzählt Josefa über ihre Motive und bisherigen Erlebnisse als FÖJ-lerin in Torgau.

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