Sonntag, 5. Dezember 2021
Montag, 1. November 2021

Wie läuft es mit 2G und 3G?

Zwar funktioniert die Umsetzung der 2G- und 3G-Regelungen in Torgaus Kultur- und Freizeiteinrichtungen im Großen und Ganzen gut, doch sind die allgemeinen Reaktionen in der Bevölkerung zur Einführung der Zugangsvoraussetzungen sehr durchwachsen.Foto: Adobe Photo Stocks/Bihlmayerfotografie

von unserer Redakteurin Nadine Huber

Torgau. Die Corona-Regeln stellen Torgaus Freizeit- und Kultureinrichtungen vor große Herausforderungen. Sie müssen sich auch mit Hasskommentaren auseinandersetzen.

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Kultur- und Freizeiteinrichtungen in Torgau müssen mit der 2G- und 3G-Regelung umgehen. Das stellt sie vor große Herausforderungen. Wie läuft die Umsetzung, wie sind die Reaktionen der Besucher und beeinflussen die Einschränkungen die Zahl der Gäste? Die TZ fragte  nach. 

 

Eckehard Thieme, Kleine Galerie:

„Weniger Besucher haben wir glücklicherweise nicht. Die Anzahl an Gästen ist etwa gleich geblieben. Negative Reaktionen gab es bisher keine und unsere Angebote werden nach wie vor gut angenommen, zum Beispiel jetzt in den Ferien unsere Arbeitsgruppen und die Ferienangebote für Kinder. Die Nach- und Rückverfolgung beziehungsweise das Überprüfen von Nachweisen gestaltet sich für uns gerade bei größeren Gruppen manchmal etwas komplizierter, da die Überprüfung hier etwas länger dauert. Grundsätzlich funktioniert der Nachweis digital per App unkomplizierter als in schriftlicher Form. Allgemein muss man im Moment beim Einlass mit längeren Wartezeiten rechnen, auch da wir kein zusätzliches Personal einsetzen konnten, sondern alles wie bisher durch unser Stammpersonal geleistet wird.“

 

Cornelia König, Stadt- und Kulturgeschichtliches Museum:

„Bei uns gilt im Moment die 3G-Regelung mit Kontakterfassung. Das Umsetzen der Regelung ist für uns unkompliziert, denn die meisten Gäste zeigen sich sehr einsichtig und erfüllen die Voraussetzungen. Wir mussten auch schon Besucher nach Hause schicken, wenn sie die notwendigen Voraussetzungen nicht erfüllt haben, aber auch da gab es keine negativen Reaktionen. Unsere Besucherzahl ist etwa gleich geblieben. Der Einlass dauert ein wenig länger, aber nicht viel, denn im Museum kommen die Besucher schließlich über den Tag verteilt. Derzeit haben wir zwar den Museumsbetrieb, hatten aber noch keine Veranstaltung unter 3G. Die erste wird die bereits ausgebuchte Kellerführung zum Abendmarkt am 5. November sein.“ 

 

Anja Bauermeister, Torgau-Informations-Center:

„Die Regeln bei Führungen in Inneneinrichtungen werden durch deren Betreiber festgelegt. Bei Außenführungen gelten Abstandsregelungen sowie eine begrenzte Gruppengröße. Da die Besucher rechtzeitig auf die Regeln hingewiesen werden, gab es zum Glück noch keine Probleme.  Im Moment ist die Nachfrage bei Gruppenführungen zwar geringer, dies ist aber saisonbedingt, da im Herbst und Winter die Nachfrage jedes Jahr geringer ist als im Sommer.“   

 

Victoria Troka, Kulturhaus:

„Primär führen die Maßnahmen zur Verunsicherung potenzieller Ticketkäufer sowie Kartenbesitzer und einem enormen Vertrauensverlust in die Veranstaltungswirtschaft. Rund 20 Prozent der Menschen, die ein Ticket gekauft haben, erscheinen einfach nicht. Darüber hinaus gibt es für Konzerte und Veranstaltungen keinen langfristigen Kartenvorverkauf mehr, da eine allgemeine Verunsicherung herrscht, die durchaus nachvollziehbar ist. Viele kaufen Ihre Tickets kurz vor knapp, wenn feststeht, welche Regelungen gelten. Täglich erreichen uns nahezu 50 Anrufe von unseren Gästen, die sich über die Zugangsvoraussetzungen informieren möchten. Nicht selten münden diese Telefonate in Diskussionen bis hin zu wüsten Beschimpfungen und Anfeindungen. Auch in den sozialen Netzwerken ernten wir zahlreiche Hasskommentare. Ich persönlich würde mir daher mehr Besonnenheit und Nachsicht im Bezug auf die vorgegebenen Regeln wünschen.“

 

Uwe Narkunat, Kulturbastion:

„Für uns ist die Umsetzung der 2G- und 3G-Regelungen durchaus mit einem höherem Personalaufwand verbunden. Wir mussten dafür zwar niemanden zusätzlich einstellen, müssen jedoch zu Veranstaltungen mehr Personal für den Einlass einsetzen als sonst üblich. Insgesamt dauert der Einlass durch die Kontrollen auch wesentlich länger. Für uns ist 2G und 3G aber die einzige Möglichkeit, um im Moment überhaupt Veranstaltungen durchführen zu können. Es macht uns keinen Spaß, Besucher fragen zu müssen, ob sie geimpft sind, aber durch die Regelungen können wir dem Publikum wenigstens wieder Kultur bereitstellen. Denn alles ist besser als der Lockdown.  Wir ernten auf Facebook leider auch Hasskommentare, doch die Mehrheit akzeptiert die Regeln und ist froh, dass wieder Kultur stattfindet.“

 

Michael Weib, Aquavita:

„Im Aquavita gilt die 3-Regelung mit Kontaktnachverfolgung. Diese wird von den meisten akzeptiert. Es gibt immer mal wieder Besucher, die diskutieren. Aber viele kennen sich mit den Abläufen aus, wir haben viele Stammgäste, die regelmäßig kommen. Allgemein klappt die Umsetzung gut und wir mussten kein zusätzliches Personal abstellen. Das einzige, was von den Kunden kaum genutzt wird, ist die Kontaktnachverfolgung per App. Hier nutzen die meisten die Papierform.“

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