Dienstag, 6. Dezember 2022
Samstag, 6. November 2021

Ungebrochenes Interesse

Die Vereinsmitglieder tagten im Zwethauer Wenzels Hof. Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Zwethau. Die Förderkulisse Sächsisches Zweistromland-Ostelbien zieht im Zwethauer Wenzels Hof Bilanz.

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

Friede, Freude, Soljankasüppchen: Die Stimmung auf der Regionalkonferenz des Vereins „Sächsisches Zweitromland-Ostelbien“ hätte im Zwethauer Wenzels Hof nicht besser sein können. Stolz präsentierten Vorstand und Regionalmanagement nicht nur einen Überblick über die abgelaufene Förderperiode. Auch die aktuell greifende Übergangsfrist 2021/22 geht mit einem ungebrochenen Interesse an dem EU-Förderprogramm einher.

Man mag es angesichts jener Zahlen kaum glauben, aber noch immer soll es den ein oder anderen geben, der mit diesen sechs Buchstaben – L E A D E R – nichts anfangen kann. „Kann ich mir kaum vorstellen“, lächelte Holger Reinboth. Der Beilroder ist nicht nur Arzbergs Bürgermeister sondern als Regionalmanager für Ostelbien und weitergehend bis Belgern-Schildau Ansprechpartner Nummer eins, wenn es Fragen zu dem Förderprogramm gibt. Und die gab und gibt es nach wie vor reichlich. Allein in der abgelaufenen Förderperiode wurden 213 Anträge aus insgesamt drei Landkreisen bewilligt. Weitaus mehr Anträge hatte es gegeben. Und auch in der Übergangsfrist, bei der es noch einmal 4,6 Millionen Euro zu verteilen gilt, sieht es bislang bestens aus. Allein dem ersten Aufruf im Juli folgten 21 mittlerweile genehmigte Maßnahmen. Für den nun abgelaufenen zweiten Förderaufruf lagen in der vergangenen Woche bereits 46 Anträge vor.

Während der 17 Sitzungen des regionalen Entscheidungsgremiums wurden in der zurückliegenden Förderperiode fast 15,5 Millionen Förder-Euro verteilt. „Damit erreichten wir eine Wertschöpfung von fast 31 Millionen Euro. Eine große Hausnummer, die ich nicht für möglich gehalten habe“, gab der zweite Regionalmanager Carsten Graf zu verstehen. 

Graf und Reinboth teilten sich gewohnt routiniert in die Präsentation von Zahlen, Fakten und Tortendiagrammen, der die Vorstellung zweier Vorzeigeprojekte folgte. Und gleich beim ersten kam selbst  Christine Richter, Geschäftsführerin des Regionalbauernverbands, ins Staunen. Denn obgleich Matthias Schneider mit seinem Direktvermarktungsgedanken  ausgerechnet in Pülswerda „am Ende der Welt“ beheimatet ist, ist er von hier aus im Begriff, immer mehr Großstädter in Leipzig von den Vorteilen nachhaltiger Rindfleischproduktion zu überzeugen. Den Grundstein dafür legte eben jenes Leader-Förderprogramm, das aus einem ehemals trostlos anzusehenden Schafstall – den übrigens nie ein Schaf zu Gesicht bekam – ein Schmuckstück hat werden lassen. Im Oktober 2018 wurde der Grundstein für die Verwandlung gelegt. „Ohne den Anreiz dieser Förderung hätte ich die Entscheidung für ein solches Markenschaufenster so wohl nicht getroffen“, sagte Schneider. 

Mittlerweile kommen nicht nur die Kunden in den als Modellprojekt konzipierten kleinen Hofladen nach Pülswerda sowie Gäste zu Feierlichkeiten in den umgebauten Komplex. Auch Landwirte lassen sich hier im Ostelbischen immer stärker  auf einen Wissenstransfer ein, um in Sachen Direktvermarktung stets auf dem Laufenden zu sein.

Die Vorstellung des zweiten Projekts legte der Franzose Claude Bernard – er konnte nicht vor Ort sein – in die Hände Carsten Grafs, der sich als ehemaliger Bürgermeister Mutzschens bestens damit vertraut zeigte. Aufmerksame TZ-Leser erinnern sich vielleicht noch an einen Ferientipp im Sommer dieses Jahres, in dem ein seit Jahresbeginn geöffnetes Spielschiffmuseum  vorgestellt worden war. Den im Elsass in Frankreich geborenen und aufgewachsenen Bernard hatte es samt seiner wohl einmaligen Sammlung historischer Spielschiffe der Liebe wegen zu seiner Annett nach Mutzschen gezogen. Hier am Marktplatz, im Schatten der historischen Stadtkirche, fand er einen wunderbaren Platz für seine wahrscheinlich einmalige Sammlung. Auch hier legte das EU-Förderprogramm den Grundstein zum Ausbau der ehemaligen Kantorei. 

Doch trotz derart toller Projekte und trotz der vielfältigen Möglichkeiten, die das Förderprogramm eröffnet – man müsse sich nach wie vor im Klaren darüber sein, dass der Weg der Antragstellung ein sehr mühsamer sei, betonte Holger Reinboth. Das habe auch die Evaluation der Förderperiode ergeben, die eben nicht nur die große Zufriedenheit mit dem Erreichten zu Tage treten ließ, sondern eben auch an einen notwendigen langen Atem erinnerte. Der wird es wohl auch in der nun anstehenden neuen Förderperiode vonnöten sein. Doch zuvor muss die Förderregion mit dem Bindestrich im Namen seine Leader-Entwicklungsstrategie fürdie von 2023 bis 2027 laufende neue Förderperiode neu fassen. Den theoretischen Unterbau übernimmt das Büro neuland+, das sich ebenso in Zwethau vorstellte. 

Sie interessieren sich für das Neueste aus Torgau und der Region? Dann bestellen Sie den Newsletter "Darüber wird morgen gesprochen"! Der kommt jeden Abend per E-Mail und bringt die wichtigsten Themen des nächsten Tages mit. >> Hier können Sie ihn bestellen.


Jetzt kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Wir-packens-an

epaper

Suppenküche Torgau beklagt mangelnde Anerkennung

Vor 21 Jahren gründete Gabriele Holtorff die erste Suppenküche und Lebensmittelausgabe in Torgau. Doch der Verein beklagt mangelnde Anerkennung für zahlreiche Ehrenamtliche der Stadt und spricht über gesellschaftliche Probleme in der Vorweihnachtszeit.

mehr ...

Adventsmarkt lockt nach Dommitzsch

Klein, aber fein: Die Gänsebrunnenstadt Dommitzsch lud am Samstag zu einem Adventsmarkt an das Mehrgenerationenhaus. Dort gab es dank der zahlreichen Vereine einiges zu entdecken.

mehr ...

Aktuelle Bildergalerien


Wirtschaftsmagazin

Abenteuer Tiefschnee

AKTIONEN

Newsletter

Festtagsmagazins

Torgau-Plus

Riesenmagazin

Oschatz-Magazin

Azubi-Expo-Digital

INFOS & EMPFEHLUNGEN

laga