Donnerstag, 2. Dezember 2021
Montag, 8. November 2021

Wer macht nur so was? Entsetzen nach Vandalismus auf Gartenschau-Areal

Blick auf den Spielplatz.Foto: Thomas Keil

von unserer Redakteurin Bärbel Schumann

Trotz hoher Bauzäune haben sich Unbekannte Zugang auf die Baustelle verschafft und einen  Spielplatz-Neubau ramponiert. Der Schaden liegt bei 170 000 Euro. Jetzt ermittelt die Polizei

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Torgau. ?„Das darf doch nicht wahr sein!“ So werden an diesem Morgen nicht nur Torgauer gedacht haben, als sie erfuhren, dass es auf dem künftigen Spielplatz im Bereich der Jungen Gärten Zerstörungen gegeben haben soll. Unbekannte hatten die umfriedete Baustelle betreten,  dabei einen erheblichen Schaden an der neu angelegten Kunststoffoberfläche des Spielplatzes verursacht. 

Am Freitag waren die Arbeiten von einer Spezialfirma ausgeführt worden, die dafür extra bis in den Abend hinein bis 19.30 Uhr arbeitete, um fugenlos ihr Werk im Sinne einer einheitlichen Farbgebung abzuschließen. Der spezielle Gummibelag war eigens in einen türkisblauen Farbton angemischt und ausgebracht worden. Laut Spezialisten muss er anschließend etwa drei Wochen trocknen und aushärten. 

In der Zeit von Freitag, 18 Uhr bis Sonnabend, 15 Uhr hatten die Täter die Absperrungen widerrechtlich ignoriert und sich Zugang zum künftigen Gartenschaugelände verschafft. Anschließend hatten sie die noch Stunden zuvor bearbeitete Fläche betreten. Dabei wurden auf der frischen Oberfläche kreisförmig Fußabdrücke von Menschen verursacht. Außerdem sind mehrere Hundespuren zu finden. Auch auf angrenzendem Beton wurden durch die an den Schuhen haftende frische Gummimasse Spuren hinterlassen. Es ist unbegreiflich, dass die Person nicht durch das Einsinken der Füße bemerkt haben muss, dass der Gummibelag frisch ist.  

Der entstandene Sachschaden könnte bei rund 170.000 Euro liegen. Das wird abhängig davon, ob der gesamte Belag entfernt und erneuert werden muss. Ein Umstand, der wahrscheinlich ist, um eine einheitliche Farbgebung, wie von den Planern vorgesehen wurde, zu erreichen.

Geschäftsführer Ingbert Rabe von der Ezel Bauunternehmung ist entsetzt über die Ignoranz, mit der nicht das erste Mal Absperrungen auf der Baustelle der Landesgartenschau  missachtet werden. „Das ist einfach respektlos! Wenn Leute trotz Bauzaun und anderer Absperrungen das LAGA-Gelände betreten, müssen sie auch zur Verantwortung gezogen werden“, so Rabe. So wie die Fläche jetzt ausschaut, bleibt es nicht, sagt der Premiumsponsor der Gartenschau mit Nachdruck. Verständlich, nach der Großveranstaltung wird der Bereich der Jungen Gärten mit all seinen Sport- und Spielmöglichkeiten den Namen „Ezel Spiel- und Sportpark“ erhalten. 

Es sei nicht das erste Mal, dass immer wieder auf den Baustellenbereichen  Schäden verursacht werden. Ingbert Rabe  nennt die  Skateranlage  (TZ berichtete). In den letzten Wochen, so der Geschäftsführer, sei beispielsweise auch der neu errichtete Zaun an einem Ausgang aus dem Gartenschaugelände nahe der Bastion VII zerstört worden.  Im Bereich des Bootshauses sucht man sich neue Wege nahe der Elbe, um trotz Zaun, auf das LAGA-Gelände zu gelangen. 

Rabe weist aber auch darauf hin, dass sich die Bürger mit ihrer Ignoranz selbst in Gefahr begeben, wenn sie das abgesperrte Gelände betreten. „Es gibt eine Menge an Fallgruben oder von spitzen Nägeln“, zählt er Gefahren auf. 

Entsetzen über das Vorkommnis gibt es auch bei den Förderern der LAGA. Stadtrat und Förderer Henry Goldammer: „Sowohl als Stadtrat als auch als Mitglied des LAGA-Fördervereins finde ich es eine Frechheit, wie man einfach eine Baustelle begehen kann. Die Baustelle ist durch Verbotsschilder deutlich gekennzeichnet. Wie kann man einfach öffentliches Eigentum beschädigen? Wir hoffen, dass man die betreffenden Personen findet und zur Rechenschaft zieht, denn der entstandene Sachschaden ist schon sehr hoch. Wir machen uns immer Sorgen, dass die LAGA-Baustellen beschädigt werden könnten – zudem besteht schließlich auch Verletzungs- bis hin zu Lebensgefahr für Personen, die unbefugt die Baustellen betreten. Zwar haben wir Verständnis dafür, dass manche Menschen ungeduldig werden, weil das Glacis so lange gesperrt ist, aber das müssen sie nun einmal akzeptieren und sollen sich doch lieber darauf freuen, dass dort etwas Neues entsteht.“

„Die Tat muss sofort aufgearbeitet werden. Das darf kein Bagatellfall sein und bleiben. Stadtverwaltung, Polizei und Staatsanwaltschaft müssen hier zusammenarbeiten und handeln“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins der Landesgartenschau und Stadtrat Dr. Volkmar Harzer. Ein Exempel zu statuieren, wäre angebracht.  Dr. Harald Alex, Stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, sieht das ähnlich: „Hier muss endlich mal was passieren und die Leute zur Verantwortung gezogen werden!“

Und was sagt man in der Stadtverwaltung und der LAGA-Leitung zu dem Schaden und wie geht es weiter? Die am Morgen gestellte Presseanfrage der TZ lag gegen 17.15 Uhr der Redaktion noch nicht vor. 

Unterdessen haben die Ermittlungen wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch beim  Kriminaldienst des Polizeireviers Torgau begonnen. 

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