Donnerstag, 2. Dezember 2021
Donnerstag, 11. November 2021

Heidepreis für Naturschützerin Renate Klausnitzer

Renate Klausnitzer mit dem Heidepreis.

Von Heike Nyari

Renate Klausnitzer (60) aus der Gemeinde Trossin engagiert sich seit Jahrzehnten im Natur- und Umweltschutz. Sie betreut Biberreviere und unternimmt Exkursionen. Für sie eine Herzenssache. Jetzt wurde sie mit dem Heidepreis ausgezeichnet.

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Roitzsch. Die Wälder des Naturparks Dübener Heide sind bunt gefärbt, die Blätter fallen. Das lockt die Menschen in die Natur. Auch Renate Klausnitzer aus Roitzsch zieht es regelmäßig an die frische Luft. Nicht nur in der bunten Jahreszeit. Gern unternimmt sie Exkursionen mit an der Natur interessierten Menschen. Und so war es ein besonderes Erlebnis, an einer Biberexkursion mit der 60-Jährigen im Hammerbachtal teilzunehmen.

Um die 30 Männer und Frauen waren ihrer Einladung nach Bad Düben gefolgt, wo die Naturschutzbeauftragte gute zweieinhalb Stunden im Revier Meister Bockerts unterwegs war. Dabei erfuhren die Gäste unter anderem, dass das Symboltier des Naturparks Dübener Heide eine Schlüsselrolle bei der Erhaltung der landschaftlichen Artenvielfalt spielt.

Naturschutzbeauftragte im Kreis

Renate Klausnitzer kennt die Dübener Heide gut. Seit vielen Jahren engagiert sie sich für diese Region im Natur- und Umweltbereich. Erst vor wenigen Wochen wurde sie deshalb vom Verein Dübener Heide mit dem Heidepreis geehrt. Die 60-Jährige, die in Roitzsch lebt und in der Gemeindeverwaltung Trossin arbeitet, prägte außerdem die touristische Entwicklung der Region. Neben ihrem Einsatz als Revierbetreuerin und Leiterin der Biberfachgruppe Eilenburg-Delitzsch ist sie Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Kranichschutz Dübener Heide und der Gruppe Naturfreunde Bad Düben. Sie ist des Weiteren berufene Naturschutzbeauftragte des Landkreises Nordsachsen für Biber, Kranich, Wildkatze und Wanderfalke und wirkt bei der Entwicklung des Naturschutzgroßprojektes Presseler Heidewald- und Moorgebiet mit.

Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass sie viele Jahre lang als aktives Redaktionsmitglied der touristischen Publikation „Ferienland Dübener Heide“ zahlreiche Artikel zu den Themen Natur, Geschichte und Sehenswürdigkeiten veröffentlichte. Bei Vorträgen und geführten Wanderungen gibt die Roitzscherin ihr umfangreiches Wissen an andere Menschen weiter – wie beim Streifzug durch das beschauliche Hammerbachtal, wo der Biber seine Spuren hinterlassen hat.

Die Macherin

Dass sie jetzt mit dem Heidepreis geehrt wurde, freut sie. Doch Preise zu gewinnen, ist nicht ihre Motivation, sich im Umweltbereich zu engagieren. Für sie ist es vielmehr eine Herzenssache. Und sie handelt aus Überzeugung. Dafür braucht sie nicht die große Aufmerksamkeit, die so ein Preis zunächst mit sich bringt. Sie ist eher die Macherin, will etwas bewegen und draußen sein – und die Menschen mitnehmen und aufmerksam machen, wie sich Natur entwickelt und warum die besonders schützenswert ist. Deshalb geht sie gern mit Leuten auf Exkursion – wie zuletzt in Bad Düben.

Dort treffen unmittelbar am Museumsdorf Dübener Heide mit der Obermühle Schleifbach und Hammerbach aufeinander, um dann wenig später unweit des Roten Ufers in die Mulde zu münden. An diesen Gewässern sind Biber aktiv und die Spuren des Baumeisters und Landschaftsarchitekten somit allgegenwärtig. Mit ihrer Gruppe spazierte sie zunächst zum idyllisch gelegenen Obermühlenteich, der vom Wasser des Schleifbachs gespeist wird. Doch nur wenige Hundert Meter bachaufwärts trifft man auf einen Konfliktbereich, wo der Biber den Schleifbach immer wieder anstaut. So kam es in der Vergangenheit häufiger vor, dass der dort entlanglaufende Terrainkurweg sowie das angrenzende Feld überflutet wurden.

Stabile Population

„Bei uns kommt der Elbebiber auch außerhalb von Elbe und Mulde an nahezu allen Waldbächen vor“, sagt Renate Klausnitzer. Eigentlich müsse man stolz sein, dass es im Naturpark eine stabile Biberpopulation gibt, doch durch die ständige Gestaltung und Neuschaffung seines Lebensraumes gerät das große Nagetier mit der menschlichen Landnutzung immer wieder in Konflikt, insbesondere eben auch dann, wenn der Biber dem Siedlungsraum zu nahe kommt. Die Konflikte wie das Anstauen von Wasserläufen und der Verbiss von Bäumen in Einklang mit menschlichen Interessen zu bringen, ist das Ziel der regionalen Biberfachgruppen beziehungsweise der Biberrevierbetreuer wie Renate Klausnitzer.

Der baumgesäumte Hammerbach führt unterhalb des Bad Dübener Ortsteils Hammermühle bis zum gleichnamigen Natur-Sportbad entlang. Dort wandeln Wanderer auch direkt auf dem überregionalen Lu- therweg und auf der 30 Kilometer langen Heide-Biber-Tour zwischen Bad Schmiedeberg und Bad Düben. Die Quelle des Hammerbachs liegt übrigens im sachsen-anhaltischen Teil der Dübener Heide, etwa einen Kilometer von der Köhlerei Eisenhammer entfernt.

Naturfreunde stets willkommen

Die Biberexpedition führte die Gäste fast bis zur Landesgrenze. Renate Klausnitzer hatte auf ihrer Tour viele Antworten auf spannende Fragen gegeben. Das Metier ist ihr nicht fremd, leitet sie doch seit nunmehr elf Jahren die Biberfachgruppe Eilenburg-Delitzsch. Etwa 30 Naturfreunde sind aktiv und betreuen in dieser Region 80 Biberreviere. Außerdem wurde die Wandergruppe von drei erfahrenen Biberrevierbetreuern sowie von der Naturpark-Mitarbeiterin Janine Meißner begleitet. „Wer sich als Naturliebhaber aktiv in der Dübener Heide stark machen möchte, ist gern willkommen“, wirbt die engagierte Frau aus Roitzsch um Leute, die sich wie sie für Natur und Umwelt begeistern können und die schützen wollen.

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