Donnerstag, 2. Dezember 2021
Donnerstag, 18. November 2021

Es sollen mehr Erlöse bei den Landwirten hängen bleiben

Matthias Schneider, Bürgermeister Holger Reinboth und Thomas Breitling eröffneten den letzten Workshop. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Thema Direktvermarktung: Die Seminare im Landgut Neue Elbe in Pülswerda stoßen  in ganz Sachsen auf großes Interesse bei Agrarbetrieben 

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Pülswerda. Im kleinen Arzberger Ortsteil Pülswerda herrscht normalerweise wenig Bewegung. Wenn nicht gerade Bauernmarkt ist. Doch in den letzten Monaten waren auffällig viele Pkw mit den unterschiedlichsten Kennzeichen zu beobachten. Das Landgut Neue Elbe in Pülswerda ist zu einer wichtigen Adresse für Landwirte aus ganz Sachsen geworden. Ein Mekka für Direktvermarkter!

Sehr wertvoll 

Matthias Schneider und sein Unternehmen Schneider + Freunde GmbH haben in der Vergangenheit wertvolle Erkenntnisse im Bereich Agrarmarketing gesammelt und geben diesen Erfahrungsschatz nun an Berufskollegen weiter. Seit vergangenem Jahr laufen im Landgut Workshops im Rahmen des Wissenstransfers. Diese Leistung wird vom Freistaat Sachsen über das Programm Eler gefördert und ist deshalb für die Besucher zum großen Teil kostenfrei. 

Doch nicht nur deshalb gibt es eine breite Resonanz. Das Thema an sich beschäftigt die Branche gerade intensiv. „Regionale Lebensmittel sind im Trend. Viele Landwirte haben darauf reagiert und vertreiben ihre Produkte in Direktvermarktung. Dies wirtschaftlich zu tun, bleibt indes oft eine Herausforderung“, sagt Matthias Schneider. Man wolle den Seminar-Teilnehmern Möglichkeiten aufzeigen, um Wege zu Endkunden, zu hiesigen Lebensmittelhändlern, zur Gastronomie und zu Regionalläden – ob Bäcker oder Fleischer etc. – zu finden. 

Zum Expertenteam gehören neben Diplom-Agraringenieur Schneider, der auch in der IT-Branche erfolgreich tätig war, dessen Geschäftspartner Diplom-Kaufmann Thomas Breitling, der ebenfalls Dozent an der Management School St. Gallen ist, und der Experte für Mutterkuhhaltung und Sonderhaltungsformen, Dr. Manfred Golze. Die Workshops finden ein bis zwei Mal im Monat statt. „Wir sprechen alle Produktionszweige an, ob Obstanbauer, Gemüseerzeuger, Imker, Schweinehalter, Milchproduzenten oder Marktfruchtbetriebe. Und wir hatten schon Teilnehmer aus ganz Sachsen, aus Chemnitz, Görlitz, aus dem Erzgebirge und natürlich aus der Region Torgau“, zählt Matthias Schneider auf. 

Das Landgut Neue Elbe Pülswerda hat schon in den vergangenen zwei bis drei Jahren größere Bekannheit erlangt. An diesem Standort werden Hereford-Rinder auf den Elbwiesen gehalten. Das Rindfleisch wird hauptsächlich im Großraum Leipzig unter der Markenbezeichnung „Elbweiderind“ als Premiumprodukt vertrieben. Das läuft sehr gut. Bei der Vermarktung und Kundenkommunikation setzen Schneider + Freunde stark auf Online-Wege. Es werden zum Beispiel Newsletter verschickt. Die Verbraucher erhalten dabei regelmäßige Informationen zu Elbweiderindern und zu den Produkten. Das Unternehmen bietet auch sogenannte Landpartien auf die Elbwiesen an – was vor allem bei Großstädtern beliebt ist – und zuletzt sorgte das „Elbweiderind-Zuhause-Gourmetkochen“ für Kundenbindung und für zusätzlichen Absatz. 

Nicht nur an Großabnehmer 

Mit ihrer „Denkwerkstatt Food“ geben die Macher ihre Erfahrungen weiter und setzen neue Impulse für den Aufbau einer eigenen Direktvermarktung. „Unser Ziel ist es, dass mehr Erlöse bei den Landwirten hängen bleiben und dass in der Region sogenannte Wertschöpfungsketten entstehen“, erläutert Matthias Schneider. 

Es könne nicht sein, dass alle Produkte ausschließlich an den Großabnehmer wandern, der wiederum die Preise bestimmt. Manche Betriebe liefern ihre Milch ausschließlich an die große Molkerei und ihr Korn eben nur an den zentralen Getreidehandel. Dabei haben die Unternehmen viele Möglichkeiten, 10 bis 15 Prozent ihrer Produkte über Direktvermarktung zu veräußern. 

Preisfindung 

Im „Impuls-Workshop für Erfolg in der Direktvermarktung“ bekommen die Teilnehmer Einblicke, wie das gelingt, wie das Produkt zur Marke etabliert wird und wie man im Wettbewerb mit dem Einzelhandel bestehen kann. Es geht auch um Risiken und um die Preisfindung für direktvermarktete Produkte. Der nächste Workshop findet am 6. Dezember statt. Im August 2022 wird zudem eine Agrarmarketingkonferenz gemeinsam mit dem Lehr- und Versuchsgut Köllitsch organisiert. Anmeldungen und weitere Informationen unter: sachsen@denkwerkstatt-food.de, über www.denkwerkstatt-food.de oder telefonisch unter Matthias Schneider 0151-65144478.

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