Donnerstag, 2. Dezember 2021
Donnerstag, 18. November 2021

Vorsicht, Napfscheißer!

Siegfried Vogl (r., hier mit Manfred Birkner) nimmt eine Taube genau unter die Lupe.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Mockrehna. Die Audenhainer Geflügelzüchter laden Besucher am Freitag und Samstag in Mockrehna zur Kreisschau ein.

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Ein kurzes Rütteln am Käfig, ein beherzter Griff und schon nimmt Preisrichter Siegfried Vogl das nächste Tier genau unter die Lupe. Was im Ausstellungskatalog unter Kingtaube firmiert, geht bei ihm und seinen vier Preisrichterkollegen auch gerne mal als „Napfscheißer“ durch. Warum? „Diese Tauben haben nun einmal eine richtig unschöne Eigenart. Da muss man schon ein wenig aufpassen, dass man nicht eingesaut wird“, sagt Vogl in seinem noch strahlend weißen Kittel. Und dann kommt ausgerechnet jene Taube auch noch mit einem leichten aber deutlich zu erkennenden Wirbel im Halsgefieder daher. Ein leicht hängender Flügel macht die Sache auch nicht besser. Die Punkte, die Vogl verteilt, scheinen von Mitleid beflügelt. Wobei Gefühle bei den Juroren keine Rolle spielen dürfen. Wie etwas bepunktet wird, steht allein in einem großen Nachschlagewerk beschrieben, das sämtliche in Europa zugelassenen Geflügelrassen auflistet.

Zum Feiertag am Mittwoch herrschte in der Ausstellungshalle des Rassegeflügelzuchtvereins Audenhain auf dem Gelände der Mühle Richter in Mockrehna Hochbetrieb. Alles musste für die Bewertung der gefiederten Tiere am Donnerstag vorbereitet werden. Die Anzahl von 328 ausgestellten Zuchtvögeln stimmte Manfred Birkner, den Vereinsvorsitzenden aus Audenhain, zufrieden. Weniger Tiere als gewohnt, aber immerhin besser, als die Ausstellung wegen der Coronasituation wie im vergangenen Jahr gänzlich abzusagen. Für Züchter Birkner selbst, dessen ganzer Stolz seine Hähne sind, ist es die dritte Ausstellung in diesem Jahr, für seinen Verein die einzige.

Unter Beachtung der 2G-Regel können sich Besucher am Freitag zwischen 15 und 18 Uhr sowie am Samstag zwischen 9 und 18 Uhr von dem zur Schau gestellten Zuchterfolg selbst ein Bild machen. Auf die liebgewonnene Tombola müsse nach Angabe Manfred Birkners allerdings verzichtet werden, denn auch im Verein habe Corona für Personalausfall gesorgt. Stattdessen ist Birkner froh, Besuchern seit langem wieder ein paar Perlhühner zeigen zu können.

Angefangen bei 350 Gramm leichten japanischen Legewachteln bis hin zu einer 9 Kilogramm schweren Pute bieten die in Mockrehna von 37 Zuchtfreunden ausgestellten Tiere eine äußerst breite Vielfalt. Und auch die Herkunftsorte der Aussteller reichen von Ostelbien bis Schmannewitz und von Torgau bis Eilenburg. Jeder der Preisrichter hatte im Schnitt 60 Tiere zu bewerten. Die größte Erfahrung als Preisrichter brachte der 81-jährige Tauchaer Bernd Dietrich mit, der seit 1976 im Geschäft ist. Ihm macht so schnell niemand etwas vor – auch nicht die Thüringer Schwalben, die mit ihrer markanten Haube auf dem Kopf natürlich waschechte Tauben sind.

Zwei Bundesplaketten wurden am Donnerstag vergeben: Eine ging an Manfred Birkner für dessen Zwergbarnevelder schwarz (571 Punkte). Die andere errangen Günther und Ilona Müller aus Staupitz mit ihren Coburger Lerchen silber ohne Binden (568 Punkte).

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