Donnerstag, 2. Dezember 2021
Freitag, 19. November 2021

Nur ein Bewerber für Bürgermeisterwahl

Holger Reinboth.Foto: TZ-Archiv

von unserem Redakteur Nico Wendt

Arzberg. Seit Donnerstag steht fest, wer am 23. Januar 2022 in der Gemeinde Arzberg kandidieren wird. 

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Amtsinhaber Holger Reinboth wird der einzige Kandidat für die Bürgermeisterwahl am 23. Januar 2022 in der Gemeinde Arzberg sein. Dies steht seit Donnerstagabend 18 Uhr definitiv fest. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten Interessenten die Möglichkeit, ihre Bewerbungsunterlagen in der Beilroder Verwaltung abzugeben. 

Ohne Konkurrenz 

Reinboth selbst sah es gestern mit gemischten Gefühlen. Einerseits geht er zwar konkurrenzlos ins Rennen um den Bürgermeister-Posten. Andererseits wäre es für das demokratische Verständnis besser gewesen, wenn die Einwohner noch für ein oder zwei weitere Kandidaten ihre Stimme hätten abgeben können. „So ist es ja keine wirkliche Wahl“, räumte Holger Reinboth ein. Er hoffe nun, wenigstens mit einer hohen Wahlbeteiligung eine überzeugende Legitimation für die nächsten sieben Jahre zu bekommen. Als Amtsinhaber brauchte der 56-Jährige keine Unterstützungsunterschriften. Der Beilroder ist zudem parteilos. 

Unterschiede 

Ein Gegenkandidat hätte sich über eine Partei aufstellen lassen müssen oder hätte 20 Unterstützungsunterschriften benötigt. Dass der Arzberger Bürgermeisterstuhl wenig begehrt ist, liegt wohl auch daran, dass es sich um einen ehrenamtlichen Posten handelt und die Vergütung auf Basis einer Aufwandsentschädigung erfolgt. Damit bestehen „beachtliche finanzielle Unterschiede“ zu einem Amtskollegen, der seine Tätigkeit hauptberuflich ausübt, wie Holger Reinboth andeutete. 

Er selbst beziehe seine Haupteinkünfte durch die Anstellung als LEADER-Regionalmanager. Trotzdem widme er die meiste Zeit seinem Bürgermeisteramt. „Wenn man es richtig machen möchte, ist man jeden Tag und oft auch an den Wochenenden da“, so der Amtsinhaber. Die Gemeinde sei immerhin Arbeitgeber für 30 Beschäftigte. Man trage Verantwortung für den kommunalen Bauhof, für Schule, Kita und Feuerwehr. Bei Versicherungen und Arbeitsschutz sei ein Bürgermeister gefragt. 

Novelle nicht vollzogen 

Mit Interesse blickte der Arzberger Gemeinderat daher im Juli auf eine Kommunalrechts-Novelle. „Die neue Rechtsverordnung sollte regeln, dass alle Bürgermeister in Sachsen künftig hauptamtlich tätig sind. Es sei denn, die Gemeinderäte entscheiden es anders“, schildert Holger Reinboth die Hintergründe. Der sächsische Landtag habe diese Novelle allerdings bis heute nicht vollzogen. Wer einmal ehrenamtlich gewählt ist, bleibe auch ehrenamtlich, fügte das Arzberger Oberhaupt hinzu. 

Verschiebungen 

Dass in der ostelbischen Kommune außerhalb des gewohnten Zyklus gewählt wird, liegt an der Tatsache, dass Amtsvorgänger Hartmut Krieg damals verstorben war. 117 Tage nach dessen Tod wurde am 8. Februar 2015 neu gewählt. Damals hatte neben Holger Reinboth auch Kathrin Lietz kandidiert. 

Arzberg ist aber nicht die einzige Kommune, die einen vorgegebenen Zeittakt nicht einhält. Längst haben sich in ganz Sachsen Verschiebungen ergeben, wenn Bürgermeister zum Beispiel vorzeitig ihren Dienst quittierten. So gab es allein in diesem Jahr 33 Bürgermeisterwahlen in ganz Sachsen, ein Jahr zuvor waren es 69 und im Jahr 2019 immerhin 45. Auch die Gemeinde Beilrode wählt zu einem außerordentlichen Termin, was mit dem Ausscheiden von René Vetters Vorgängerin Heike Schmidt zu tun hat. Eine Neuwahl in Beilrode ist für Oktober 2023 vorgesehen. 

Enormer Zeitaufwand

Holger Reinboth gibt zu, dass er ernsthaft überlegen musste, sich ein weiteres Mal in Arzberg zur Wahl zu stellen. Denn der Zeitaufwand sei doch enorm. „Ich habe mich intensiv mit meiner Familie beraten. Es gab auch viele, die mich ermutigt und bestärkt hatten, das Ehrenamt fortzusetzen“, sagt der Vater drei erwachsener Töchter, der zudem den Vorsitz im Ostelbienverein führt. 

Am 23. Januar haben übrigens rund 1400 Wahlberechtigte die Möglichkeit, ihre Stimme abzugeben. Für sie werden im Ostelbischen Mehrgenerationenhaus Arzberg sowie im Vereinshaus Blumberg Wahllokale eingerichtet. Beide Anlaufpunkte sind barrierefrei. Natürlich können die Einwohner der 18 Ortsteile auch von ihrem Recht auf Briefwahl Gebrauch machen. 

Bilanz gezogen 

Holger Reinboth hat in den vergangenen sieben Jahren mit Unterstützung seines Gemeinderates einiges in der Kommune bewegen können. „Wir haben viel in Technik und Ausstattung der Feuerwehr investiert, Straßen in den Dörfern saniert, die Infrastruktur insgesamt verbessert, den Ausbau der Staatsstraße S 25 angeschoben, erhebliche Summen in die Modernisierung von Grundschule und Kita gesteckt und gemeindeeigene Immobilien saniert. Unser Aushängeschild ist zudem der Bürgerbus“, zog der Bürgermeister eine Bilanz.

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