Donnerstag, 2. Dezember 2021
Sonntag, 21. November 2021

Spitze: Wohlauer und Helfer pflanzen fast 100 junge Kastanien

von unserer Redakteurin Bärbel Schumann

Der Geselligkeitsverein Wohlau startete ein Projekt, bei dem die alten Bäume der Kastanienallee junge Nachbarn bekamen. Kinder wurden Baumpaten und eine große Helferschar war am Sonnabend im Einsatz.

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Wohlau/Oelzschau. ?Freudig zeigt Jule das Baumpatenschild mit ihrem Namen darauf. Die Achtjährige ist eine der 92 Baumpaten, die am Sonnabend mit ihren Eltern, Großeltern oder mit Freunden zur Pflanzaktion des Wohlauer Geselligkeitsvereins gekommen waren. „Vor einem Jahr, zum Nikolaustag, sollte die Aktion bereits stattfinden. Aber durch Corona wurde da alles abgesagt“, erklärt Mutti Katrin Mittelstädt, die im Verein Schatzmeisterin ist und am Sonnabend für die Ausgabe der Holzschilder verantwortlich zeichnete. Deshalb steht auf den Baumpatenschildern auch das Datum des vergangenen Jahres. 

Aber was ist schon ein Datum, wenn man das bunte Gewimmel an diesem Vormittag entlang der alten Kastanienallee sieht? Hier stehen nur noch um die 80 von einst  180  der rund 250 Jahre alten Kastanien, die seit Jahrzehnten Generationen nicht nur zum Sammeln der Kastanien im Herbst lockt. Fast einen Kilometer ist die Allee lang, wo Mitglieder des Vereins schon seit Wochen morsche Baumreste entfernten, die Strecke begehbar machten und auch schon die Pflanzlöcher für die 92 rot und weiß blühenden Kastanienbäume vorbereitet hatten. Junge, vierjährige Bäume, die seit dem vergangenen Jahr im Forstbetrieb Vor der Heide zwischen gelagert und versorgt wurden.

Die Idee zu dem Projekt kam dem Verein schon 2019, als die Lindenallee neue Bäume bekam und man damals schon mit dem Landschaftspflegeverband Torgau-Oschatz zusammenarbeitete. Eine Kooperation, die dank einer Fördermöglichkeit ausgebaut wurde. 35 Kastanien wurden so finanziert. „Und durch das Preisgeld von bei  „Wir packen’S an!“ aufgrund unserer Bewerbung konnten wir noch weitere Bäume hinzukaufen“, erklärt Vereinsvorsitzender Holger Schneidewind. 

An alles, wirklich an alles, haben die Vereinsmitglieder um den Vorsitzenden für die Pflanzaktion gedacht: Anleitungen, wie die Bäume richtig in die Erde kommen, wie der Schutz vor Wildfraß angebracht wird, wie die jungen Bäume gesichert werden, damit sie auch Sturm trotzen – auf jede Frage gibt es auf den Bögen oder von den Fachleuten vom Forstbetrieb Vor der Heide eine Antwort. Ein Wasserwagen steht bereit, damit Wasser in die mitgebrachten Gießkannen zum Wässern der Jungbäume fließen kann. Auf Autohängern liegen Drahtgeflecht,  Hanfseile und Befestigungsstäbe bereit. Auch Mulch können die Helfer zum Schluss zum Abdecken für die Pflanzstelle abholen. 

Es ist ein ständiges Kommen und Gehen am Materialplatz. Wer die Materialien zu entfernten Pflanzstellen nicht tragen kann, der bekommt es transportiert. Das nutzten manche Steppkes wie Anton und Hannes, um ihren Kastanienbaum auf der Ladefläche eines Transporters über Wiese und Feld zu begleiten. Ein Erlebnis, das die Jungs garantiert so nicht gleich wieder bekommen. Apropos Erlebnis. Das bescheren sich manche Familien selbst, denn die Teilnahme an der Pflanzaktion führte mehrere Generationen zusammen, von denen längst nicht mehr alle in der Region zu Hause sind. Baumpaten reisten so beispielsweise aus Berlin, Leipzig oder aus Brandenburg an. 

Im Einsatz an diesem Tag ist auch Madlen Schilder. Die 43-Jährige ist Vereinsmitglied und hat extra ihre Schicht im Krankenhaus so gelegt, um mit ihrer sechsjährigen Tochter Lea dabei zu sein. „Ich bin Oelzschauerin und habe schon als Kind hier Kastanien gesammelt. Es ist schön, dass die Allee wieder neue Bäume erhält und meine Tochter Baumpatin wird. Da kann sie später ihren Kindern oder Enkeln davon erzählen“, so die Oelzschauerin.  Sie findet die Idee mit den Holzschildern mit dem Patennamen einfach toll. „Bei der ersten Pflanzaktion vom Verein haben wir die Schilder alle selbst gefertigt. Die sind dann mit der Zeit verblast. Nun gibt es Holzschilder.“ Die hat übrigens Mario Sprenger auf einer CNC-Fräse gefertigt. Die Schilder sind mitunter nicht der einzige Schmuck, den man an den neu gepflanzten Kastanien am Sonnabend finden kann. Klaras Bäumchen ist mit bunten Luftballons und zwei kleinen Kuscheltieren geschmückt. 

Wer die Pflanzaktion erfolgreich beendete, musste nicht gleich nach Hause gehen. An Feuerkörben konnte man mal wieder Neuigkeiten, Abstand wahrend, austauschen. Für Speis und Trank war ebenso gesorgt. Wie viele Menschen an diesem Tag bei der Aktion auf den Beinen waren, kann man schwer sagen. Belgern-Schildaus neu gewählter Bürgermeister Ingolf Gläser war selbst mit seinen Enkeln Leonie, Laura, Lucas und Egon dabei und vom Zuspruch der Aktion total begeistert. Fakt ist, solch ein buntes aktionsreiches Gewimmel hat es in der Heide lange nicht gegeben, das nicht nur Menschen verbunden hat, sondern auch für die Natur, für Nachhaltigkeit Zeichen setzte.

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