Dienstag, 18. Januar 2022
Donnerstag, 2. Dezember 2021

Impfen in Beilrode: Viel Wartezeit, aber kein Chaos 

Inge Berndt erhält die Impfung. Weiter im Bild Ärztin Stella Kaleth sowie Janine Gerlach, medizinische Assistentin. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

360 Personen haben gestern  in der Ostelbienhalle 
die Spritze gegen Corona erhalten. 

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Michael Schröder hat schon angenehmere Einsätze gehabt. Seit 7 Uhr steht der Beilroder Ordnungsamtschef gemeinsam mit seiner Kollegin Madeleine Braune vor der Ostelbienhalle. Der Wind pfeift, das Thermometer zeigt 4 Grad. Schönes Wetter sieht anders aus. 

Lange Schlange 

Ungeachtet dessen setzt wenig später der erwartete Ansturm der Impfwilligen ein. Rasch füllen sich die Parkflächen, schnell bildet sich vor dem Eingang eine Schlange. Aus allen Ortsteilen der Gemeinden Beilrode und Arzberg kommen Einwohner herbei. Aber Chaos bleibt aus. Dafür sorgen nicht zuletzt Michael Schröder und weitere Mitarbeiter und Helfer. Man habe sich nach den Eindrücken der vergangenen Tage – als sich am Kulturhaus und am PEP in Torgau lange Schlangen bildeten – gut vorbereitet. Bürgermeister René Vetter entschied, statt der alten Schule die Ostelbienhalle als Anlaufpunkt zu wählen. Das Gebäude ist wesentlich größer. Damit hätten mehr Impfwillige die Möglichkeit, sich drin aufzuhalten und vor der Kälte geschützt auf den ersehnten Piks zu warten. Auch Stellflächen für Pkw sind reichlich vorhanden. „Wir haben gezählt, dass direkt an der Ostelbienhalle 30 Parkplätze zur Verfügung stehen und im gesamten Nordring zu dieser Tageszeit noch einmal 60 weitere“, gibt der Leiter des Ordnungsamtes Auskunft. 

Bereits eine halbe Stunde vor Beginn der Impfaktion muss Schröder an der Zufahrt zum Gelände Autos umdirigieren. Zu jener Zeit hat sich vor der Ostelbienhalle schon eine lange Menschenansammlung gebildet. Etwa 100 Personen stehen vor dem Eingang. Das DRK ist mit vier Kräften vor Ort, Männer vom Sicherheitsdienst kontrollieren den Einlass. Doch die wichtigsten Personen sind die zwei Impfärzte Dr. Christian Binner und Stella Kaleth. Sie werden von zwei medizinisch technischen Assistentinnen unterstützt. 

Weggeschickt 

Kaum ist es losgegangen, macht sich vor der Ostelbienhalle Unmut breit. Denn nicht alle haben die Möglichkeit, heute ihre Spritze zu erhalten. „Ich habe eine Dreiviertel Stunde gewartet und muss nun wieder abfahren, weil nach meiner zweiten Impfung noch keine sechs Monate vergangen sind und ich erst Ende Dezember dran wäre. Ich bin stink sauer“, schimpft Karola Schneider. Die 66-Jährige ist extra mit dem Auto aus Arzberg angereist. Wie ihr ergeht es noch anderen, die ihre Booster-Impfung in Empfang nehmen wollten. Anne Lissner, Geschäftsführerin des Kreisverbandes Torgau-Delitzsch, betont später gegenüber TZ, dass es allein die Entscheidung des Impfarztes sei, ob er die 6-Monate-Frist und eventuell eine Woche Karenzzeit einhält oder ob er die Sache großzügiger handhabt. „Im PEP Torgau bin ich auch geboostert worden, obwohl erst fünf Monaten verstrichen waren. Da spielte es keine Rolle. Nur hier werden wir weggeschickt“, kritisiert auch Thoralf Kahle aus Beilrode. Er hatte seine Mutter hergefahren, die ebenfalls ohne Spritze wieder heimkehren muss.

Glücklicherweise bleibt das der einzige Aufreger am Donnerstag in Beilrode. In der Ostelbienhalle läuft die Impfaktion dagegen entspannt und weitgehend störungsfrei ab. 360 Impfdosen – die meisten von Biontech, aber auch von Moderna und geringe Mengen an Johnson & Johnson – stehen zur Verfügung. 

Mit Karte 

„Die Impfaktion findet ohne Voranmeldung statt. Wir haben uns entschieden, ein Kartensystem einzuführen, um Wartezeiten zu verringern und den Impfwilligen zu signalisieren, ob sie überhaupt drankommen können“, sagt Anne Lissner. Die Impfdosen seien abgezählt und jeder in der Schlange erhalte eine entsprechende Karte. Im PEP habe das gut funktioniert. Wer gestern keine Glück hatte, könnte es bei den nächsten Impfterminen in Beilrode am 3. und 4. Dezember sowie am 29. und 30. Dezember wieder versuchen, hieß es. Die Aktion gestern in der Ostelbienhalle dauerte von 9 bis 17 Uhr.

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