Dienstag, 18. Januar 2022
Donnerstag, 2. Dezember 2021

Riesiges Holzdepot lagert in der Falkenstruth

Das Trockenlager bei Kreischau. Hier lagern Stämme aus der Falkenstruth. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Beilrode. Nach dem verheerendem Waldbrand im vorigen Jahr liegen Hunderte Baumstämme in Kreischau zum Abtransport bereit. Zwischenzeitlich wurde die erste Pflanzaktion im Wald beendet. 

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Nach dem Großbrand im August 2020 in der Falkenstruth hat sich das ehemalige ACZ-Gelände an der Bahn zwischen Kreischau und Beilrode in ein riesiges Holzdepot verwandelt. Hunderte Stämme lagern hier, türmen sich zu meterhohen Poltern auf. Werden sie abtransportiert, kommt rasch neues Holz nach. 

Hochbetrieb 

Auch in dieser Woche herrschte in dem Trockenlager, wie der Staatsbetrieb Sachsenforst das Depot offiziell bezeichnet, wieder Hochbetrieb. Zeitweise waren am Mittwoch bis zu vier oder fünf Lkw vor Ort, um Stämme aufzunehmen und wegzubringen. „Allerdings handelt es sich schon seit geraumer Zeit nicht mehr um Brandholz. Das waren alles Bäume, die vom Borkenkäfer befallen sind“, erklärte Waldbesitzer Lukas Kühnel auf TZ-Anfrage. Der Münchner hatte es im vergangenen und in diesem Jahr sozusagen mit zwei katastrophalen Schad-Ereignissen zu tun. Einmal der besagte Großbrand, dann der extreme Borkenkäfer-Befall. 

Sechs Hektar bepflanzt 

Trotzdem wirkte Lukas Kühnel in dieser Woche relativ zuversichtlich. Denn auf der 17 Hektar großen Fläche, auf der im Sommer 2020 die Flammen wüteten, hat sich zwischenzeitlich viel getan. Rund sechs Hektar Waldfläche südlich der Bahn wurde bis November neu aufgeforstet. „Das Wetter spielte uns sehr in die Karten. Es herrschten nahezu ideale Bedingungen. Durch den Regen war der Boden schön feucht“, so der Waldbesitzer. 

Die Spannfellner Holz GmbH, die schon im Frühjahr die Beräumung in der Falkenstruth vornahm, konnte alle Arbeiten planmäßig durchführen. Ganz wichtig sei gewesen, dass es bis November keinen vorzeitigen Wintereinbruch gab. Nun soll die Pflanzaktion im Frühjahr fortgesetzt werden. 

Insgesamt – so die Schätzung – sollen rund 75 000 Bäume neu wachsen. Allerdings wird es sich nicht mehr um reine Kiefernbestände handeln, wie sie durch das Feuer vernichtet wurden. Die Mitarbeiter der Spannfellner Holz GmbH legen Mischwald bestehend aus Roteichen, Pappeln, Ahorn, Birken, Ess-Kastanien, Baum-Haseln, Douglasien, Küsten-Tannen und Kiefern an. Neu sei auch, dass künftig ein zehn Meter breiter Waldrand-Streifen aus Obst- und Waldsträuchern das Areal säumt. Etwa 70 Prozent der Aufforstungskosten bekommen die Flächenbesitzer erstattet. Der Großteil der 17 Hektar gehört Lukas Kühnel. Den Wald hatte vor gut 20 Jahren sein Vater erworben. Bei den verbrannten Kiefern handelte es sich um etwa 70 Jahre alte Bäume, die noch nicht hiebsreif waren. In gut 20 Jahren hätten sie als Bauholz gute Erlöse gebracht. So aber waren die angekohlten Stämme nur noch als Hackschnitzel verwendbar. 

Zu Paletten 

Die jetzigen vom Borkenkäfer befallenen Stämme werden hingegen zu Paletten verarbeitet. „Wir haben die Bäume bis zum Spätsommer beziehungsweise Herbst fällen lassen. Weil die Firma Hit-Holz sie nicht mit einem Mal abholen kann, erfolgt der Abtransport je nach Bedarf und je nach Kapazität“, informierte Kühnel. Das Trockenlager bei Kreischau werde betrieben, um die geschädigten Stämme so schnell wie möglich aus dem Wald zu bekommen und ein Ausbreiten des Borkenkäfers auf gesunde Bäume zu verhindern. Deshalb befindet sich das Holzdepot bei Kreischau in ausreichender Entfernung. 

Der Waldbrand in der Falkenstruth wurde durch einen Heißläufer der Bahn (blockierte Bremse) verursacht. Die Einsatzkosten der Feuerwehren hat die Gemeinde Beilrode mittlerweile vollständig erstattet bekommen, wie Bürgermeister René Vetter bestätigte. Kurioser Zufall ist, dass auch die Freifläche für das Holzdepot bei Kreischau durch ein Großfeuer entstand. Hier war 2014 eine Düngerhalle, in der Stroh lagerte, abgebrannt.

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