Mittwoch, 26. Januar 2022
Freitag, 3. Dezember 2021

Gisela Baumann und Mario Pohle: "Wir machen es nicht für uns"

Gisela Baumann und Mario Pohle vom Heimatverein Arzberg e.V. vor ihren neuesten „Zugängen“ – eine Vitrine und der Seesack des Arzberger Urgesteins Rudi Birke. Foto: SWB/HL

Von unserem Redakteur Henrik Landschreiber

Arzberg. 2005 wurde der Heimatverein Arzberg e.V. aus der Taufe gehoben. Das Vereinsdomizil, war einst das alte Arzberger Schulgebäude. Mario Pohle, Vereinsvorsitzender & Gisela Baummann, Stellvertretende Vorsitzende, erklären warum ihnen das Vereinsleben fehlt.

 

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SWB: Wie begann alles mit dem Heimatverein in Arzberg?
Mario Pohle:
Der langjährige Direktor der Arzberger Schule, Erhard Stibitz, war bei der Vereinsgründung der Hauptinitiator und Antreiber der ersten Stunden. Bei Straßenfesten in der Gartenstraße in Arzberg wurde die Idee geboren. „Geburtshelferin“ im Jahr 2005 war Gisela Baumann und viele engagierte Mitstreiter, die mit viel Herzblut und Initiative den Verein samt Heimatstube auf den Weg brachten. Zwei Jahre Vorbereitung hat es gedauert, bis alles in trockenen Tüchern war. Anfangs hatten wir nur einen kleinen Raum zur Verfügung. Später bekamen wir das komplette Haus in unsere Hände, gab es Straßensammlungen, um das Museum mit Exponaten zu bestücken. Heute befinden sich in allen Räumen Utensilien, Ausstellungsstücke, Dokumente und vieles mehr. Es ist wie eine Zeitreise und weckt Erinnerungen. Unser Verein hat 58 Mitglieder, allerdings liegt der Altersdurchschnitt bei fast 70 Jahren.

Und weil Sie der Jüngste sind, wurden Sie zum Vorsitzenden gemacht? Wie würden Sie Ihr Credo beschreiben?
(lacht) Nein. Ich versuche, immer einen Schritt voraus zu sein. Man muss die Leute immer neugierig machen, neue Wege bei der Organisation von Veranstaltungen gehen. Im Vorstand sprudeln zuweilen die Ideen, die sortiert und gezielt vorbereitet werden müssen. Alles ist nicht umsetzbar. Einiges scheitert schlicht und ergreifend am Geld.

Vereinsleben und Pandemie – wie passt das zusammen?
Wir wurden, wie alle anderen auch, stark ausgebremst. Im vergangenen Jahr wollten wir unser 15-jähriges Vereinsjubiläum feiern. Die Verträge mit den Künstlern waren unterschriftsreif. In diesem Jahr konnten wir unsere Jahreshauptversammlung und am 2. Oktober wenigstens unseren Tag der offenen Tür – die erste und letzte Veranstaltung in diesem Jahr nach der Wiederbelebung – durchziehen. Dennoch waren wir nicht ganz untätig, haben Räume weiter aufgewertet, neue Türen und Fenster bekommen.

Sind alle getroffenen Maßnahmen seitens der Politik immer nachvollziehbar?
Definitiv nicht, nein. Es gab einige unüberlegte Schritte. Eines ist Fakt: Wir nehmen in jeder Situation Rücksicht auf unsere Altersstruktur im Verein.

Wie halten Sie Kontakt zu Ihren Vereinsmitgliedern?
Über das Handy und diverse WhatsApp-Gruppen. Treffen und Arbeitseinsätze waren im kleinen Rahmen möglich. Der Austausch untereinander kam nie zum Erliegen. Informationen gab es über Aushänge und das Amtsblatt. Der ein oder andere Austritt aus dem Verein ist natürlich schmerzlich. Dazu kommt, dass Mitglieder der ersten Stunde vestorben sind. Aber ein Vereinsleben, wie wir es alle kannten, findet nicht mehr statt.
Gisela Baumann: Mir fehlen die Führungen von Schulklassen durch unsere Räume. Schon die Vorbereitungen haben mir immer großen Spaß bereitet.

Was wäre im Dezember in der Heimatstube gelaufen?
Am 4. Dezember wollten wir unsere große Adventsfeier durchziehen. Alles war auf den Weg gebracht. Das geht nun leider nicht mehr. Allerdings wollen wir unseren Mitgliedern eine kleine Aufmerksamkeit zukommen lassen. Also, nicht wundern, wenn eines Tages der Weihnachtsmann klingelt.

Verliert man irgendwann die Lust, sich zu engagieren?
Nein. Ich kann nicht loslassen. Ich mache es ja nicht nur für mich selbst, sondern für die Allgemeinheit. Des Weiteren bin ich mir der Verantwortung für den Vorstand und die Mitglieder bewusst.

Was fehlt Ihnen am meisten?
Das Vereinsleben, das Zusammensein, das gemeinsame Feiern – einfach mal  unbeschwert in Gesellschaft etwas tun, was Spaß macht. Man organisiert und fragt sich: Darf die Veranstaltung überhaupt stattfinden?

Stehen jüngere Leute in den Startlöchern, um das Erbe der Alten fortzuführen?
Außenstehende kommen nicht gerade angerannt (lacht). Nachwuchs bekommen wir meist aus den Familien, wo die Angehörigen schon Mitglied sind. Uns würde es freuen, hätten wir mehrere Generationen in unserem Verein.

Weihnachten ist auch die Zeit des Wünschens.
Mario Pohle:
Mein größter Wunsch wäre, dass alle gesund bleiben. Alles andere ergibt sich.
Gisela Baumann: Wenn ich einen Wunsch frei hätte, wünsche ich mir, dass wir unseren großen Raum beheizen könnten. Damit wäre der Raum ganzjährig nutzbar für Kaffee- oder Kartenspielnachmittage. Eine Heizung für unser Haus wäre echt gut.

Was steht 2022 auf der Agenda?
Wirklich Gedanken über etwas können wir uns noch nicht machen. Den Trödelmarkt wollen wir unbedingt wieder beleben, genau wie wir das leer stehende Rosenholz mit in unsere Aktivitäten einbinden möchten. In der Vergangenheit hielten wir erfolgreich unsere politischen Frühschoppen dort ab.  Wann die nächste Veranstaltung stattfinden darf, steht noch in den Sternen.

¦ Führungen nach vorheriger Anmeldung per E-Mail
heimatverein-arzberg@gmx.de oder Telefon 0178 3799712.

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