Samstag, 22. Januar 2022
Freitag, 3. Dezember 2021

Tempo 30 abgelehnt

Nach dem Ortsausgangsschild geht es in Richtung Schildau statt mit 30 mit 100 km/h vorwärts.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Klitzschen. Die nordsächsische Verkehrsbehörde legt sich bei Klitzschener „Teichstraße“ fest.

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Bei dieser Bemerkung Olaf Zenker am Rande der jüngsten Mockrehnaer Gemeinderatssitzung hätten sicherlich auch jene Räte in den vordersten Reihen spitze Ohren bekommen... wenn sie denn nicht so weit weg gesessen hätten: Das Vorhaben, entlang der Klitzschener Teiche das Durchfahrtstempo zu drosseln, hat  einen schmerzlichen Dämpfer bekommen. Wie der Klitzschener Ortsvorsteher erklärte, sei ein erneuter Versuch von der Verkehrsbehörde abgelehnt worden. Interessant: Nachdem es Anfang des vergangenen Jahres der Klitzschener Ortschaftsrat war, der noch für eine Herabsetzung der Geschwindigkeit auf 30 km/h eintrat, war es nun die Umweltbehörde des Landratsamts, die von der Verkehrsbehörde  ausgebremst wurde. Ein Umstand, der Zenker gleich zwei zusätzliche Falten auf die Stirn zauberte.

Fast genau vor einem Jahr hatte die Torgauer Zeitung über einen wiederholten Anlauf zur Geschwindigkeitsbegrenzung entlang der beiden Teiche informiert. Der Ortschaftsrat des Mockrehnaer Ortsteils hatte damals mit dem Torgauer Naturexperten Gottfried Kohlhase gemeinsam versucht, die gültige 100 km/h-Grenze spürbar zu drücken. Der Torgauer Umweltfreund kritisierte damals in der Torgauer Zeitung die enttäuschenden Schutzmaßnahmen für Mensch und Tier in jenem Bereich. 

Eine Verringerung der Geschwindigkeit sei auch aus Sicht der Dorfbewohner sehr wichtig, hieß es damals. „Unsere ehemalige Pfarrerin, Christine Rothe, hatte vor mehr als 15 Jahren den Versuch unternommen, im Interesse jener Menschen, die die Teiche zur Erholung nutzen, eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu erwirken“, erinnerte sich Zenker. Leider sei das Vorhaben ohne Erfolg geblieben. Schließlich wieder durch Gottfried Kohlhase auf die Agenda gesetzt, sollte das Anliegen nach Meinung Zenkers schließlich mit aller Kraft verfolgt werden, zumal wenige Meter später (aus Richtung Schildau kommend) das Ortseingangsschild stehe und danach ohnehin auf „30“ reduziert werde, argumentierte er. Und Zenker führte im Gespräch mit der Torgauer Zeitung noch einen weiteren Grund an, warum es nach Klitzschen hinein und hinaus nicht mehr so forsch wie bislang gehen dürfe. „Im Zuge der Ländlichen Neuordnung wurde auch ein Rad- und Fußweg gebaut. Dieser endet auf Höhe Wirtschaftsweg in östlicher Richtung zum Wald. Schon ab hier sollte eine Reduzierung der Geschwindigkeit für Kraftfahrer in Betracht gezogen werden – im Interesse der querenden Radfahrer sowie aller Fußgänger“, schlug der Klitzschener vor. Noch besser sei sogar eine Reduzierung der Geschwindigkeit noch vor den Erholungsgrundstücken „Am Weinberg“. Doch dieser Idee räumte der Ortsvorsteher schon mal selbst vor einem Jahr schlechte Karten ein.

Auch der örtliche Biberbeauftragte Eckhard Baumbach unterstützt die Bestrebungen für eine deutliche Reduzierung der entlang der beiden Teiche gefahrenen Geschwindigkeiten. „Ich erlebe fast täglich, mit welchem Tempo die Autos in den Ort rasen“, sagte der Klitzschener. Sollte dennoch kein Weg an der aktuell sehr unbefriedigenden Situation vorbeiführen, erwarte er stichhaltige Argumente von der Verkehrsbehörde. Die hatte nun auch Ortsvorsteher Olaf Zenker erwartet. Doch bis auf einen schlichten Hinweis aus dem Umweltamt, dass das Vorhaben abgelehnt worden sei, liege ihm auch nichts vor. Grund genug für die Heimatzeitung, beim Landratsamt nachzufragen. Dort bestätigte die Pressestelle, dass die Untere Straßenverkehrsbehörde bereits am 21. Juli den Antrag der Unteren Naturschutzbehörde auf Herabsetzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h  und die Anordnung des Zeichens Gefahrenstelle  zurückgewiesen hatte. 

„Nach Prüfung  ergab sich für den Zeitraum von 2005 bis 2020 im betrachteten Streckenabschnitt lediglich ein polizeilich nachgewiesener Unfall eines Kraftfahrzeuges mit einem Exemplar einer geschützten Art (hier: Biber). Darüber hinaus konnte die untere Straßenverkehrsbehörde keine Tatbestände ermitteln, welche die Anordnung von Verkehrszeichen unter Einhaltung der Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung  gerechtfertigt hätten“, hieß es weiter in der Antwort.

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