Dienstag, 18. Januar 2022
Dienstag, 7. Dezember 2021

Streitthema Wittenberger Straße: kommt jetzt der Abriss?

Seit Mai ist die Wittenberger Straße eine Sackgasse für Pkw. Lediglich Fußgaenger kommen an der Sperrung vorbei.Foto: Laura Krugenberg

von unserer Redakteurin Laura Krugenberg

Torgau. Über ein halbes Jahr ist die Wittenberger Straße schon gesperrt und es ist kein Ende in Sicht. Nun sorgt die Problematik erneut für reichlich Diskussionsstoff. 

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Seit über einem halben Jahr ist die Wittenberger Straße nun schon dicht. Lediglich für Fußgänger ist ein kleiner Durchgang offen. Grund für die monatelange Sperrung ist das Haus, oder besser gesagt die Ruine, mit der Nummer 17. Seit Mai berichtet die TZ wiederholt von der Sperrung und seit Mai heißt es immer wieder von der Stadt: „Es ist eine Lösung in Sicht.”

Ärger über „Ghettowand“

Doch bis jetzt hat sich an der Situation nichts geändert. „Die Mauer”, wie einige Torgauer die Straßensperrung scherzhaft nennen, steht noch und das sorgt für reichlich Unmut – bei Bürgern, ansässigen Händlern und nun auch bei den Stadträten. „Ich kann mich an ein großes Wahlversprechen der Oberbürgermeisterin erinnern, und zwar, dass die Ruinen in Torgau verschwinden. Und jetzt sperren wir seit Mai eine ganze Straße immer mit der Aussage ,Wir lösen das Problem’. Diese hässliche Ghettowand steht immer noch und die paar Händler, die wir in Torgau haben, vergraulen wir damit auch noch”, ärgert sich Michael Bagusat-Sehrt, Stadtrat der Fraktion Die Linke. In der letzten Stadtratsitzung, Anfang November, hatte er die Sperrung wieder auf den Tisch gebracht. Eine konkrete Aussage, wie es nun weiter gehen soll, wurde aber noch nicht geäußert. Vonseiten der Stadtverwaltung heißt es  auf konkrete Nachfrage der TZ, dass die Sache nach wie vor in Klärung ist.  

Ein leidiges Thema, ohne Frage, denn eine einfache Lösung gibt es nicht. Der Eigentümerin fehlt es an finanziellen Mitteln, das Gebäude zu sichern – geschweige denn,  wieder herzurichten –, und ein Abrissvorhaben wurde bereits einmal durch den Denkmalschutz abgelehnt. Im September äußerte sich Rechtsreferent Andreas Gerner von der Stadtverwaltung Torgau im Gespräch mit der TZ erneut zum Streitthema: „Die Wittenberger Straße längerfristig zu sperren, war nicht das Ziel. (?…) Dass dies im Sinne der Anwohner und Gewerbetreibenden keine dauerhafte Lösung sein kann, ist der Verwaltung der Stadt Torgau bewusst. Deshalb arbeitet diese intensiv daran, für Abhilfe zu sorgen. Wir sind inzwischen auch schon ein Stück weitergekommen – sowohl was den möglichen Abriss oder aber auch eine etwaige andere Möglichkeit zur Sicherung des Objektes angeht. Eine Lösung ist also in Sicht.” Für beide Vorgehensweisen wurden im vergangenen Sommer bereits Gutachter beauftragt. Demnach ist die grobe Sicherung der Immobilie mit etwa 130 000 Euro beziffert. Der Abriss hingegen soll nur rund 60 000 Euro kosten. „Der Stadtrat hat Anfang November den Bau eines Fußgängerüberweges in der Bahnhofstraße abgelehnt. Kostenpunkt: um die 60 000 Euro. Jetzt frage ich mich, warum nehmen wir das Geld nicht für den Abriss in der Wittenberger Straße? Immerhin redet man seit Monaten von einer zeitnahen Lösung. Ich kann mir den Stillstand nicht erklären. Zwar ist mir bewusst, dass die Eigentümerfrage und die des Denkmalschutzes Zeit in Anspruch nimmt, aber doch kein halbes Jahr. Eine Sperrung über diesen Zeitraum ist Wahnsinn”, äußert sich Stadtrat Bagusat-Sehrt gegenüber der TZ. Doch das Geld für eine geplante Baumaßnahme einfach für Abbruch der Ruine zu verwenden, ist leichter gesagt als getan. Laut Stadtverwaltung wird der gesamte Stadtrat demnächst zur Wittenberger Straße zu entscheiden haben: „Außerplanmäßige Ausgaben über 25 000 Euro werden immer vom Stadtrat entschieden und nicht von der Oberbürgermeisterin oder einem einzelnen Stadtrat.”

Kein Einzelfall

Doch dieses Problem-Haus ist nicht alleine. Einige weitere Beispiele für Häuser mit Sicherungs-Anordnungen oder bei denen Verfahren laufen sind laut Stadtverwaltung die Dommitzscher Straße 3, direkt am Bahnhof, die Fischerstraße 10 und die alte Kaufhalle in Nordwest im Finkenweg. „Ich ärgere mich, dass in Torgau so viele Häuser verfallen und dann erst was gemacht wird, wenn es zu spät ist und wir dann ganze Straßen dicht machen müssen. Die Wittenberger Straße sollte für uns ein abschreckendes Beispiel sein“, so Bagusat-Sehrt. Ob und wann der Abriss nun kommt und dadurch ein Ende der Sperrung in Sicht ist, bleibt also nach wie vor offen. Es bleibt, die heutige Stadtratssitzung abzuwarten, wie über die Problematik entschieden wird, falls das Thema aktuell diskutiert wird. Michael Bagusat-Sehrt versichert der TZ aber eins: „Ich werde das Thema so lange anbringen, bis wir eine konkrete Lösung dafür haben.“

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