Montag, 8. August 2022
Mittwoch, 8. Dezember 2021

Der Sheriff vom Hartenfelsstadion

Volker "Schnecke" Becker – Chef des Ordnungsdienstes bei Hartenfels Torgau.Foto: Thomas Manthey

Torgau. Volker Becker sichert als Chef des Ordnungsdienstes die Fußballspiele des SC Hartenfels Torgau 04 ab. SCH-Vereinschef Sören Wachsmann „Volker? Absolut zuverlässig!“

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Er kennt inzwischen jeden Spieler der ersten und zweiten Herrenmannschaft, etliche A-Junioren- und auch einige andere Nachwuchsspieler des SC Hartenfels 04. Darüber hinaus kennt er viele Spieler des Gastmannschaften, die samstags, sonntags und gelegentlich Freitagabend im Stadion am Ufer des Großen Teiches mit den Hartenfelsern um Tore und Punkte wetteifern. Und „Schnecke“ kennt sowieso jeder – sei es der aktive Kicker, Fan, Betreuer oder der Funktionär. „Schnecke“ ist Chef des Ordnungsdienstes bei Hartenfels. 

Ein Ordnungsdienst gehört mittlerweile zu jedem Fußballspiel dazu, wie der Ball, die Fußballschuhe, wie das Tor, der Schiedsrichter. Ohne Ordnungsdienst läuft beim Fußball nix. 

Mit bürgerlichem Namen heißt Schnecke Volker Becker. Der gelernte Bäcker, der seit 1992 EU-Rentner ist, ist in diesem Jahr 60 Jahre geworden. Und den runden Geburtstag nahm der Vorstand des SC Hartenfels 04 zum Anlass einem seiner treuen Mitglieder und seiner ehrenamtlichen Helfer einmal Danke zu sagen. Leute wie Volker Becker stellen sich und ihre Freizeit bei Wind und Wetter zur Verfügung. Sie sind ein Teil im Stellwerk, damit Fußball im Spielbetrieb betrieben werden kann. Dabei bedarf es zuverlässiger Leute.

SCH-Vereinschef Sören Wachsmann (48) ist froh, dass er in den Reihen der Vereinsmitglieder Leute wie Volker „Schnecke“ Becker hat. „Die brauchst Du im Verein. Schnecke ist absolut zuverlässig. Du kannst Volker 24 Stunden am Tag anrufen. Er ist immer am Start, wenn er gebraucht wird – bei Wind und Wetter!“, so Wachsmann über den 60-Jährigen.

Dabei hat Volker Becker selbst nie aktiv Fußball gespielt. Er war und ist immer nur Zuschauer bei Fußballspielen. Als Fan schlägt sein Herz für den SCH04, den FC Bayern und den 1. FC Lok Leipzig. 

Seit dem Zusammenschluss der Fußballer des SSV 1952 und des FC Blau-Weiß zum neugegründeten SC Hartenfels 04 im Jahr 2004 ist Schnecke Mitglied im Verein und übernahm fortan Aufgaben im Zusammenhang mit dem Ordnungsdienst bei Spielen der Hartenfels-Herren. Zunächst war er „nur“ Einlasser, doch ob seiner Zuverlässigkeit wurde er dann alsbald zum Chefordner befördert. So regelt der 60-Jährige weiterhin den Einlass, führt dabei hin und wieder Kontrollen durch und erbittet sich von den Fans und Zuschauern auch mal einen Blick in den Rucksack oder in die Umhängetasche werfen zu dürfen, wenn dieser/diese im ein wenig sonderbar erscheint. Oder wenn er gar Alkohol unter der Jacke oder in der Tasche vermutet. Während des Spiels patrouilliert Becker durchs Stadion, hält mit den Besuchern gelegentlich einen Schwatz, und tut seine Meinung kund, warum Hartenfels „heute“ gewinnt oder es schwer hat, verliert oder unentschieden spielen wird. Erste Aufgaben an einem jeden Spieltag ist jedoch immer die Hartenfels-Fußballer, das Schiedsrichterkollektiv und die Gästemannschaft, die oftmals mit dem Bus anreist, durch das große Eingangstor reinzulassen. Bei den Gästespielern gibt es gelegentlich Diskussionen, wieso, weshalb, warum diese nicht mit dem privaten Pkw auf das Stadiongelände dürfen. Doch Volker Becker ist und bleibt resolut und hartnäckig: „Tut mir leid, das Stadion ist nur für die Hartenfelser und Zuschauer am Spieltag befahrbar! Ihr habt dort einen eigens eingerichteten Parkplatz.“ Großen Ärger gab es bislang nur ganz wenig. Es ist wahrscheinlich Beckers freundliche und einfache Art und Weise mit den Leuten zu reden. Was jedoch nicht bedeutet, dass er nachgiebig ist: „Ich halte mich bei meinen mir übertragenen Aufgaben strikt an die Anweisungen meines Präsidents. Immer!“, gibt der 60-Jährige zu verstehen.

Am Spieltag ist Schnecke zumeist schon unterwegs in Richtung Hartenfelsstadion, wenn andere am Mittagstisch den Nachschlag auf den Teller packen. „Ich bin immer eine halbe bis dreiviertel Stunde vor Spielbeginn im Stadion. Und mein Job geht so bis 17, 17.30 Uhr“, so Becker. Bedeutet: Rund viereinhalb Stunden Ehrenamt für seinen Verein. Doch diesen Job tut er gern und gewissenhaft. Die Lebensgefährtin von Volker Becker (geschieden/2 Töchter) findet es prima, dass sich ihr Volker so für den Fußball bei Hartenfels Torgau einbringt. Sie nutzt die Zeit für sich, in der ihr Volker im Stadion ist, oder aber besucht regelmäßig ihre Tante.

Ach so, und Sie wollen sicherlich noch wissen, wie Volker Becker zu seinem Spitznamen „Schnecke“ kam: Während seiner Lehre in der Bäckerei Füchsel in Torgau (Bäcker Becker!) wurde er zunächst immer „Schneckenbäcker“ genannt. Später wurde daraus dann kurz „Schnecke“.

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