Mittwoch, 22. Dezember 2021

Deutliche Kritik an Wegeverkauf

Der Gemeinderat Mockrehna hat dem Verkauf der Gasse bereits zugestimmt.Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Audenhain. In dem Mockrehnaer Ortsteil regt sich Kritik am Verkauf der Kleinen Gasse in Oberaudenhain.

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Es gab schon so einige Mockrehnaer Gemeinderatsbeschlüsse, die mit einem lauten Begleitgeräusch einhergingen. Dieser hier nicht. Es geht um den Verkauf der Kleinen Gasse in Audenhain. Der bislang noch öffentliche Weg in Oberaudenhain verbindet  Mockrehnaer Straße und Große Gasse. Er grenzt direkt an  ein neues Wohn- und Ärztehaus, das Bauunternehmer Falk Lippe derzeit hochzieht. Als Begründung für den Verkauf des Wegs wurde angeführt, dass dieser  angeblich nicht mehr genutzt und deswegen getrost verkauft werden könne. So zumindest sah es auch der Audenhainer Ortschaftsrat, der dem Gemeinderat eine entsprechende Empfehlung mit auf den Weg gab. 

Doch kaum war der Beschluss gefasst, zürnte in dem Mockrehnaer Ortsteil des Volkes Seele. „Die dargelegte Begründung entspricht  nicht den wirklichen Verhältnissen, sondern dient  den Kaufinteressenten nur zur Untermauerung ihrer Begehrlichkeiten“, fasste es der ehemalige Ortsvorsteher Harry Liebmann zusammen. Jener vom motorisierten Verkehr freie Weg werde seit Generationen von den Audenhainer Einwohnern genutzt. „Er ist auch heute noch ein beliebter Weg, welchen Radfahrer, Fußgänger, Spaziergänger – auch mit Rollator –  und Kinder immer noch nutzen“, sagt Liebmann. 

Das Gässchen, 1995 grundhaft ausgebaut und mit Betonpflaster versehen, ist auch heute noch nach 16 Jahren in einem sehr guten Zustand und erfordert nach Ansicht Liebmanns  deshalb in den nächsten Jahren keinerlei Instandhaltungsmaßnahmen. Der Weg sei seit mehreren 100 Jahren Bestandteil des Audenhainer Oberendes und sollte nicht privaten Interessen geopfert werden. Die Meinung mancher Ortschaftsräte, dass letztendlich der Gemeinderat darüber entscheide, entspreche nicht dem wirklichen Verfahrensverlauf und sei nur ein Verstecken hinter jenem Gremium, um späteren Vorwürfen der Bürger zu entgehen, dem Verkauf aufgrund persönlicher Interessen und Gleichgültigkeit zugestimmt zu haben. Harte worte Liebmanns. 

Auch die Äußerung von Ortsvorsteher Lothar Haupt, dass es in Niederaudenhain keinen Kirchweg mehr gebe (wurde zu DDR-Zeiten überbaut) und demzufolge Oberaudenhain auch keinen mehr benötige, verwundert Liebmann. Dem Verkauf derartiger Anlagen in den Ortsteilen  und der dann zu erfolgenden Zustimmung durch den Gemeinderat, müsse immer das Einverständnis des jeweiligen Ortschaftsrats vorliegen. „Sollte dieser Weg aus dem Ortsbild  Oberaudenhains nun verschwinden, ist dies dann allein dem Audenhainer Ortschaftsrat zuzuschreiben“, betont der Ortschronist. Eine weitere Frage stelle sich dahingehend, wieso die Gemeindeverwaltung  dem Verkauf öffentlicher Wege in Ortsteilen, welche nach wie vor von den Bürgern genutzt würden, ohne zu hinterfragen zum Verkauf freigebe. Nach Ansicht Liebmanns benutze Bürgermeister Peter Klepel die Meinung des Ortschaftsrats als Schutzschild für seine Zustimmung.

An dem Verkauf des Grundstücks wird seitens der Verwaltung indes nicht mehr gerüttelt. Zuletzt habe es nochmals ein Gespräch mit dem Ortschaftsrat gegeben, der bei seiner Meinung geblieben sei, hieß es aus Mockrehna.

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