Donnerstag, 20. Januar 2022
Mittwoch, 29. Dezember 2021

Steigende Papierpreise treffen Torgau-Kuvert

Das vollautomatische Hochregallager von Torgau Kuvert in Süptitz gibt dem Standort nicht nur künftig sein Gepräge, sondern ist auch wichtig, um am Markt konkurrenzfähig zu sein. Foto: Bärbel Schumann

von unserer Redakteurin Bärbel Schumann

Süptitz?. Gestiegene Energiekosten, steigende Preise auch in anderen Bereichen – was im privaten Haushalt seit Wochen am Monatsende spürbar am verbleibenden Rest in der Geldbörse wird, das stellt auch Unternehmen täglich vor neue Herausforderungen. Erst recht, weil die Rohstoffpreise in den letzten Monaten drastisch in die Höhe geklettert sind, Zulieferunternehmen sich neu ausrichten und man so perspektivisch neue Lieferanten suchen muss. All das sind Herausforderungen, denen man sich derzeit auch bei Torgau-Kuvert in Süptitz stellt.

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Gestiegene Energiekosten, steigende Preise auch in anderen Bereichen – was im privaten Haushalt seit Wochen am Monatsende spürbar am verbleibenden Rest in der Geldbörse wird, das stellt auch Unternehmen täglich vor neue Herausforderungen. Erst recht, weil die Rohstoffpreise in den letzten Monaten drastisch in die Höhe geklettert sind, Zulieferunternehmen sich neu ausrichten und man so perspektivisch neue Lieferanten suchen muss. 

All das sind Herausforderungen, denen man sich derzeit auch bei Torgau-Kuvert in Süptitz stellt. Torgau-Kuvert gehört zur Mayer-Gruppe, dem größten europäischen Hersteller im Bereich Briefumschläge sowie Versand- und Verpackungslösungen. Dabei bestimmt zusätzlich die Großbaustelle auf dem Firmengelände das Tagesgeschehen. Seit Oktober 2020 wird das Firmendomizil mit einem völlig neuen Versand- und Kommissionierungsbereich und dem Neubau eines modernen vollautomatischen Hochregallagers mit 6060 Palettenplätzen erweitert. Das Lager arbeitet nach seiner Fertigstellung vollautomatisch. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme ist für Juni 2022 geplant. Das Hochregallager ist eng angebunden an einen automatisierten Logistikbereich. 

Wie sehr all das miteinander verknüpft ist, wird deutlich im Gespräch mit Geschäftsführer Thomas Schwarz und Betriebsleiterin Silke Gosdschick. Im Dreiheider Ortsteil werden alle gängigen Standardhüllen, besonders aber die Herstellung von zellophanierten Briefumschlägen in handlichen Kleinpackungen und auf maschinenfähige Kuvertierhüllen gefertigt. Auf Letzteres ist man in der zu den ältesten Briefumschlagherstellern Deutschlands gehörenden Fabriken spezialisiert. Innerhalb von nur 24 Stunden schafft es das Unternehmen mit einem ausgereiften Logistikkonzept, Kundenaufträge zu realisieren. 

Derzeit verlassen 1,7 bis 1,8 Milliarden hergestellte Briefumschläge in reinweiß Süptitz. „Perspektivisch nach Abschluss der Bauarbeiten wird Süptitz mit dem vollautomatischen Hochregallager unser Hauptwerk und gehört dann auch zu den Vorzeigestandorten in der Branche“, erklärt Geschäftsführer Thomas Schwarz. Ziel ist, dass künftig zwischen 2,5 und 3,0 Milliarden Briefumschläge das Werk verlassen. Das heißt auch, das entsprechende Papier langfristig zu bestmöglichen Konditionen zu sichern, um Aufträge zu erfüllen. 

Eine Herausforderung, die an Bedeutung gewonnen hat, seit sich der führende Hersteller für Schmalrollen in reinweiß Stora Enso aus diesem Geschäftsbereich nicht nur in Deutschland zurückgezogen hat. Es habe schon einige Anstrengungen bedurft, um den Papierbedarf für das Unternehmen zu sichern und wenn ja, dann zu welchen Konditionen, machen beide deutlich. In der Branche sei es üblich, Jahreskontrakte abzuschließen, um Versorgungssicherheit bei der Erfüllung der Aufträge zu haben. Um den Ausfall von Stora Enso zu ersetzen, war das Unternehmen europaweit bei der Lieferantensuche unterwegs. „Hinzu kommen noch Preiserhöhungen. Durch die gestiegenen Energiekosten liegen hier die Papierpreise zwischen 30 und 35 Prozent höher“, so Schwarz. Fast im 14-Tage-Rhythmus kletterten in den Papierfabriken die Preise immer noch. Bei den Herstellungskosten der Briefumschläge schlagen sich ebenso die explodierten Energiepreise mit 40 bis 45 Prozent zusätzlich nieder. Also musste man sich gleich mehreren Herausforderungen stellen. „Wir waren im Februar einem Engpass nahe“, gibt der Geschäftsführer zu. Aber das sei vorbei.

Um trotz aller Preiserhöhungen konkurrenzfähig zu bleiben, trage auch der Ausbau des Süptitzer Standorts in der Unternehmensgruppe künftig bei. Doch auch, um hochmodern und teilweise vollautomatisch produzieren zu können, braucht es auch die Mitarbeiter dazu, um beispielsweise die hochmodernen Maschinen auslasten zu können. Deshalb werde sich, so Betriebsleiterin Silke Gosdschick, die Personalstärke fast verdoppeln. 

Gegenwärtig zählt Torgau-Kuvert in Süptitz 107 Mitarbeiter. Auch wenn der Abschluss der Großinvestition erst gegen Mitte des neuen Jahres geplant ist, die Suche nach neuen Mitarbeitern hat längst begonnen. „Wir bieten interessante moderne  Arbeitsplätze und eine Zukunftsperspektive in der Region. Wer sich dafür interessiert, sollte sich bei uns melden. Er ist herzlich willkommen“, unterstreicht Thomas Schwarz.  

 

INFO: Turbulenzen auf dem Papiermarkt 

Die Turbulenzen auf dem Papiermarkt haben dramatische Züge angenommen. Aus der Papier-Knappheit zu Jahresbeginn ist ein Mangel geworden, der Druckern und Verlegern schwer zu schaffen macht. Er trifft Buchverlage, insbesondere aber Medienhäuser: Vor allem beim Zeitungspapier, das in der Regel aus Altpapier produziert wird, ist der Markt leer. 

Wer noch Nachschub bekommt, muss dafür tief in die Tasche greifen: Der Tonnenpreis für Altpapier ist seit Jahresbeginn um 75 Prozent gestiegen. Im September lag er bei 186 Euro – nahezu doppelt so hoch wie zu Jahresbeginn. „Die Situation ist besorgniserregend“, sagt Stephan Krauss, Vorsitzender des Bundesverbands des Deutschen Papiergroßhandels.

Beim Bundesverband befürchtet man, dass die Krise länger anhalten könnte. „Selbst wenn die Verfügbarkeit wieder besser werden sollte, gehe ich davon aus, dass die Papierpreise kostenbedingt hoch bleiben“, sagt Stephan Krauss. Allerdings, so sagen Branchenexperten, seien die Preise fast noch das geringste Problem. Viel dramatischer für die Druckereien: Für 2022 sei nicht nur unklar, zu welchem Preis das Papier eingekauft werden könne, sondern ob überhaupt genügend Rohstoff ankomme.  D. Krauter

 

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