Donnerstag, 20. Januar 2022
Donnerstag, 30. Dezember 2021

Die Liebe zum schweren Eisen neu entdeckt

Sophie Klaus gab in Berlin ihr Debüt beim Hyrox. Foto: Privat

von unserem Redakteur Thomas Manthey

Torgau. Sophie Klaus ist deutsche Meisterin im Boxen und Gewichtheben. Ihr wurde ein großes sportliches Talent vorausgesagt. Doch als sich die junge Torgauerin mit Haut und Haar dem Leistungssport verschrieben hatte und das Sportgymnasium in Chemnitz besuchte, stellten sich gesundheitliche Probleme ein.

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Kraftsport?. Sophie Klaus ist deutsche Meisterin im Boxen und Gewichtheben. Ihr wurde ein großes sportliches Talent vorausgesagt. Doch als sich die junge Torgauerin mit Haut und Haar dem Leistungssport verschrieben hatte und das Sportgymnasium in Chemnitz besuchte, stellten sich gesundheitliche Probleme ein. Der Rücken machte nicht mehr mit. Die Turnschuhe, Boxhandschuhe und der Gewichthebergurt kamen an den berühmten Nagel. Sophie Klaus ließ den Sport, Sport sein.

Das war 2015 und geschah in der Zeit, in der sich die heute 27-jährige Torgauerin auch beruflich neu orientierte und aufstellte. Ursprünglich wollte die zweifache deutsche Junioren-Meisterin im Gewichtheben und Junioren-DM-Siegerin im Boxen zur Polizei, doch dort bereits angefangen, stellte sie alsbald fest, Polizei ist nichts für mich. Sophie Klaus sattelte um. Die Torgauerin, die privat zwei Pferde und eine Kuh hat, absolvierte eine Ausbildung in der Landwirtschaft und studierte im Anschluss in Halle an der Saale Landwirtschaft. Tiere bestimmen ihren Alltag und ihr Leben. Seit einigen Jahren arbeitet die passionierte Reiterin (seit dem 4. Lebensjahr) bei Masterrind als Beraterin und Managerin im Bereich Tierwohl und Tiergesundheit für Milchviehanlagen. So weit, so gut.  

Nicht gut: Nach Ende der Sportlerkarriere legte die junge, aufgeschlossene Torgauerin vom Gewicht her zu. Sie fühlte sich nicht mehr wohl und wollte auch nicht mehr ständig Fragen zu ihrer Gewichtszunahme beantworten und sich rechtfertigen. Irgendwann reichte es Sophie Klaus. Blickt sie auf ihre Zeit als Leistungssportlerin zurück, so schätzt sie diese heute wie folgt ein: „Ich war wie ein Sportgerät – musste immer funktionieren!“. Doch die Torgauerin funktionierte aufgrund gesundheitlicher Probleme auf einmal nicht mehr.

Im vergangenen Jahr nahm sie ihr Herz in die Hand und beschloss dann, im Sommer wieder mit dem Sport anzufangen. Ganz zur Freude der Eltern, Großeltern und der anderen Familienmitglieder. Denn die 27-Jährige entstammt einer Sportlerfamilie. Opa Günter-Werner Klaus (83) war viele Jahre im Rennradsport tätig. Als Sektionsleiter Radsport bei der BSG Lokomotive Torgau und später beim TSV Blau-Weiß Torgau und als Trainer („Der Schwarze“) brachte er mehrere Topfahrer heraus und ist in ganz Ostdeutschland bekannt. Und auch Sophies Mutter Annett Klaus (50) war eine erfolgreiche Radsportlerin. Dann ist auch noch Cousin Manuel Eckert zu nennen, der in der Leichtathletik erfolgreich war und später dann zum Handballsport wechselte.   Die ehrgeizige Torgauerin richtete ihren Alltag wieder sportlich ein, warf alte Gewohnheiten über Bord, stellte ihre Ernährung komplett um und trainiert wieder fleißig im Fitness-Studio und zudem zusammen mit Cousin Manuel im familieneigenen Fitness-Keller, geht viele Tage in der Woche joggen („Ich laufe die Woche zumeist 60 bis 70 Kilometer.“). Die 27-Jährige studiert(e) Fachbeträge zur Körperertüchtigung und betreffs gesunder, zielführender Ernährung im Internet, stellt eigene Ernährungs- und Trainingspläne auf. „Mich hat es wieder richtig gepackt. Ich hatte wieder Lust auf Sport!“, so Klaus. Ihr Lebenspartner ist ebenfalls sportlich, trainiert viel und ist ihr eine große Stütze. Sophie hat ihre Lust am Sport und am regelmäßigen Training wiedergefunden. Der radikale Lebenswandel und die bewusste Ernährung wurden mehr und mehr sichtbar. „Heute fühle ich mich mit meiner Figur und in meiner Haut wieder wohl“, bekennt die dreifache deutsche Meisterin im Gewichtheben beziehungsweise Boxen. 

Inzwischen hat die Torgauerin das Bodybuilding für sich entdeckt. Sie trainiert Muskelgruppen und Körperpartien ganz bewusst und gezielt. Wer Sophie Klaus bei ihrem Training im Torgauer Fitness-Studio Fit & Fun erlebt, sieht eine konzen-trierte, auf ihre Übungen fokussierte, stets allein trainierende und mit Kopfhörern ausgestattete junge Sportlerin. Sie trainiert an Geräten, viel mit Kurzhanteln und der Langhantel. Es macht ihr Spaß. Der regelmäßige und inzwischen wieder intensive Sport tut der 27-Jährigen gut. Wenn sie beruflich unterwegs ist, dann besucht sie am Abend auch schon mal ein Fitness-Studio in Jena, Berlin oder Leipzig.

Ihr Ziel für 2022 ist es, dass sie in das Bodybuilding einsteigt. Jedoch in den Bereich, der hinsichtlich Doping, Pillen, Anabolika und, und, und sauber ist: „Ich möchte schon gern Wettkämpfe bestreiten, in welcher Klasse, ob Wellness oder aber Figur, das weiß ich noch nicht. Auf alle Fälle in der Klasse, wo die Athleten vorab auf Anabolika und Co. getestet werden“, so Sophie Klaus´ klare Meinung. Zudem will die junge Torgauerin auch diverse Crossfit-Wettkämpfe bestreiten, so sind Starts zusammen mit ihrem Lebenspartner oder aber als Solistin in München und Hannover geplant. „Diesbezüglich suche ich noch Anschluss an eine Crossfit-Gruppe in Torgau“, gibt die 27-Jährige zu verstehen.

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