Montag, 17. Januar 2022
Sonntag, 2. Januar 2022

Die ersten Wochen im Bundestag

von unserer Redakteurin Bärbel Schumann

Nordsachsens Mandatsträger erzählen über ihre Erlebnisse, Emotionen und Persönliches, seit sie Politik auf Bundesebene und in der Oppositionsrolle machen.

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Am 26. Oktober trat der neu gewählte Bundestag zu seiner ersten Plenarsitzung zusammen. Dort ist der Landkreis Nordsachsen zweifach vertreten. Für die CDU zog Dr. Christiane Schenderlein (40) und für die AfD René Bochmann (52) in das Parlament ein.  Bochmann ist am 26. September direkt gewählt worden, Schenderlein kam über die Landesliste ins Parlament. Wir haben sie zum Jahreswechsel auf ein Wort gebeten und ihnen die folgenden Fragen gestellt, die sie schriftlich beantworteten. 

 

Welche Emotionen hatten Sie, was ging Ihnen an diesem Tag durch den Kopf, erstmals dem Bundestag  anzugehören?

Christiane Schenderlein: Vorfreude auf die kommenden Herausforderungen und Aufgaben. Stolz, dass ich es nach dem harten Kampf geschafft habe, die Bürgerinnen und Bürger Nordsachsens in Berlin vertreten zu dürfen und nicht zuletzt Demut vor dem hohen Haus und dem Amt.

René Bochmann: Insgesamt lassen sich die Emotionen mit Stolz umschreiben. Zum einen war ich in erster Hinsicht besonders stolz und dankbar, für unser Land und Volk in Berlin dienen zu dürfen. Zum anderen war ich auch stolz, das erste AfD-Bundestagsmandat als Direktkandidat für Nordsachsen gewonnen zu haben. Über den Stolz hinaus verspürte ich eine gewisse Frische, die mit den neuen (politischen) Aufgaben einhergeht. Nichtsdestoweniger nahm ich deutlich die Verantwortung in Verbindung mit den uns als AfD bevorstehenden Oppositionsaufgaben wahr, insbesondere mit besorgtem Blick auf die neue Regierung.

 

Welche Aufgaben und Funktionen haben Sie übernommen beziehungsweise  übertragen bekommen?

Christiane Schenderlein: Ich bin zur Sprecherin für Kultur und Medien der CDU/CSU-Fraktion gewählt worden. Damit bin ich zentrale Ansprechpartnerin für diese Themenbereiche in meiner Fraktion. Folgerichtig bin ich auch Mitglied im Kulturausschuss, wo ich derzeit auch als Obfrau agiere. Zusätzlich bin ich stellvertretendes Mitglied im Innen- sowie im Tourismusausschuss. Als wirtschaftsaffine Abgeordnete bin ich Mitglied im Parlamentskreis Mittelstand sowie in der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Fraktion. Nicht zuletzt bin ich als sächsische Abgeordnete auch in der sächsischen Landesgruppe aktiv.

René Bochmann: Ich bin als Protokollant der Landesgruppe Sachsen innerhalb der AfD-Bundestagsfraktion tätig. Darüber hinaus bin ich ordentliches Mitglied im Verkehrsausschuss des Bundestages sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen. Beide Ausschüsse wurden von mir favorisiert, weshalb ich sehr froh darüber bin, diesen nun anzugehören.

 

Was haben Sie an persönlichen Dingen aus Nordsachsen, aus ihrem Wahlkreis mit nach Berlin genommen, was künftig da einen festen Platz hat? 

Christiane Schenderlein: Momentan habe ich lediglich ein temporäres Büro, in dem sich vor allem noch Umzugskartons stapeln. Diese Situation wird sich aber im Januar ändern. Somit beschränkt sich das Nordsächsische in meinem Büro vor allem auf nordsächsische Verpflegung, zum Beispiel Schokolade aus Wermsdorf oder Nüsse aus Torgau.

René Bochmann: Wie auf dem Bild zu erkennen ist, hat es ein besonderes Gemälde meines geschätzten Kreisverbandsmitgliedes, Dr. Günther Medicus aus Nordsachsen nach Berlin geschafft. Nordsachsen ist jedoch nicht nur Ursprungsort des Bildes, sondern zugleich auch Motiv des sehr liebevoll gestalteten und einzigartigen Gemäldes. Zu sehen sind auf ihm die Silhouetten der Kreisstädte Eilenburg, Delitzsch, Torgau und Oschatz. Auch ein Diorama, welches von einem Sympathisanten aus dem Ahrtal angefertigt wurde, der von unserer Hilfe bei der Hochwasserkatastrophe begeistert war, wollte ich in Berlin stets vor Augen haben. Es wurde mir als Wahlkampferinnerung von der AfD-Ortsgruppe Bad Düben überreicht.

 

Gibt es etwas, was Sie aus der Heimat, das Sie jetzt schon vermissen? 

Christiane Schenderlein: Als Landtagsabgeordnete war ich es bereits gewohnt, in den Sitzungswochen abwesend von zu Hause zu sein. Demnach hat sich für mich gar nicht so viel geändert. Dank der hervorragenden Zugverbindung von Taucha nach Berlin bin ich tatsächlich fast schneller in Berlin als in Dresden. In den Wahlkreiswochen bin ich konsequent in Nordsachsen unterwegs.

René Bochmann: Definitiv! Ich versuche tagtäglich ein wenig Nordsachsen mit nach Berlin zu bringen. Insbesondere die ländliche Bescheidenheit und Freundlichkeit, aber auch Höflichkeit ist in Berlin gern gesehen und zeigt mir , dass ich Nordsachsen vermisse. Deshalb versuche ich, jede freie Minute in meinem Wahlkreis Nordsachsen ansprechbar für unsere Bürger zu sein. Vor allem vermisse ich die vertrauten Gesichter von Arbeitskollegen, Familien, Freunden und Nachbarn, aber auch die ländliche Ruhe fehlt mir sehr. Natürlich vermisse ich auch unseren Kater Percy.

 

Wie viel Sachsen steckt in ihrem Büro?

Christiane Schenderlein: Fast alle meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Sachsen. Dadurch wird im Büro „Sächsisch“ gesprochen. Der Austausch mit der Heimat ist von elementarer Bedeutung für meine Arbeit. Ich möchte stets wissen, was die Bürgerinnen und Bürger vor Ort bewegt. Gleichzeitig möchte ich aber auch wichtige Themen aus Berlin nach Sachsen transportieren. Politik ist keine Einbahnstraße.

René Bochmann: Durch das erwähnte Gemälde steckt bereits ein Teil von Sachsen in meinem Büro. Aber auch die Anliegen, Sorgen und Nöte der sächsischen Bürger haben es in mein Büro und somit auf Bundesebene geschafft. Aufgrund der immensen Beschäftigung in den letzten Wochen ist die Bürogestaltung dennoch ausbaubar. Da vertraue ich aber auch auf die nächste Zeit und all das, was diese an „Sachsen“ mit in mein Büro bringen wird.

 

Wie feiert ein Bundestagsabgeordneter  ins neue Jahr?

Christiane Schenderlein: Wie jeder ganz normale Mensch: Im engsten Kreise der Familie.

René Bochmann: Als Bundestagsabgeordneter feiere ich genauso Silvester wie zuvor: im Kreise meiner Familie. Silvester feiere ich unspektakulär zu Hause, vielleicht am Lagerfeuer im heimischen Garten. 

 

Gibt es Dinge, die Sie unbedingt über den Weihnachtsurlaub, die Jahresendpause, abarbeiten müssen?

Christiane Schenderlein: Nein, ich arbeite gut organisiert und strukturiert. Deshalb kann ich mich in der Zeit zwischen den Jahren ganz meiner Familie widmen. Gerade deshalb freue ich mich auch so auf die Zeit.

René Bochmann: Die gibt es durchaus. Zum einen die eher aufgeschobenen zeitaufwendigen Tätigkeiten wie die anstehende Steuererklärung  und die Ablage liegen gebliebener Dokumente. Zum anderen erfreulichere Dinge wie das Aufräumen meiner kleinen Kellerwerkstatt und das Fitmachen der Fahrräder für die kommende Saison. 

 

Welche Vorsätze haben Sie privat für das neue Jahr? 

Christiane Schenderlein: Ich bin kein Freund von Neujahrsresolutionen, da die meisten schnell wieder ad acta gelegt werden. Mein Anspruch an mich ist es, ganzjährig eine gute Arbeit abzuliefern, für die Bürgerinnen und Bürger unserer Heimat Nordsachsen ansprechbar zu sein und politisch das Bestmögliche für unsere Region in Berlin zu erstreiten. Wenn das gelingt, blicke ich optimistisch ins Jahr 2022.

René Bochmann: Im neuen Jahr 2022 möchte ich mir bewusst mehr Zeit für meine Familie nehmen. Des Weiteren möchte ich mir aber auch mehr Zeit für mich nehmen. Das heißt unter anderem, mehr Sport zu treiben – und endlich das neu gekaufte Sportgerät auszuprobieren – sowie mir bei der Arbeit mehr Ruhephasen zu setzen und diese auch bewusst wahrzunehmen. Ein wenig mehr Schlaf wäre auch ein guter Vorsatz, auch wenn dies nicht immer realisierbar sein wird.

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