Donnerstag, 20. Januar 2022
Mittwoch, 5. Januar 2022

"Dass wir zu viel sparen, stimmt nicht"

Peter KlepelFoto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Mockrehna. Aus dem Krankenstand heraus trat Mockrehnas Bürgermeister Peter Klepel in dieser Woche zum großen TZ-Jahresinterview an.

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Eigentlich war dieser dicke Stapel Unterschriften für Mockrehnas Bürgermeister Peter Klepel bestimmt. Harry Liebmann und Udo Schmidtke aus Audenhain machten sich damit am Dienstag auf den Weg in die Gemeindeverwaltung, um dort ihrem Unmut über einen Wegeverkauf Luft zu machen. Beide mussten indes mit Hauptamtsleiter Michael Thul Vorlieb nehmen. Weil Peter Klepel krankheitsbedingt verhindert war, musste zuvor TZ-Redakteur Christian Wendt wegen des an jenem Tage auch geplanten großen Jahresinterviews zum Telefon greifen.

Herr Klepel, wie geht es Ihnen?

Ich muss ein paar Tage pausieren und hoffe, in Kürze wieder meine Arbeit aufnehmen zu können.

Hoffentlich nichts Ernstes...

Mir geht es dieser Tage wie so vielen. Auch ein Bürgermeister unterliegt der Corona-Quarantäne. Aber es ist alles in Ordnung.

Scheinbar nichts in Ordnung ist derzeit in Audenhain. Der Verkauf der Kleinen Gasse schlägt dort vielen mächtig aufs Gemüt...

Es ist nun einmal passiert. Verkauft ist verkauft. Die Aktivitäten der Audenhainer hätten eher kommen müssen.

Nur wussten die lange nichts vom Wegeverkauf...

In meinen Augen ist der Verkaufsbeschluss im Gemeinderat ganz sauber über die Bühne gegangen. Wir haben über die Hintergründe des Verkaufs im Langenreichenbacher Heidelbachsaal ausführlich öffentlich gesprochen. Da wurde nichts verheimlicht. Die auch an mich herangetragene Kritik am Ortschaftsrat steht auf einem ganz anderen Blatt Papier.

Hätten Sie mit dem Wissen von heute den Weg verkauft?

Zumindest hätte man intensiver die Befindlichkeiten abwägen können. Die Entscheidung fällt ja immer der Gemeinderat. 

Und der hat sich auf eine Empfehlung des Audenhainer Ortschaftsrats verlassen, der dem Verkauf zustimmte...

Das kann ich doch aber als Bürgermeister jetzt nicht in Frage stellen. Zudem haben wir die Verkaufsentscheidung noch einmal zum Ortschaftsrat delegiert, als klar war, dass es um den Verkauf doch noch die ein oder andere offene Frage gibt. Der Ortschaftsrat blieb jedoch bei seiner Meinung.

Warum wird ein verbindlicher Gemeinderatsbeschluss überhaupt noch einmal im Ortschaftsrat behandelt? 

Weil wir uns im Gemeinderat eben nicht den Vorwürfen aussetzen lassen wollten, dass wir die Belange der Audenhainer übergehen. Weil der Kauf zu diesem Zeitpunkt  noch nicht über die Bühne gegangen war, hätten wir den Beschluss möglicherweise auch aufheben können.

Dazu ist es jetzt möglicherweise zu spät, oder? Immerhin wurde der Notarvertrag bereits im Dezember unterzeichnet.

Wir werden die Sache gemeinsam mit der Rechtsaufsicht des Landratsamts besprechen.

Dem Ärger mit dem Wegeverkauf steht ein strahlend guter Doppel-Haushalt entgegen. Die einen sagen, Mockrehna ist schuldenfrei, die anderen meinen, der Klepel spart die Kommune zu Tode. Wer hat Recht?

Diejenigen, die Schuldenfreiheit als ein wichtiges finanzpolitisches Fundament betrachten. Dass wir in Mockrehna zu viel sparen, stimmt  nicht. Wenn nötig, wird Geld in die Hand genommen. Das gilt übrigens für alle Ortsteile. Dass man aber immer zuerst prüft, ob es eine Möglichkeit gibt, Projekte aus Fördertöpfen zu speisen, ist doch nicht schlimm. So wird nun beispielsweise in diesem Jahr die Wildenhainer Feuerwehr endlich ihre Abgasanlage erhalten, für die es wahrscheinlich keine Fördergelder geben wird.

Im Gegensatz dazu gibt es doch bestimmt reichlich Fördergelder für den Bau von Radwegen. Ich erinnere nur an den geplanten Weg zwischen der B 87 und dem Geflügelhof oder auch den seit Jahren immer wieder diskutierten Weg zwischen Mockrehna und Audenhain entlang der S 16.

Das erstgenannte Wegeprojekt blieb auch coronabedingt leider fast ein Jahr lang so gut wie unangerührt. Ende 2021 sind wir in Gesprächen mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV)  jedoch einen großen Schritt voran gekommen. Ich gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr das Projekt umsetzen werden. Auf jeden Fall sind diese Chancen größer, als gleichzeitig noch entlang der S 16 einen Radweg hinzuzaubern. 

Letzteres wird nicht nur Gemeinderat Thomas Wejda nicht gern hören...

Wohl aber das, dass der Auftrag für die Planung für den Radweg entweder schon raus ist oder in den kommenden Tagen rausgehen wird. Trotzdem wird es in diesem Jahr wohl nur um die Genehmigung von Fördergeldern gehen können. Und da spielt das LASuV ebenso eine entscheidende Rolle. Bislang wird die Verkehrsdichte auf der S 16 als derart gering eingestuft, dass die Erfolgsaussichten für einen Radweg gering sind. Meine Hoffnung ruht auf der neuen Bundesregierung und auf dem Umstand, dass mehr Geld für den Ausbau von Radwegen bereitgestellt wird. 

Stichwort geringe Erfolgsaussichten: Wann gibt es am Schulzentrum eigentlich eine Linksabbiegespur?

Wir sind dran. Einen Termin kann ich noch nicht benennen. Stand derzeit ist, dass die Kommune aus Sicht des LASuV – mit dem es dazu übrigens mehrfach Gesprächstermine gab – selbst zum Bauherren werden dürfte. Heißt im Umkehrschluss, dass wir die Kosten aus der eigenen Tasche finanzieren müssten. Und wir reden hier von einer Größenordnung, die in den sechsstelligen Bereich geht. Auch hier werden wir uns um Fördergelder bemühen müssen. Ohne diese ist der Bau nicht machbar.

Noch so eine Bau-Idee ist die Erweiterung der Kita in Mockrehna. Wann wird  diese Idee in Zement gegossen?

Wenn sich der Gemeinderat dazu entschließt.

Der hätte das Projekt aber gerne schon mal ausführlich vorgestellt bekommen...

Da gibt es einfach noch nichts, was spruchreif ist. Das, was schon einmal im Gemeinderat grob vorgestellt wurde, war lediglich die Basis, um mögliche Fördertöpfe für diese Idee schnell anzapfen zu können. Es geht immerhin um eine Größenordnung von anfangs grob geschätzten 1,5 Millionen Euro. Diese Summe ist aktuell nicht mehr zu halten. Deswegen auch hier: Ohne Fördermittel geht es nicht. Durch Umbauarbeiten in der Kita haben wir wenigstens den dringlichsten Raumbedarf  decken können. 

Worauf freuen Sie sich 2022?

Es wäre schön, wenn das Bauvorhaben der Wiegmann-Gruppe sowie  der Erweiterungsbau des TechnikCenters Grimma – beide in Mockrehna ansässig – Fahrt aufnehmen. Nachdem NETTO seine Filiale in Mockrehna bereits im vergangenen Jahr erweitert hat, ist nun auch PENNY am Zug. Der Neubau am Gewerbegebiet an der B87 wird sich 2022 wahrscheinlich  auf planerische Vorarbeiten beschränken.

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