Donnerstag, 20. Januar 2022
Mittwoch, 5. Januar 2022

Sanierung des Entenfang-Gebäudes geht voran

Bauherr Karl-Friedrich Potzelt zeigt die sechszehn verschiedenen Schablonen, die eigens als Vorlage für die Herstellung der Gesimse angefertigt wurden. Jede Schablone steht für ein anderes Gesims. Foto: Nadine Huber

von unserer Redakteurin Nadine Huber

Torgau. Bauherr Karl-Friedrich Potzelt ist mit dem Fortschritt der Gebäudesanierung zufrieden. Das geplante Ende verzögert sich jedoch aufgrund geringerer Eigenmittel. 

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Wer die Sanierung des Gebäudes am Entenfang von den Anfängen an verfolgt hat, kann deutlich den Fortschritt sehen, den die Bauarbeiten inzwischen bereits gemacht haben. Und auch Karl-Friedrich-Potzelt, Betreiber des Gasthofs zum Entenfang und Bauherr des Großprojekts, verkündet gleich bei der Begrüßung erfreut, dass der erste und zweite Bauabschnitt, welche die Notsicherung des denkmalgeschützten Bauwerks umfassten, bereits beendet seien und der dritte nun begonnen habe. 

Die Rückseite des Gebäudes hat er in Eigenregie schon zu etwa zwei Dritteln fertig verputzt. Als einer der nächsten Schritte sei nun der Einbau der Fenster geplant. „Das kann nicht jeder“, erläutert der Entenfang-Betreiber. „In stetiger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde werden wir dafür Fachleute engagieren und dabei zugleich versuchen, zwei Fenster weitestgehend wieder in ihren Originalzustand zurückzuversetzen.“

Lokale Wirtschaft stärken

Bei der Beauftragung von Firmen für die Durchführung professioneller Arbeiten ist es dem Torgauer besonders wichtig, regionale Unternehmen einzusetzen und damit die einheimische Wirtschaft zu stärken. Abgesehen von Diplom-Restaurator Thorsten Nimoth aus Dresden wurden Unternehmen aus Torgau und Umgebung engagiert, wie EZEL Bauunternehmung Torgau, Zimmermannsmeister Ingo Meretz aus Audenhain, Dachdecker Marco Brauer aus Torgau oder auch Gerüstbau Freitag aus Authausen. „All diesen Firmen gilt unser Dank für ihre tolle Arbeit“, betont Potzelt. „Vor allem dem Betrieb Gerüstbau Freitag, welcher sich stets schnell und flexibel an unsere Bedürfnisse angepasst hat. Besonders stolz sind wir außerdem darauf, dass wir Thomas Hanisch, einen Steinmetzmeister aus Torgau, für unser Projekt gewinnen konnten“, freut sich Karl-Friedrich Potzelt. 

Nähe zum Original

„Es werden keine Kosten und Mühen gescheut, um das Gebäude bis ins kleinste Detail professionell wiederherzurichten – wie  zum Beispiel die Säulenkapitelle. Auch bezüglich der Farben für die Außenfassade versuche man, so nah wie möglich am Original zu bleiben. „Diplom-Restaurator Thorsten Nimoth hat die Grundfarben herausgefunden, die das Gebäude früher hatte und wir arbeiten nun daran, diese annähernd wieder herzustellen“, berichtet Potzelt. „Alle baulich hervorspringenden Fassadenteile erhalten einen warmen Ockerton, alle anderen zurück gesetzten Flächen einen hellgrauen Ton.“ Große Hoffnung setzt Karl-Friedrich Potzelt in den mit Säulen versehenen Eingangsbereich.  „Hierfür interessiert sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und ich habe Hoffnung, dass sie uns bei der Umsetzung der denkmalpflegerischen Ziele unterstützen werden.“

Schließlich ist  die Corona-Pandemie auch an der Finanzierung der Gebäudesanierung nicht spurlos vorbei gegangen, wie Potzelt einräumt. Denn für dieses Bauvorhaben muss er einen gewissen Anteil an Eigenleistung aufbringen. „Aufgrund der Einschränkungen sind etwa 70 bis 80 Prozent meiner Einnahmen weggebrochen. Dadurch hat sich das ursprünglich geplante Bauende von Ende 2023 um ungefähr anderthalb  Jahre auf Anfang 2025 nach hinten verschoben. Der Wunsch ist, das Gebäude zu meinem 65. Geburtstag Anfang 2025 fertigzustellen.“ 

Dass das Bauvorhaben trotzdem weiter umgesetzt werden könne, verdanke er unter anderem der guten Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde und dem Landratsamt. 

Bauverzögerung

Besonders stolz ist Potzelt auf die Terrasse über dem Eingangsbereich, die nach früherem Vorbild fertiggestellt wurden sei, ebenso wie die dazugehörigen Fenster und die Tür. Im Inneren des Gebäudes wurden das Dach und der Dachstuhl soweit möglich in vielen Teilen wieder original hergestellt. „Alles, was wir erhalten konnten, haben wir erhalten“, unterstreicht der Bauherr. „Das Gesims allerdings war sehr beschädigt. Die Originalteile der Dachbalken liegen auf einer Eichensäule, die stark vermodert ist und dadurch nicht mehr standhält. Diese Säule kann also leider nicht erhalten werden.“ Da das Gebäude später der Öffentlichkeit für Veranstaltungen wie Geburtstage, Hochzeiten und andere Feiern zur Verfügung stehen soll, ist der Anspruch an die Sicherheit besonders hoch. „Es wird so viel Geld in das Gebäude investiert, da muss es schon die nächsten 50 bis 100 Jahre halten!“, fasst der Gastwirt zusammen. 

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