Donnerstag, 20. Januar 2022
Sonntag, 9. Januar 2022

Auf der Landesgartenschau managt Jens Gößner das Baugeschehen

Besondere Kennzeichen: Einfaches Handy, kleines Notizbuch und grüne Wollmütze. Foto: LAGA

von unserer Redakteurin Bärbel Schumann

Torgau?. Er ist ein gefragter Mann im Team der 9. Sächsischen Landesgartenschau: Jens Gößner, 57, studierter Bauingenieur. Seit 2006 zeichnet er bei den Landesgartenschauen für die Leitung des Baustabes verantwortlich. Gewichtig ist so eine Aufgabe. Immerhin werden für die Großveranstaltung in der Elbestadt rund 25 Millionen Euro verbaut.

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Er ist ein gefragter Mann im Team der 9. Sächsischen Landesgartenschau: Jens Gößner, 57, studierter Bauingenieur. Seit 2006 zeichnet er bei den Landesgartenschauen für die Leitung des Baustabes verantwortlich. Gewichtig ist so eine Aufgabe. Immerhin werden für die Großveranstaltung in der Elbestadt rund 25 Millionen Euro verbaut.

Jahrelang war Jens Gößner auf Baustellen  unterwegs. Das war ein Berufsleben fern seiner Heimat Wurzen. Dann der berufliche Neustart mit der Bewerbung für die Oschatzer Landesgartenschau. Er überzeugte, obwohl – so er selbst – es ein ganz anderes Metier ist und betrat Neuland.  „LAGA-Geschäftsführer Jochen Heinz hat mich dann am Ende gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, weiterhin die Baustellen künftiger Gartenschauen zu lenken“, blickt er auf die Anfänge seiner LAGA-Karriere zurück.

Es sind immer Aufgaben, die eine Herausforderung sind. Für Gößner  zu Beginn aber auch ein Drahtseilakt: Er muss sich um die Stelle des Leiters des Baustabes jedes Mal neu bewerben. Er scheint aber seinen Job mit Fachkompetenz, Herzblut und diplomatischem Geschick zu erfüllen. Sonst würde er nicht zum sechsten Mal an der Spitze des Baustabes stehen.  

Der Bauingenieur ist nicht nur für die Planung und in der Ausführungsphase für die Schau verantwortlich, sondern erfüllt eine Menge an Aufgaben auch während der Großveranstaltung und danach mit Abrechnung und Rückbau. 

Die Tür des LAGA-Büros ist verschlossen. Draußen herrscht Schmuddelwetter, nicht geeignet für einen Fototermin, deshalb die Verabredung im Büro. Jens Gößner kommt von einer Beratung zurück. Die grüne Mütze ist  tief über die Ohren und in die Stirn gezogen, er trägt eine Wetterjacke in Signalfarben. Das sei typisch, so kennt man ihn, das ist sein Markenzeichen. 

Kurz darauf legt er ein einfaches Handy und ein kleines rotes Notizbuch auf den Schreibtisch, auf dem und einem weiteren liegen Bau- und Lagepläne zuhauf ausgebreitet. Er merkt den verwunderten Blick über das Handy und erklärt: „Ich brauche nur ein einfaches Handy. Fotos machen, nee, das muss nicht sein. Das ist schädlich hinsichtlich des Vertrauens. Die Notizen dienen als Gedankenstütze. Alles andere ist strukturiert in meinem Kopf.“

Ein kurzer Blick zum Fenster, vor dem gerade Schneeflocken tanzen. Schnee und Kälte – die braucht das Baugeschehen auf dem Areal der Landesgartenschau nicht. Zwei weitere Dinge, fügt der Leiter des Baustabes hinzu: Quarantäne wegen Corona und Lieferschwierigkeiten. Nicht nur eine Hürde musste da bisher gemeistert werden. Jens Gößner zieht beim Letztgenannten symbolisch besonders vor dem Team von Ezel Bau den Hut. „Wie es dort immer wieder geschafft wurde, alles zu beschaffen, dass ist schon beachtlich“, so Gößner. Anerkennung zollt er aber auch den Leistungen anderer Mitstreiter, wie den Planern, den Handwerkern, den beteiligten Garten- und Landschaftsarchitekten. 

Wenn der Winter sich nicht von seiner schlechtesten Seite zeigt, werden noch zwischen zehn bis zwölf Wochen benötigt, um alle Arbeiten rechtzeitig zu erledigen, sagt der Experte aus Erfahrung.             25 Millionen Euro werden auf dem Gelände der 9. Sächsischen Landesgartenschau verbaut. Nicht nur der Leiter des Baustabes hofft, dass zu dieser Summe nicht noch sehr viel mehr Geld dazu gebraucht wird, um alles zu realisieren. Schließlich schlagen sich auch auf der LAGA die in den letzten Monaten enorm gestiegenen Materialpreise wie bei Holz oder Stahl in den Kosten nieder. Bei Stahl, so Gößner, habe sich der Preis zum Beispiel verdreifacht. 

Dann gerät der Wurzener ins Schwärmen über die Besonderheiten der Torgauer Landesgartenschau. Dazu gehören die Steganlage und der Kranichspielplatz, die bereits eine enorme Herausforderung bei den Gründungsarbeiten darstellten. Aber auch die Begrenzung der Tonnage der Fahrzeuge aufgrund der Bedingungen im Glacis  beim Antransport  der Materialien, die gebraucht und verbaut wurden, gehört dazu. Das habe  enormes Taktieren von den beteiligten Firmen verlangt. Einmalig für eine Gartenschau seien die Freizeitanlagen, die in Torgau geschaffen werden. Gößner meint sogar, dass sie einmalig für Deutschland wären. Das werte Torgau enorm auf. 

Froh ist der Baufachmann darüber, dass es bisher bei den Vorbereitungen zu keinem großen Unfall auf der gesamten Baustelle kam. Das ist um so mehr bedeutsam, da es umfangreiche Munitionsfunde gab. Und es gibt ein Problem, dass es bei keiner anderen Landesgartenschaubaustellen so gab: den Vandalismus. 

Wenn die 9. Sächsische Landesgartenschau ihre Tore öffnet, dann kommt eine spannende und anstrengende Zeit. Alle Anlagen müssen sich in der Nutzung bewähren. Ein „Test“, der Gößners Präsenz verlangt, so um die drei Wochen täglich, mindestens von 7 bis 20 Uhr. 

Jens Gößners Job verlangt nicht nur dann auch viel Verständnis von seiner Familie. Denn Gartenschauen finden in ganz Sachsen an verschiedenen Orten statt. Das heißt dann meist auch, nur am Wochenende in die Heimatstadt Wurzen zu fahren. Und auch da kann er aber  nicht ganz vom Garten und Bauen lassen, denn im Wochenendgrundstück der Familie gibt es immer etwas zu tun. 

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