Donnerstag, 20. Januar 2022
Montag, 10. Januar 2022

Kitabetrieb unter Corona: Eine Gratwanderung

Fuer Sophia, Irma, Frieda und Lindsey hat sich der Kita-Alltag, trotz Pandemie, kaum veraendert: Spielen, lachen und rumalbern. Hauptsache ist, die Freundinnen sind dabei. Foto: Laura Krugenberg

von unserer Redakteurin Laura Krugenberg

Torgau. Maßnahmen und Verordnungen erschweren aktuell den Kita-Alltag. Doch es gibt auch positove Auswirkungen, denn Corona hat Kinder selbstständiger gemacht.

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Der Freistaat steckt mitten in der vierten Corona-Welle. Deshalb gelten seit November wieder einmal verschärfte Maßnahmen, die teilweilweise zur Schließung vieler öffentlicher Einrichtungen geführt hat. Trotz dem Vormarsch der Omikron-Variante bleiben Bildungseinrichtungen, sowie Kitas weiterhin offen und das nicht nur zum Glück der Kinder, sondern auch der Eltern und Erzieher. Damit die Ausbreitung von Covid19 aber auch in den Kindergärten eingedämmt wird, gelten dort strenge Hygienemaßnahmen und Verordnungen, die nicht nur den Alltag der Kinder bestimmen, sondern auch die Kitamitarbeiter und Träger vor neue Herausforderungen stellt.   

Weniger flexibel  

Die Kitas in Sachsen laufen aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung unter einem eigeschränkten Regelbetrieb. Das bedeutet eine Straffung der Öffnungszeiten, sowie die Aufteilung der Kinder in feste Gruppen und folglich auch weniger Flexibilität für Kitapersonal und Eltern. Kinder können in den Kitas der Gemeinde Dreiheide beispielsweise nur von 7 bis 16 Uhr betreut werden. Das bedauert auch Bürgermeisterin Karsta Niejaki: “In den Betreuungszeiten können wir für Eltern leider nicht mehr so flexibel sein. Es gibt genügend Eltern, die bereits vor 7 Uhr zur Arbeit müssen. Nichtsdestotrotz zeigen alle sehr viel Verständnis und es haben uns noch keine Beschwerden erreicht.” Ähnliches gilt auch für die Torgauer Kita “Bärentatzen”. Laut Leiterin Ines Keil zeigten auch hier Eltern bislang viel Verständnis, auch weil man versuche auf berufsbedingte Betreuungszeiten individuell einzugehen. Doch nicht nur Eltern, auch die Kinder sind in ihrem Alltag eingeschränkt.  “Ohne Corona würden wir mit einem offenen Konzept arbeiten. Das heißt, die Kinder können sich im Haus frei bewegen und sich ihren Funktionsraum frei wählen. Die jetzigen Gruppenräume sind nicht komplett ausgestattet, da wir Funktionsräume, wie Holzwerkstatt und Legozimmer, haben. Hinzu kommen die fehlenden Kontakte zu Freunden anderer Klassen. Zudem können sich die Kinder bei Konflikten nicht aus dem Weg gehen”, so Patrick Zöller, stellvertretenden Leiter Hort der Kita Rodelberg.  Zudem müssen viele für die Kinder aufregende und wichtige Aktivitäten ausfallen. In der Kita “Bärentatzen” darf beispielsweise die Turnhalle aktuell nicht genutzt werden, weshalb die Sportstunde im Flur oder im Freien stattfinden muss. „Sämtliche Angebote in der Kinderküche - gemeinsames gesundes Frühstück, Backen und Kochen - erfolgen nicht. Ausflüge in die Bibliothek oder eine Busfahrt werden vermieden”, so Leiterin Keil.

 

Kinder mir Corona konfrontiert  

Die eigentliche Herausforderung ist jedoch die Organisation des Kita-Alltags. Die Einhaltung der vielen Regelungen der Corona-Schutz-Verordnung und die stetigen Änderungen erfordern von den Erziehern ein Hohes Maß an Flexibilität und Kreativität. Hinzu kommt die Koordination des Personaleinsatzes. „Die Teammitglieder der unterschiedlichen Betreuungseinheiten haben keine gemeinsame Mittagspausenzeit, die bisher viel zum Austausch genutzt wurde. Doch insgesamt meistern wir es  gut und machen das Beste daraus“, so Ines Keil. 

  Oberstes Ziel ist es dabei, dass den Kindern ihre gewohnte Umgebung und Abläufe erhalten bleiben und eine Schließung der Kita verhindert wird. Trotz aller Anstrengungen, etwas Normalität aufrecht zu erhalten, werden auch die Kleinen immer wieder mit Corona konfrontiert: „Es gibt Erzählungen der Kinder über Erkrankungen und Quarantänefälle in der Familie oder im Umfeld, auch über einen Todesfall aufgrund von Corona wurde gesprochen. Corona ist ein tagesaktuelles Thema”, so Ines Keil. Andere Erfahrungen hat man hingegen in der Gemeinde Dreheide gemacht. „Wenn nicht gerade eine Gruppe oder ganze Kita in Quarantäne muss, bleiben den Kindern ihr gewohntes Umfeld sowie der Tagesablauf erhalten. Das ist, glaube ich, in dem Alter das wichtigste”, so  Niejaki. 

Kinder sind selbstständiger

Doch es gibt auch einige positive Aspekte. Die Erzieherinnen der Kita Großwig haben festgestellt, dass die Kinder viel selbstständiger geworden sind, seitdem im Haus ein Betretungsverbot für die Eltern gilt. Bis zur Tür dürfen die Kleinen noch gebracht werden. Dort werden sie von Ihrer Gruppenerzieherin abgeholt und ziehen sich auch alleine Schuhe und Jacke aus. “Die Erzieherinnen berichten mir immer wieder wie stolz die Kinder alleine, ohne Mama und Papa, in die Kita gehen”, lächelt Karsta Niejaki. Das kann auch die Torgauer Kita “Bärentatzen” bestätigen. In der Kita im Rodelberg habe man zudem bemerkt, dass sich durch die Betreuung in festen Gruppen das Gruppengefüge, beziehungsweise die Dynamik zwischen den Kindern verbessert hat. Hinzu kommt, dass zwischen Erziehern und Kindern ein intensiverer Bezug möglich ist und diese besser auf aktuelle Probleme und Konflikte eingehen können.  

Auch wenn sich die Erzieher über diese positiven Nebeneffekte freuen, bleibt es  eine Gratwanderung. „Besonders in der Erkältungszeit, weil da  eine laufende Nase eigentlich etwas völlig Normales ist. Jetzt befinden wir uns aber in einer Situation, in der wir abschätzen müssen, ob wir das Kind nach Hause schicken oder nicht., erklärt Bärbel Riegel, Leiterin der Kita Großwig.   Eine komplette Schließung des Hauses, so wie es im November der Fall war, gilt es auf jeden Fall zu verhindern. Deshalb versuche man die täglichen Herausforderungen zu meistern, erklärt Karsta Niejaki. 

Eltern müssen mithelfen 

Umso wichtiger ist es, dass auch die Eltern mithelfen, denn die Erzieher dürfen keine Tests bei den Kindern durchführen. „Wir müssen uns auf die Eltern verlassen und auf deren Aussagen vertrauen“, so Niejaki. Aus diesem Grund gilt auch, so die Kitaleitungen, dass Kinder mit Erkältungssymptomen zuhause betreut und nicht in die Kita gebracht werden sollen. 

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