Samstag, 25. Juni 2022
Dienstag, 11. Januar 2022

Eine Begegnung, die ihr Leben verändert hat

Ein Küsschen am frühen Morgen: Sylke Schroedter hat eine enge Beziehung zu ihren Tieren.Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Dommitzsch. Vor elf Jahren gründete Sylke Schroedter das „Commanchenland“ und konzentrierte sich auf die Zucht von Alpakas. Inzwischen konnte sie beachtliche Erfolge feiern. 

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

Schau einem Alpaka nie zu tief in die Augen, du könntest dich für immer verlieben! Der Spruch ist bekannt und bewahrheitete   sich auch bei Sylke        Schroedter aus dem Dommitzscher Ortsteil Commende ganz und gar.

Die 51-Jährige erinnert sich noch ziemlich genau an jenen Tag, als sie das erste Mal mit diesen exotischen Tieren in Berührung kam. Das weiche Fell. Der neugierige Blick. Die langen Wimpern. Ihre sanfte und zutrauliche Art. Ihre Neugierde. Um Sylke Schroedter war es von der einen auf die andere Sekunde geschehen. Man könnte auch sagen: Diese Begegnung hat ihr Leben verändert. 

Der Traum von einer eigenen Alpaka-Zucht wurde kurze Zeit später Wirklichkeit. Inzwischen konnte die Dommitzscherin ein beachtliches Jubiläum feiern. Im vergangenen Jahr zu Ostern wurde das „Commanchenland“ – wie sie ihre Farm im kleinen Ortsteil Commende nennt – zehn Jahre alt. Die couragierte Frau hätte sich zu diesem Anlass eigentlich eine zünftige Hof-Party mit vielen Besuchern und Gästen gewünscht. Aber Corona machte alle Pläne zunichte. 

Überhaupt hat die Pandemie einen derben Rückschlag für die Züchterin zur Folge gehabt. „Es ist mein großes Hobby, die Wolle selber zu verarbeiten – aus der Strickwolle Mützen, Schals, Handschuhe und Ponchos herzustellen. Diese Produkte verkaufe ich dann im eigenen Hofladen. Vor Corona lief das richtig gut. Vor allem Babyschuhe waren der Renner“, erzählt Sylke Schroedter. Doch inzwischen sei das „Geschäft“ stark eingebrochen. Die Dommitzscherin befürchtet sogar, dass vieles – was sie über Jahre hinweg aufgebaut hat – für lange Zeit zerstört ist. Dabei sind die Erlöse wichtig. Doch mit „Ich hoffe, dass ich es noch einmal schaffe!“ will sie sich nicht unterkriegen lassen. 

Ihre Alpaka-Farm betreibt die 51-Jährige im Nebengewerbe. Ihr Mann Henry (56) unterstützt sie dabei und hält ihr den Rücken frei. Und auch die Familie steht voll und ganz hinter ihrem Lebenstraum. Die Tochter lebt in den alten Bundesländern, die zwei kleinen Enkelinnen sind gerne im „Commanchenland“ zu Besuch. Vor der Pandemie gab es für die Öffentlichkeit regelmäßig im Sommerhalbjahr Führungen und Hoffeste. Der Zuspruch war gut. „Man spürt, dass viele Leute zurück zur Natur möchten, dass sie Bio bevorzugen“, sagt Sylke Schroedter. Momentan seien aber sämtliche Termine gestrichen. Der Hofladen öffnet nur nach Anruf und unter den geltenden Regelungen, betont sie. 

Wichtigste Einnahmequelle ist der Verkauf von Tieren. Sylke Schroedter freut sich über die züchterischen Erfolge der jüngsten Vergangenheit. Man habe sich frühzeitig auf mehrfarbige sogenannte Alpakas-Multicolor und Leopard Appaloosa konzentriert und damit das richtige Händchen bewiesen. Dies sind Tiere mit einer Grundfarbe und kleineren und größeren Farbtupfen am ganzen Körper. „Wir legen Wert auf einen korrekten Körperbau, nur so können die Tiere ihr Alter von 20 bis 25 Jahren gesund erreichen. Das zweite große Augenmerk liegt auf der ständigen Verbesserung der Faser“, so die Alpaka-Besitzerin. 

Um dieses Ziel zu erreichen, habe man in der Vergangenheit darauf geachtet, hochwertige und genetisch sehr wertvolle Zuchthengste anzuschaffen. 

Das zahlt sich aus. Es gab Preise, Pokale, Medaillen. Bei Wettbewerben und Präsentationen wurden fleißig Champion-Titel gesammelt. „Wir haben in den vergangenen fünf Jahren nicht ein einziges Mal teilgenommen, ohne wenigstens einen Champion-Pokal zu erreichen“, strahlt Sylke Schroedter. Die Trophäen-Sammlung im Hofladen ist beeindruckend. „Ich hatte relativ schnell eine Größenordnung von 35 Tieren erreicht, die ich beibehalten möchte. Sie schwankt leicht, mal sind es fünf Alpakas mehr, mal fünf weniger“, lächelt die Züchterin. 

Angefangen hatte sie mit zwei tragenden Stuten aus Baden-Württemberg, wobei dann nur eine tatsächlich Nachwuchs zur Welt brachte. Der andere Stute war scheintragend, was bei Alpakas nicht ungewöhnlich sei. Mittlerweile geht es in die zwölfte Fohlensaison. Ihre Tiere verkaufen die         Schroedters international bis nach Polen, Italien, Österreich. Fünf bis zehn Tiere im Jahr wechseln so den Besitzer. 

Der Dommitzscher Ortsteil Commende ist eine Idylle im Grünen mit wenigen Häusern, ehemaligen Bauerngrundstücken: Hier hat sich das Ehepaar ein wahres Paradies geschaffen. Auch die Nachbarn haben sich längst an den Anblick gewöhnt, wenn die Herden friedlich auf den Koppeln grasen, ihre Hälse neugierig in die Höhe recken oder – wenn sie nach störenden Geräuschen – tollpatschig davon traben. Laut Lexikon gehören Alpakas übrigens zur Familie der Kamele. Sie stammen aus den südamerikanischen Anden. Allein in Peru gibt es davon 3,5 Millionen Tiere, was etwa 80 Prozent des weltweiten Bestandes ausmacht.

Sie interessieren sich für das Neueste aus Torgau und der Region? Dann bestellen Sie den Newsletter "Darüber wird morgen gesprochen"! Der kommt jeden Abend per E-Mail und bringt die wichtigsten Themen des nächsten Tages mit. >> Hier können Sie ihn bestellen.


Jetzt kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
 

Aktuelle Bildergalerien

Wirtschaftsmagazin

Probeabo

Abenteuer Tiefschnee

Torgau Druck

AKTIONEN

Newsletter

Festtagsmagazins

Torgau-Plus

Riesenmagazin

Oschatz-Magazin

Azubi-Expo-Digital

INFOS & EMPFEHLUNGEN

laga