Mittwoch, 26. Januar 2022
Donnerstag, 13. Januar 2022

Gläser: "Kein Impfzentrum mehr in der Stadthalle"

Ingolf Gläser beim Ablegen des AmtseidsFoto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Belgern-Schildau. Dunkler Anzug, Krawatte, akkurate Frisur: Welch’ Bedeutung der ehemalige Amtsverweser Ingolf Gläser (54) dem Mittwochabend in der Belgeraner Stadthalle beimaß, zeichnete sich allein schon an seinem wie aus dem Ei gepellten Outfit ab.

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Dazu auch noch eine strahlende Ehefrau Steffi in den Zuschauerreihen. Da konnte einfach nichts schiefgehen. Nur die nach wie vor zum Schutze des Parketts vorgeschriebenen blauen Plastiküberzieher an den Füßen wollten nicht so richtig ins feierliche Bild passen. Doch zunächst musste der Anfang November gewählte Bürgermeister  in den Zuschauerreihen Platz nehmen. Auf Vorschlag von FWG-Fraktionschef Tobias Höll oblag es zu Beginn der ersten Sitzung des Jahres 2022 Vize-Bürgermeister Jens Burghardt (Freunde der Feuerwehr), Gläser den Amtseid abzunehmen.   

Seinem betonten „gemeinsam haben wir viel vor“ hätten wohl auch zwei Ausrufezeichen folgen können. Gläser sprach in diesem Zusammenhang von „unserer Heimat“ und bat sämtliche Stadträte, ihn  als Bürgermeister zu unterstützen. Er sei  mit der Verwaltung dazu bereit, neue Wege zu beschreiten. Ohne, dass der Name fiel, war dies eine klare Abgrenzung zu seinem Vorgänger Matthias Griem (FWG), den es nur ein Jahr im Chefsessel hielt. Möglich, dass der Bürgermeister dabei auch auf die Politik von Griems Vorgängerin Eike Petzold zielte. Die Belgeranerin saß diesmal auch wieder in den Besucherreihen.

Ansonsten hielt Gläsers Premiere als offizieller Bürgermeister nicht allzu viel Überraschendes bereit, zumal Corona-Regeln einem nicht unüblichen Ausufern der Sitzung ohnehin einen Strich durch die Rechnung machte. Stichwort Corona: Zumindest für manch einen Rolandstädter wohl keine so große Überraschung  war die Ankündigung des Bürgermeisters, dass ab dem 20. Januar im Belgeraner Markt 10 eine Corona-Teststation an den Start gehen wird (siehe dazu Beitrag auf dieser Seite).

In diesem Zusammenhang stellte Gläser auf Nachfrage des für die CDU im Stadtrat sitzenden Peter Stracke klar, dass nichts an den Gerüchten dran sei, in der Stadthalle erneut ein Impfzentrum einzurichten. Im Gegenteil. Eine solche Möglichkeit sei auch vom Landkreis nicht gewollt. Hier werde aktuell voll auf Breite gesetzt. Die Gerüchte kamen wohl auch deswegen auf, weil erst vor wenigen Tagen über ein mobiles Impfteam in der Stadthalle wieder Impfungen angeboten wurden und auch im Februar zwei Termine hierfür im Kalender stehen. 

Hinter Strackes Frage, wann die Nutzung durch den Sport wieder möglich sei, packte Gläser statt der Ausrufezeichen diesmal eher zwei Fragezeichen. Hier müsse man schauen, was das Infektionsschutzgesetz zulasse, sagte das Stadtoberhaupt. Zünglein an der Waage könnten  auch die anstehende Reparatur des Lichtbands in der Decke der Halle und die Reparatur des beschädigten Parketts sein. 

Stichwort Parkett: Auch wenn die Schuldfrage im Zuge der Nutzung durch das Impfzentrum noch immer nicht geklärt ist – DRK-Sprecher Dr. Kai Kranich sprach gegenüber der Torgauer Zeitung von einer langen Mängelliste, die dem Deutschen Roten Kreuz in diesem Zusammenhang vorliege – fasste der Belgern-Schildauer Stadtrat am Mittwoch einen auf 38000 Euro geschätzten Grundsatzbeschluss zur Erneuerung des lädierten Hallenbodens. Ingolf Gläser betonte, dass es für die Parkettarbeiten noch keinen Zeitplan gebe. Und natürlich würde der Fußboden erst dann in Angriff genommen werden, wenn die Arbeiten an dem Lichtdurchlass beendet seien. 

Dass sich die Stadt Belgern-Schildau jene Arbeiten möglicherweise locker leisten kann, liegt an den Einnahmen, die aus der Vermietung der Stadthalle als Impfzentrum generiert werden konnten.  Kämmerin Claudia Alscher gab auf Nachfrage von FWG-Stadtrat Toralf Kluge bekannt, dass 184000 Euro in die Stadtkasse geflossen seien. Die Arbeiten am Lichtband sind mit 54000 Euro taxiert. Beim Parkett rechne man mit Angeboten um 38000 Euro. Ein zweiter am Mittwoch gefasster Grundsatzbeschluss sieht die Anschaffung neuer Schutzmatten für den Hallenboden vor. Hier schlägt Bauamtschefin Ute Simon eine maximale Ausgabegrenze von 60000 Euro vor. Blieben letztlich noch 32000 Euro, mit denen die Stadt immer noch im Plus liege.

Für Gläser selbst hätte es eine mehr als souveräne Mittwochabendpremiere werden können, wenn da nicht zum Schluss der für die CDU im Stadtrat sitzende Dr. Wolfgang Ender noch mal zum Mikro geschritten wäre. Bei seiner Nachfrage ging es um eine vom Stadtrat zu verabschiedende Spendenliste. Dem Belgeraner war nicht klar, warum dort nicht die Leistung der Lieberseer Transportfirma GIS Trans aufgeführt worden sei, die den Feuerwehrkameraden aus Kobershain beim Abtransport alter Betonreste zu Hilfe eilte. Darauf hin hatte Ingolf Gläser – er ist auf der Homepage des Unternehmens als Geschäftsführer ausgegeben – einräumen müssen, dass es für den Einsatz der Technik eine Rechnung an die Stadt gegeben habe; jene Stadt, in der er zuletzt als Amtsverweser die Verwaltung leitete. Gegenüber der Torgauer Zeitung betonte Ender, dass er nicht die Hilfe an sich kritisiere. Allerdings müsse so etwas transparent dargestellt werden.

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