Donnerstag, 26. Mai 2022
Donnerstag, 20. Januar 2022

Gewerbe sichert Dreiheides Zukunft

von unserer Redakteurin Bärbel Schumann

Eine der kleinsten Kommunen im Landkreis hat wieder ein Jahr ihrer Eigenständigkeit erfolgreich gemeistert. TZ im Gespräch mit Bürgermeisterin Karsta Niejaki über Themen, die für Dreiheide wichtig sind.

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Wenn Sie auf das Jahr 2021 zurück blicken, was war das beeindruckendste Erlebnis für Sie?  

Wenn ich auf 2021 zurück blicke, fallen mir die vielen Förderanträge ein, die wir gestellt haben. Insgesamt neun wurden durch die Leader-Aktionsgruppe bestätigt, vier Regio-Projekte umgesetzt. Ich freue mich, dass wir mit den Fördergeldern lang ersehnte Maßnahmen in Angriff nehmen können. Und dann fand ich beeindruckend, wie reibungslos und harmonisch die Zusammenarbeit der Erzieherinnen in der Sanierungsphase der Kita Süptitz von statten ging, als Personal und Kinder die beiden Einrichtungen in Großwig und Weidenhain besuchten. Ich hatte den Eindruck, dass es für alle  eine erfahrungsreiche und  auch eine etwas abenteuerliche Zeit war, die Positives hinterließ. 
 
Was würden Sie aus dem Jahr 2021 „löschen“?
 
Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. Am schlimmsten empfand ich die Informationen an die Eltern in Bezug auf die Notbetreuung in den Kindertagesstätten. Die Regelungen, die uns vorgegeben wurden, was ein systemrelevanter Beruf ist und welcher nicht darunter fällt, boten viel Zündstoff. Die Diskussionen mit den Eltern, die Organisation in den Kitas und das sich ständig ändernde Regelwerk haben an unseren Kräften gezerrt und manche Aufgabe blieb liegen. Das würde ich gern „löschen“. 
 
Was gibt es neues in Sachsen Feuerwehren?
 
Der Brandschutzbedarfsplan ist eine wichtige Arbeitsgrundlage und eine Pflichtaufgabe der Gemeinde. Erstmals wurde dieser 2020 durch ein externes Unternehmen gemeinsam mit uns erarbeitet. In 2021 haben wir Weichen zur Umsetzung gestellt.  Im Dezember beschlossen wir zusätzliche Mittel und lösten den Auftrag zur Anschaffung eines LF10 für die Feuerwehr Süptitz aus. In Planung sind die Erweiterung des Gerätehauses Großwig, zwei Löschbrunnen sowie ein HLF10 für die Weidenhainer Wehr. Allerdings ist dies immer nur unter Vorbehalt der Zuwendung von Fördermitteln realisierbar. Der nächste Haushalt wird zeigen, was geht und was nicht. 
 
Der Gemeindehaushalt für 2021 war ausgewogen ….
 
Stimmt. Er ging glatt über die Bühne. Aufgrund der Pandemie blieb vieles aber unbearbeitet. Die ohnehin langen bürokratischen Wege wurden noch länger. Abschließend konnten wir einiges umsetzen, wie die Verkabelung für die Digitalisierung der Grundschule, der Einbau eines Behinderten-WCs in der Turnhalle in Weidenhain sowie die Sanierung der Kita in Süptitz. Andere Maßnahmen mussten aus organisatorischen Gründen verschoben werden und sollen in diesem Jahr zum Tragen kommen. Hier denke ich an die brandschutztechnischen Maßnahmen an  Grundschule und Kita in Weidenhain. Die Arbeiten werden in die Sommerferien gelegt. Die Errichtung der barrierefreien Haltestelle in Weidenhain wird in Kürze beginnen.
 
Sie sind eine kleine Kommune. Wie ist es da um die Eigenständigkeit bestellt?
 
Unsere Gemeinde fasst zwar nur drei Dörfer, doch mit rund 2.100 Einwohnern sind wir auch nicht ganz klein. Die Eigenständigkeit ist auf mehrere Faktoren zurück zu führen: Wir halten dem demografischen Wandel entgegen, hier leben viele junge Familien, die arbeiten gehen und in Dreiheide eine Bleibeperspektive haben. Zum anderen haben wir gut gewirtschaftet und sind auch gewerblich gut aufgestellt. Neben den großen Unternehmen gibt es sehr viele kleine Firmen, die durch ihre Gewerbesteuer ihren Beitrag für unsere Gemeinde leisten. 
 
Wie sehen Sie die Entwicklung von Handwerk und Gewerbe?
 
Trotz der nun fast zwei Jahre anhaltenden Corona-Beschränkungen stehen unsere Gewerbetreibenden gut da. Wobei ich das jetzt nur aus der Sicht der Steuereinnahmen beurteilen kann. Aber aus den Gesprächen mit einigen Unternehmen, war kein großer Abbruch von Aufträgen durch Corona zu spüren. Ganz im Gegenteil: Viele Bürger haben in ihr Wohneigentum investiert und damit unsere Firmen gestärkt. Insofern mache ich mir vorerst keine Sorgen und sehe eine positive Entwicklung.
 
Drei Kindertagesstätten und eine Grundschule besitzt Dreiheide. Wie ist der aktuelle Stand? Wo oder warum wurde investiert?
 
Alle drei Kitas sind ausgelastet. Über Kindermangel können wir uns derzeit nicht beklagen. Darüber freuen wir uns natürlich. wie bereits bekannt, haben wir die Kita in Süptitz energetisch saniert. Fördermittel dafür standen zur Verfügung, allerdings als Festbetrag. Einen Umbau haben wir daher verworfen, da durch die rasant ansteigenden Baukosten die Eigenmittel zu groß geworden wären. Daher hat sich der Gemeinderat für die Sanierung entschieden. An der Schaffung eventuell weitere Plätze sind wir planerisch dran und versuchen, weitere Fördermittel zu akquirieren. 
 
Es gab in Dreiheide auch manches Problem….
 
Oh ja. Probleme gibt es stets und ständig zu lösen. Ich bin sehr froh, dass für das Unternehmen HIT eine Lösung gefunden wurde. HIT ist eines der größten holzverarbeitenden Unternehmen in Deutschland. Wir möchten natürlich auch den Standort weiter sichern und der unternehmerischen Tätigkeit des Unternehmens nicht im Wege stehen. Der Gemeinderat hat sich einstimmig dazu positioniert, die Übergangsvereinbarung beschlossen, die dem Unternehmen bis zur Änderung der B-Pläne die entsprechende Planungs- und Sanierungsmaßnahmen ermöglicht. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden, denn als Gemeinde sind wir zum einen stolz, einen großen Arbeitgeber in der Nachbarschaft zu wissen und zum anderen trägt das Unternehmen auch wesentlich zur wirtschaftlichen Lage bei.
 
Was konnte mit Hilfe von Leader erreicht werden? 
 
Wir haben 2021 neun Projekte eingereicht. Davon wurden bereits vier über das Regionalbudget realisiert. Fünf weitere größere Maßnahmen sind  befürwortet. Wir warten nun auf deren Bewilligung.  Dazu gehören die Erneuerung der Gutshausmauer in Großwig, der Neubau eines kleinen Spielplatzes in Weidenhain und die Sanierung des Sportplatzes an der Grundschule. Neu sind die Straßenbeleuchtung am SED-Weg und die Umzäunung des Kunstrasenplatzes im Sportparadies Großwig. Ich hoffe, dass einer Bewilligung nichts im Wege steht und alle Projekte umgesetzt werden können.
 
Wie sehen Sie die Entwicklung der Vereinslandschaft?
 
Bis jetzt sehe die die Entwicklung positiv. Leider konnte aufgrund von Corona noch kein Jahrestreffen der Vereine stattfinden. Rückgänge bei Mitgliedern sind mir derzeit nicht bekannt. Aber langsam muss das Vereinsleben wieder beginnen, sonst verlieren manche Mitglieder das Interesse. Hier gilt allen Vereinsvorsitzenden und Mitgliedern mein Dank dafür, dass sie trotz der Widrigkeiten die Teams zusammenhalten und die Vereinsarbeit weiter geht. Das gleiche gilt übrigens auch für die drei Ortsfeuerwehren.

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