Mittwoch, 25. Mai 2022
Freitag, 21. Januar 2022

Wildschweinplage: Wo steht die Lebendfalle?

So koennte auch die Lebendfalle am Großen Teich aussehen. Diese steht in einem Waldgebiet in der Naehe von Ueckermuende.Foto: Katja Richter

von unserer Redakteurin Laura Krugenberg

Torgau. Die Diskussion um die Wildschwein-Lebendfalle ist noch nicht vom Tisch. Jetzt prüft das Landratsamt einen Antrag auf Bejagung am Großen Teich.

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Ohne Frage ist die Wildschweinplage für viele mittlerweile ein leidiges Thema. Seit Jahren treiben die Schwarzkittel um den großen Teich ihr Unwesen und verursachen erhebliche Schäden, wenn sie im Herbst auf Futtersuche sind. Nun hat die Stadtverwaltung, nach langem Ringen mit der Unteren Jagdbehörde und dem Umweltamt, die Genehmigung erhalten eine Lebendfalle aufzustellen. Wie wirksam diese umstrittene Methode ist, steht aber noch lange nicht fest.   

Seitdem die Stadtverwaltung Anfang Dezember verkündet hatte, noch bis Weihnachten die genehmigte Lebendfalle aufzustellen ist es ruhig um die Wildschweinproblematik geworden und viele fragen sich: Wo steht sie nun, die Lebendfalle und wie funktioniert sie? Laut Landratsamt und Stadt wurde die Aufstellung bereits am 21. Dezember für drei Standorte am Großen Teich genehmigt. Daraufhin wurde sie an einem der Standorte eingerichtet, wo sie bis Ende Februar auf ihre Wirksamkeit getestet wird. Genauere Angaben zu den Einsatzgebieten macht man jedoch, aus Angst vor Vandalismus, nicht. „Die Fanganlage ist so konstruiert, dass neben dem Fangerfolg auch die tierschutzkonforme Hälterung der gefangenen Tiere gesichert ist. Sie gewährleistet einen verletzungsfreien und selektiven Fang, wobei neben dem Tierschutz auch die Aspekte des Unfallschutzes und der Sicherheit eingehalten werden”, so die Stadt. Je nach Größe passen schätzungsweise vier Schweine in eine solche Falle. Zum Anlocken wird, gemäß der sächsischen Jagdverordnung gekirrt, also angefüttert. „Schweine konnten bisher noch nicht gefangen werden”, so die Erklärung weiter. Betreut wird die Lebendfalle von zwei bestellten Jagdscheininhabern, die die Falle manuell auslösen müssen.  

Doch kann die Lebendfalle wirklich Abhilfe schaffen? Gerd Kettlitz vom Jagdverband Torgau ist skeptisch: „Ich persönlich kann es mir nicht vorstellen. Allerhöchstens durch den Vergrämungseffekt. Wildschweine sind lernfähig und merken, wo Gefahren lauern.” Genau aus diesem Grund haben sich die Schwarzkittel, laut Kettlitz, in das Gebite am Großen Teich zurückgezogen. In dem Schilf am Uferrand sind sie vor Wölfen und Bejagung sicher und können sich folglich ungehindert vermehren. „Im Schnitt wächst eine unbejagdte Population jährlich um 30 Prozent”, schätzt Kettlitz. Nichts destotrotz sieht er die Lebendfalle, auch wenn sie scheinbar die letzte Möglichkeit der Stadt ist, kritisch: “Waidmännisch ist eine solche Falle nicht vertretbar. Der Jäger ist laut Jagdgesetz dazu verpflichtet, dem Tier möglichst viel Leid zu ersparen.” Das ist bei einer Falle aber nicht gegeben, denn diese bedeutet für die gefangene Tiere unheimlich viel Stress. Auch der Vereinschef des SC Hartenfels 04 glaubt nicht, dass eine Falle zum nötigen Erfolg führt. „Jedes Jahr geben wir tausende Euro für Sicherungsmaßnahmen aus. Doch am Ende verwüsten die Schweine trotzdem unsere Plätze”, so Sören Wachsmann. Im November entstand im Hartenfelsstadion ein Schaden von bis zu 20 000 Euro. Das frustriert Wachsmann, der eine andere Lösung sieht: „Ich denke, dass auch in dem befriedeten Gebiet eine Treibjagd möglich ist. So hätte man wenigstens ein paar Jahre Ruhe.”   

Noch vor dem Jahreswechsel vermeldete die Stadt, dass ein Jäger Hilfe angeboten habe, der die nötigen Spezialausbildungen besitzt, um am Großen Teich zu jagen. “Dem Landratsamt liegt ein Antrag auf Genehmigung eines Stadtjägers und damit verbunden auf die Jagd im „Befriedeten Bezirk“ vor. Dieser Antrag befindet sich derzeit in Bearbeitung.” Angaben zu den Aussichten, ob am Großen Teich bald gejagt werden darf, wollte das Amt jedoch nicht machen.

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