Mittwoch, 25. Mai 2022
Montag, 24. Januar 2022

Reinboth: "Ein Ergebnis, mit dem ich sehr gut leben kann"

Punkt 18 Uhr wurde am Sonntag die Wahlurne im O-M-A-Haus Arzberg geöffnet. Foto: privat

von unserem Redakteur Nico Wendt

Arzberg. Bürgermeister Holger Reinboth wurde bei der Wahl am Sonntag mit 98,4 Prozent wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag aber nur bei 35 Prozent. 

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35 Prozent Wahlbeteiligung bei einer Bürgermeisterwahl habe sie selbst noch nicht erlebt, stellte Andrea Hellwig, Vorsitzende des Gemeindewahlausschusses, am Tag danach ganz sachlich und nüchtern fest. Insofern sei die Auszählung schnell und reibungslos vonstatten gegangen. Von 1585 wahlberechtigten Bürgern hatten sich 563 beteiligt. Zwölf Stimmen waren ungültig. 542 gaben Holger Reinboth ihr Votum. 

Der Amtsinhaber stand als einziger Kandidat auf den Wahlzetteln und erreichte folglich mit 98,4 Prozent ein klares und deutliches Ergebnis. Von der Möglichkeit, andere Namen auf den Stimmzetteln zu benennen, wurde nur im geringen Umfang Gebrauch gemacht. „Gemeinderat Tobias Otto stand drei Mal und der ehemalige Gemeinderat Horst Wazlawek zwei Mal auf den Zetteln. Es folgten Sophia Voigt, Eugen Pätzsch, Antje Jülke und Ronny Müller mit jeweils einer Stimme“, fasste die Vorsitzende des Wahlausschusses zusammen. Sie betonte, dass es sich bei allen Zahlen um das vorläufige Ergebnis handelt, das in einer öffentlichen Sitzung am Montagabend erst offiziell bestätigt werden sollte. Separat beleuchtet gab es für die Wahllokale Arzberg und Blumberg diesen Zwischenstand (siehe Info-Kasten unten). 

Holger Reinboth wirkte gestern keinesfalls enttäuscht, sondern sichtlich zufrieden. „Die Gemeinde Arzberg hat traditionell nie sehr hohe Wahlbeteiligungen vorweisen können. Mehr als ein Drittel der Bürger haben für mich gestimmt. Das ist ein Ergebnis, mit dem ich sehr gut leben kann und das für mich völlig in Ordnung geht. Problem war ja, dass die Einwohner keine wirkliche Wahl hatten“, so der 56-Jährige. Er habe am Sonntag um 18 Uhr das Öffnen der Wahlurne im O-M-A-Haus in Arzberg verfolgt und sei dann ins Gemeindeamt gefahren. Gegen 19 Uhr stand das Ergebnis fest. „Es ging schnell. Am längsten hat wohl noch das Auszählen der Briefwahl gedauert“, stellte das neue alte Oberhaupt fest. 

Es dauerte dann nicht lange, bis sich die ersten Gratulanten meldeten, darunter Bürgermeister-Kollege René Vetter aus Beilrode. „Er habe dem MDR und der TZ ein kurzes Interview gegeben, danach mit den Wahlhelfern ein Glas Sekt getrunken und sich gegen 20 Uhr auf den Heimweg gemacht, um auch mit seiner Frau Ines und der Familie auf den Erfolg anzustoßen, schilderte Reinboth den Wahlabend. Gestern hatte der Gemeindechef schon wieder den Blick nach vorne gerichtet. Die Kegelbahn Triestewitz sei fast fertig, in der Grundschule laufen die letzten Arbeiten zur Digitalisierung, im Frühjahr sind zwei Straßen in Arzberg auszubauen und der Dorfladen und das O-M-A-Haus sind zu sanieren. Weil es im Februar keine Ratssitzung gibt, findet im März seine Neuverpflichtung statt. 

Vize-Bürgermeister Eugen Pätzsch räumte ein, dass eine Wahl mit mehreren Kandidaten zwar schöner gewesen sei, dass er aber mit dem Ausgang zufrieden ist. Für ihn selbst kam eine Bewerbung schon aus Altersgründen nicht in Frage. „Wir haben Herrn Reinboth im Vorfeld sehr bekniet, dass er weiter macht“, so der 66-Jährige. „Er hat gute Beziehungen, kennt sich aus, kann überall Gelder frei machen und ist ein vernünftiger Mensch, mit dem es sich arbeiten lässt.“ Pätzsch weiter: „Man kann Holger Reinboth verstehen. Er wäre gerne hauptamtlicher Bürgermeister geworden. Das lässt sich auch später nicht mehr umändern und er muss ja auch an seine Rente denken.“

In dieses Horn stieß ebenfalls Mario Pohle, Chef es Heimatvereins: Von einer Wahl könne man hier nicht sprechen, wenn nur einer antritt. „Holger Reinboth hat aber seine Sache gut gemacht und wir hoffen, dass es so weitergeht. Er engagiert sich sehr für die Kommune. Man kann nur seinen Hut ziehen. 18 Ortsteile ehrenamtlich zu führen,  in der heutigen Gesellschaft – dass das jemand macht, verdient höchsten Respekt. Ich engagiere mich auch schon 30 Jahre für Sportverein und Heimatverein und weiß, wie viel Arbeit dran hängt. Ich kann nicht nachvollziehen, dass eine Gemeinde wie Arzberg keinen hauptamtlichen Bürgermeister hat. Diese Tätigkeit ist ein Volltime-Job.“

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