Montag, 27. Juni 2022
Freitag, 25. Februar 2022

Kita-Anbau wird das größte Projekt im laufenden Jahr 

Kita-Leiterin Elvira Zschintzsch und Bürgermeister René Vetter mit den Plänen für einen Anbau. Foto: Nico Wendt

von unserem Redakteur Nico Wendt

Beilrode. Beilrodes Bürgermeister René Vetter erklärt im Interview, warum die Erweiterung der Kindertagesstätte jetzt oberste Priorität hat. 

Facebook Twitter WhatsApp Mail Drucken

Im großen TZ-Jahresinterview spricht Bürgermeister René Vetter über Corona in den Kindereinrichtungen, über wichtige Steuereinnahmen, große Investitionen im Jahr 2022, über Eigenheimstandorte und über das Bahnhofsprojekt. 

Herr Vetter, wir kommen um das Thema leider nicht umhin: Corona hatte zuletzt noch einmal richtig zugeschlagen in der Gemeinde. Wie sieht die Situation aus?

Wie im gesamten Landkreis hatten auch wir steigende Zahlen zu verzeichnen. Genau wie anderswo waren hauptsächlich Kitas und Schulen betroffen. Eine Kita mussten wir zwar nicht schließen, aber die Öffnungszeiten anpassen, weil auch viele Erzieher ausgefallen sind. Oberste Priorität hatte, die Kinderbetreuung aufrecht zu erhalten. Für die Schulen ist die Schulbehörde zuständig. Auch hier gab es keine Schließung, aber es mussten Klassen in Quarantäne geschickt werden. 

Hat sich die Situation entspannt?

Noch nicht ganz, aber wir hoffen, dass sich die Lage zu Monatsbeginn entschärft. Sobald Entspannung eingetreten ist, werden natürlich wieder normale Öffnungszeiten herrschen. Aber wenn von 16 Erziehern neun krank sind, sind wir gezwungen, in irgendeiner Form zu reagieren. Ich bitte deshalb alle Eltern noch einmal um Verständnis. 

Glauben Sie, dass es in den kommenden Monaten besser wird, was Corona betrifft?

Ja, davon gehe ich fest aus. Wir planen wieder Veranstaltungen wie das 125 jährige Jubiläum der Beilroder Feuerwehr. Es soll vom 1. bis 3. Juli gefeiert werden. Und ich weiß auch, dass Vereine wie der Beilroder Karnevalsclub oder der Dorfclub Dautzschen mit den Füßen scharren und gerne wieder Feste und Veranstaltungen durchführen möchten. Optimistisch stimmen mich die relativ milden Krankheitsverläufe. Wir können aber auch nur bis September/Oktober schauen. Für alles andere braucht man die berühmte Glaskugel. 

Wie sehen Sie die derzeitigen Corona-Regelungen?

Ich wünsche mir sehr, dass die für März angekündigten Öffnungen und Lockerungen tatsächlich eintreten und dass wieder Normalität herrscht. In den vergangenen zwei Jahren haben viele Berufsgruppen über der Belastungsgrenze gearbeitet – ob Ärzte, ob in Schulen, Kitas, Betriebe, Verwaltungen oder in Supermärkten. Fast jeder war irgendwie betroffen und fast jeder musste  mit Einschränkungen leben, selbst wenn es sich dabei nur um die Kinderbetreuung zuhause handelte. Das alles zerrte an den Nerven. 

Spüren Sie finanzielle Auswirkungen für die Gemeinde Beilrode?

Wir haben in den vergangenen zwei Jahren deutlich weniger investive Schlüsselzuweisungen vom Freistaat erhalten. Waren es vor Corona 200 000 Euro im Jahr, gab es dieses Jahr nur 60 000 Euro für investive Maßnahmen. 

Heißt das, dass Sie Investitionen streichen müssen?

Es ist eine Gratwanderung und hängt von zusätzlichen Fördermitteln ab. Unser Hauptaugenmerk gilt aktuell, für möglichst alle Projekte, die wir planen, Förderanträge zu stellen. Denn ich gehe davon aus, dass die Zuschüsse in nächster Zeit immer geringer ausfallen oder sogar ganz gekürzt werden. 

Was sind die größten Projekte in diesem Jahr?

Die weitere Entwicklung von Kitas und Schulen steht im Mittelpunkt. Wir werden im Sommer mit dem Krippenanbau an der Kita „Die kleinen Strolche“ in Beilrode beginnen. Nächstes Jahr soll Fertigstellung sein. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 600 000 Euro. Wir freuen uns über steigende Kinderzahlen in der Gemeinde. Deshalb werden wir handeln. Zwei Gruppenräume mit Schlafraum, Sanitär-Trakt und Aufenthaltstraum sollen entstehen. 

Welche Vorhaben sind noch geplant?

Die Digitalisierung in der Grund- und Oberschule Beilrode schreitet voran. Derzeit sind Firmen mit der elektrotechnischen Ertüchtigung der Grundschule beschäftigt. Beispielsweise werden neue Datenkabel gezogen. Später schaffen wir dann die Geräte wie WLAN-Router und interaktive Tafeln an. Fast 250 000 Euro stehen zur Verfügung. In den letzten zwei Jahren wurden bereits zusätzlich rund 50 000 Euro in den Erwerb von Laptops für beide Schulen investiert. 

Wie sieht es eigentlich mit dem Breitbandausbau in den Ortsteilen aus?

Der Tiefbau ist abgeschlossen. Die meisten Haushalte können die neue Glasfasertechnik bereits nutzen. Das kam gerade in der Corona -Krise vielen Arbeitnehmern zu Gute, die Homeoffice praktizieren konnten. 

Was macht die geplante Bahnhof-Sanierung in Beilrode?

Wir möchten in diesem Jahr mit den ersten Baumaßnahmen beginnen. Das betrifft hauptsächlich die Entkernung des Gebäudes. Derzeit laufen die Abstimmungen mit der Sächsischen Aufbaubank bezüglich Fördermittel. Insgesamt sollen Polizei und Bäckerei-Filiale unterkommen und wir schaffen einen Vereins- und Versammlungsraum im Erdgeschoss sowie Büroräume im Obergeschoss. Nach jetzigen Stand verbauen wir in den nächsten Jahren rund 2,4 Millionen Euro. Laut Aussage der Deutschen Bahn werden 2024/2025 die Bahnsteige erneuert. Mit dem Park & Ride-Areal, dem Bahnhof und den modernisierten Bahnsteigen haben wir dann einen großen Schritt zur Ortskern-Entwicklung getan. 

Mit mehreren Eigenheimstandorten wird auf das große Interesse von Bauwilligen reagiert. Können Sie einen Überblick geben?

Die sechs Grundstücke im Beilroder Sportplatzweg sind mittlerweile verkauft. In Döbrichau umfasst der neue Eigenheimstandort circa zehn Bauplätze. Das Genehmigungsverfahren ist weit vorangeschritten. Auch der Wohnstandort „An der Siedlung“ in Beilrode steht kurz vor der behördlichen Genehmigung. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Lücken-Bebauungen in den Ortsteilen. 

War an den Gewerbesteuer-Einnahmen in der Gemeinde zu spüren, dass die Corona-Krise negativen Einfluss auf die Wirtschaft hatte?

Es gab keinen finanziellen Einbruch. Die Steuereinnahmen waren gleichbleibend und lagen im letzten Jahr bei rund einer Million. In der Kommune gibt es viele mittelständische Unternehmen, Handwerksbetriebe und Baufirmen. Außerdem sind die Landwirte wichtige Arbeitgeber. 

Mit welchen Investitionen dürfen die Beilroder Ortsteile in diesem Jahr rechnen?

Je nach der Bewilligung von Fördermitteln sind Sanierungsmaßnahmen im Sportlerheim Großtreben angedacht – auch mit Hinblick auf die 100-Jahr-Feier des Sportvereins 2024. Dann haben wir Zuschüsse für das Bürgerhaus Dautzschen beantragt, um Fassade und Fenster in Ordnung zu bringen. In der Kita Dautzschen ist eine Heizungsmodernisierung vorgesehen. In Döbrichau möchten wir in der Falkenberger Straße die Gehwege erneuern, wenn Fördermittel fließen und für die Feuerwehr Zwethau wollen wir ein neues Einsatzfahrzeug beschaffen. Es sind dazu weitere Maßnahmen und Investitionen geplant. Dies ist nur ein grober Überblick.

Nico Wendt

Sie interessieren sich für das Neueste aus Torgau und der Region? Dann bestellen Sie den Newsletter "Darüber wird morgen gesprochen"! Der kommt jeden Abend per E-Mail und bringt die wichtigsten Themen des nächsten Tages mit. >> Hier können Sie ihn bestellen.


Jetzt kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

 

Weitere Veranstaltungen unter:
www.leipzig.ihk.de
 

Aktuelle Bildergalerien

Wirtschaftsmagazin

Probeabo

Abenteuer Tiefschnee

Torgau Druck

AKTIONEN

Newsletter

Festtagsmagazins

Torgau-Plus

Riesenmagazin

Oschatz-Magazin

Azubi-Expo-Digital

INFOS & EMPFEHLUNGEN

laga