Freitag, 27. Januar 2023
Dienstag, 15. März 2022

Mockritzerin in der Elite angekommen

Kathrin Murche mit Vater Andreas Murche.Foto: ?

Von unserem Redakteur

Torgau. Weltcup der Trapschützen auf Zypern: Kathrin Murche Sechste. Hingegen bleiben Pigorsch und Kroß unter den Erwartungen.

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Die gute Nachricht zuerst: Trapschützin Kathrin Murche aus Mockritz schoss sich beim ersten Weltcup dieses Jahres auf Zypern nach einer Topleistung bei extrem schlechten äußeren Bedingungen auf Rang sechs. Das ist die beste Platzierung der  22-Jährigen in ihrer Karriere. Dagegen blieben Paul Pigorsch (Süptitz) und der Torgauer Marco Kroß in Nikosia weit hinter ihren Erwartungen zurück und landeten nur im Mittelfeld des Klassements. 

Kathrin Murches Vater Andreas, der Kroß beim SSC Neiden 1997 trainiert, war Sonntagmorgen überglücklich. „Ich freue mich riesig für Kathrin. Ich habe gleich auf sie angestoßen. Mit einem Glas Wasser, denn ich trinke keinen Alkohol. Ich denke, dass sie jetzt  in der Weltspitzeangekommen ist.“ 

Er lobt besonders die Nervenstärke seiner Tochter. „Nach der Qualifikation lagen fünf Schützinnen auf Rang sieben. Fürs Halbfinale sind nach neuer Regel zweimal vier Schützinnen zugelassen. Dadurch kam es zu einem Ausscheid, den Kathrin gewann und damit ins Halbfinale der besten Acht einzog.“ Dort scheiterte die Mockritzerin knapp. 

Begeistert war Bundestrainer Uwe Möller von der Nordsächsin, die als Sportsoldatin in Frankfurt trainiert und für den dort ansässigen deutschen Spitzenklub schießt. „Kathrin hat auf Zypern eine tolle Geschichte abgeliefert. Vor allem im Stechen, bei dem sie sich gegen fünf Schützinnen durchgesetzt hat, lieferte sie ein absolutes Highlight ab. Das war fantastisch, wie sich Kathrin in solch einer Nervenschlacht durchgesetzt hat.“ 

„Ich bin über mein Ergebnis von 112 Treffer nicht voll zufrieden. Dieses Ergebnis ist eigentlich unter meinem Niveau“, sagte die junge Frau und fügte glücklich an: „Das Ausscheidungsschießen gegen sechs Konkurrentinnen aus der absoluten Weltklasse war der absolute Wahnsinn. Ich glaube, nicht mal Bundestrainer Uwe Möller hat daran geglaubt, dass ich dieses Stechen gewinne.“  Im Halbfinale scheiterte sie als Dritte knapp am Einzug ins Medaillen-Match. Aber Rang sechs im Gesamtklassement ist für mich der bisher größte Erfolg. Ich bin zufrieden.“ 

Die Laune ihrer nordsächsischen Teamkollegen Pigorsch und Kroß war dagegen schlecht. Sie blieben weit hinter ihren Erwartungen zurück. Vor allem für Pigorsch war es besonders ärgerlich. Er hatte noch vorige Woche im Gespräch mit der TZ gesagt, dass er hofft, sich möglicherweise für die Olympischen Spiele in Paris über eine super Platzierung im Weltcup zu qualifizieren. Der weltcuperfahrene Süptitzer landete in Nikosia mit 110 Treffern auf Rang 61. Sein Teamkollege und Freund Andreas Löw, immerhin Ex-Weltmeister, kam mit der gleichen Punktzahl auf Platz 57 ein. Noch schlechter schoss Marco Kroß. Für ihn reichte es mit 106 Treffern nur zum 76. Rang. 

Der Torgauer beschreibt im „Förderkreis Wurfscheibe“ die besonderen Bedingen auf Zypern: „Das Wetter war total unberechenbar. Diese Insel wird nicht umsonst Insel der Götter genannt, denn sie trieben ihren Spaß mit uns. Vom Schießen unter Laborbedingungen bis hin zu Sturmböen und Regen. Auch ein Hagel- und Schneesturm war dabei. Die Bedingungen kann nur jemand beurteilen, der dabei war.“ 

Für Bundestrainer Uwe Möller war es ein irregulärer Weltcup. „Am ersten Tag waren die Verhältnisse noch normal. Doch Sonnabend kam ein Sturm auf, der für extrem schlechte Bedingungen sorgte. Der hat unsere Ziele platzen lassen. Dennoch haben alle Frauen und Männer versucht, das Beste daraus zu machen.“  Nach der großen Freude über das Abschneiden seiner Tochter Kathrin war Andreas Murche natürlich über das Abschneiden seines Schützlings Marco Kroß und auch von Paul Pigorsch enttäuscht. „Mit dem Regen und schweren Sturm mussten alle Starter fertig werden. Ich glaube, dass Marco sich zu viel Druck aufgebaut hat. Dadurch haben ihm möglicherweise die Nerven einen Strich durch die Rechnung gemacht.“

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