Donnerstag, 30. Juni 2022
Freitag, 18. März 2022

Lebensmittel-Laster rollen in Richtung Ukraine

Foto: TZ/C. Wendt

von unserem Redakteur Christian Wendt

Belgern. Spenden aus Nordsachsen und Baden-Württemberg sind von Belgern aus mit zwei Lastern auf dem Weg ins Kriegsgebiet.

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Hilfe für die Ukraine: Zwei mit Lebensmittel vollgepackte Lastzüge machten sich am Freitagnachmittag von Belgern aus auf den Weg ins polnische Przemysl. Von dem dortigen Sammellager wird die von der Firma Bempflinger initiierte Hilfslieferung auf kleinere Transporter verteilt und mit Hilfe des Vereins STELP direkt in die Ukraine gefahren. Unternehmenschef Mirko Sattler zählte insgesamt 76 Warenpaletten. Seine Initiative wird von vielen Firmen unterstützt. Kurz vor Toreschluss lieferte am Freitag noch das Torgauer Technische Hilfswerk reichlich Toastbrot, das von einer Großbäckerei zur Verfügung gestellt wurde und das auch noch in den Lastern verstaut wurde.

Vor zwei Wochen begannen die Vorarbeiten für die Tour. Um möglichst viele Firmen aus der Lebensmittelbranche ansprechen zu können, griff Mirko Sattler auch auf die Kontakte des ehemaligen Torgauer Bundestagsabgeordneten Marian Wendt zurück. Sattler und Wendt begleiten in einem dritten Fahrzeug die vier Brummi-Fahrer. 

Für Dieter Mayer ist es die erste Tour an die polnisch-ukrainische Grenze. Mit Michael Pötzsch als Nebenmann steuert er einen der beiden Laster. An der Frontscheibe sowie an den Seiten seines Fahrerhauses prangen deutlich sichtbare Aufkleber, die das Fahrzeug als Hilfskonvoi ausweisen. Reichlich 1000 Kilometer hin und 1000 Kilometer zurück – keiner der Fahrer wollte seinen Chef im Stich lassen. „Das rechne ich meinen Leuten hoch an“, sagte Sattler. 

In jeden Lkw verstaut wurden   20 Tonnen Nudeln, Soßen, abgepackte Suppen und Getränke. Dazu noch reichlich Getränkepackungen ... und eben noch das Toastbrot.  Eine Palette ging jedoch mit privat organisierten Spenden auf die Reise. Jean-Michel Blum (25) aus Belgern ist der Sohn von Kathrin Blum, kaufmännische Mitarbeiterin bei Bempflinger. Der junge Mann, der als Erzieher in einem  Kinderheim tätig ist, hatte über zahlreiche Freunde unter anderem wärmende Decken, Spielzeug Hygieneartikel und Windeln zusammengetragen. Beschriftet ist all das in polnischer und ukrainischer Sprache. Dafür war Urszula Kruczek zuständig. Seit drei Jahren arbeitet sie bei Bempflinger  als Lageristin. In ihrer polnischer Heimatstadt nahe dem deutschen Görlitz drängen sich derweil die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. „In Sulikow, das 6500 Einwohner zählt, sind mittlerweile 2500 Ukrainer gestrandet“, sagt Kruczec. Die Lage sei angespannt aber beherrschbar. Der polnische Staat gewähre Gastgebern, die Flüchtlinge beherbergen, 10 Euro pro Flüchtling. „Für Kinder gibt es noch einmal einen Zuschlag“, erläuterte die Polin.

Ursprünglich wollte Mirko Sattler den Hilfskonvoi direkt nach Lwiw steuern. Nach dem Beschuss durch russische Truppen fiel die Entscheidung jedoch für das polnische Przemysl. Auslöser für die Hilfe waren Gespräche, die der in Hessen lebende Sattler im Bereich des Sports führte. Der Unternehmer ist nämlich bekennender Fan des Handballerstligisten TVB Stuttgart. Aus Stuttgart kommt auch der bereits erwähnte Verein STELP. 

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